MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Personengesellschaften und deren Beispiele

Personengesellschaften fallen unter das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Die Gesellschafter haften auch in der Regel persönlich mit ihrem gesamten Vermögen. Wer also in Deutschland eine Personengesellschaft gründen möchte, sollte sich zudem auch mit Steuerberater und Rechtsanwalt zusammensetzen. Vor allem, um herauszufinden, welche der möglichen Varianten am besten zur eigenen Situation passt.

Im Folgenden schauen wir uns Beispiele von Personengesellschaften an, wie sie konkret in der Praxis aussehen können.

Die zukünftige Erbgemeinschaft

Frau Meier hat 3 Mehrfamilienhäuser. Die Dame ist 86 Jahre und versteht sehr wohl, dass sie nicht ewig leben wird. Frau Meier war immer ein Familienmensch und hat drei Kinder. Dazu kommen inzwischen 6 Enkelkinder und 2 Großenkel.

Da Frau Meier alle ihre Verwandten gleichermaßen schätzt, möchte sie, dass es nach ihrem Tod nicht zu einem Erbstreit kommt. Ein Ausweg aus dieser Situation ist für Frau Meier, bereits zu Lebzeiten eine Personengesellschaft zu gründen, in der alle ihre Verwandten Mitglieder sind.

Ziel der Personengesellschaft ist die gemeinsame Verwaltung der 3 Mehrfamilienhäuser. Alle Verwandten von Frau Meier erhalten einen gleich großen Anteil an der Personengesellschaft.

Bei der Gründung der Gesellschaft wird im Gründungsvertrag bereits festgehalten, dass der Anteil an der Gesellschaft identisch mit dem Erbanteil im Falle des Ablebens von Frau Meier ist. Dabei können die Anteile natürlich nicht so verteilt werden, dass sie deutschem Erbrecht widersprächen.

Als Ergänzung zur Personengesellschaft macht Frau Meier ein Testament. Die Familienmitglieder als Teil der Personengesellschaft haben nichts zu befürchten, da alle Einnahmen aus den Mehrfamilienhäusern auf das Konto der Gesellschaft eingehen und damit nötige Instandsetzungsarbeiten, Reparaturen und andere Kosten für die Immobilie aus diesem Konto bezahlt werden.

Selbst die minderjährigen Großenkel von Frau Meier können Gesellschafter der Personengesellschaft werden, sofern ihre Eltern als Vormund nichts dagegen einzuwenden haben.

Die Lebensgemeinschaft und der Kauf eines Hauses

Herr Müller lebt seit 12 Jahren mit Frau Schmidt zusammen. Heiraten wollen beide nicht. Herr Müller hat aus erster Ehe 2 Kinder. Frau Schmidt ist kinderlos. Mit 45 Jahren entschließen sie sich, zur Alterssicherung ein Einfamilienhaus zu kaufen. Die Hypothek von 40% des Kaufpreises nimmt Frau Schmidt auf, da ihr Lebenspartner sich gerade selbstständig gemacht hat und neben seinem Firmenkredit zur Zeit keine Hypothek bekommen würde.

Beide Personen zahlen gemeinsam die Hypothek ab. Der geschäftliche Erfolg von Herrn Müller ist zum Zeitpunkt des Hauskaufs nicht garantiert. Außerdem hat er Probleme mit dem Herzen. Deshalb entschließen sich beide, das Haus auf Frau Schmidt beim Grundbuchamt eintragen zu lassen.

Damit Herr Müller sich aber keine Sorgen machen muss, wenn es in der Beziehung zu einer Krise kommen sollte, entschließt sich das Paar, eine Personengesellschaft zu gründen. Da 2 Personen für die Gründung ausreichend sind, steht dem Vorhaben nichts im Wege.

Bei der Gründung der Personengesellschaft kann auch bestimmt werden, was mit dem Anteil an der Gesellschaft geschieht, falls eines der beiden Gründungsmitglieder vorzeitig stirbt. In dem Beispiel des Paares Schmidt-Müller geht der Anteil an den jeweils Überlebenden über. Sollten die beiden sich trennen, so muss einer den anderen entsprechend dessen Einlage in die Immobilie auszahlen.

Ohne einen solchen Personengesellschaftsvertrag könnte Frau Schmidt ihren Lebensgefährten jederzeit vor die Haustür setzen. Herr Müller würde hier auch seine Einlage für den Hauskauf verlieren, da das Haus auf seine Lebensgefährtin registriert ist. In diesem Beispiel wird deutlich, dass eine Personengesellschaft mehr Sicherheit bietet.

Die ausländische Firma

3 Deutsche kaufen in Australien eine Farm. Für den Farmkauf und die weitere wirtschaftliche Existenz wird in Australien eine Ltd. gegründet. Die Farm gehört inklusive aller Tiere und Maschinen der Ltd. Jeder der 3 Personen hat denselben Anteil an der Ltd.

Einer ist bereits 64 Jahre alt und in Deutschland verheiratet. Seine Frau lehnt eine Emigration nach Australien ab. Der zweite ist ledig und der dritte hat eine Australierin geheiratet und mit ihr einen Sohn. In Deutschland gründen diese 3 Unternehmer eine Personengesellschaft.

Zweck dieser Gesellschaft ist die Regelung, was mit dem Anteil an der australischen Ltd. im Falle des Todes von einem der Gesellschafter geschehen soll. Zudem regelt die Personengesellschaft auch noch, was mit dem Anteil geschieht, wenn einer der Deutschen aus der Ltd. ausscheiden möchte.

In diesem konkreten Fall geht es vor allem darum, im Falle des Todes von einem der Partner die Farm nicht durch deutsche Erbansprüche zu gefährden. Dieses Beispiel einer Personengesellschaften existiert übrigens tatsächlich, auch wenn es vermutlich rechtlich auf etwas wackligen Füßen steht.

19. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.