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Peter Thiel – ein großer Kopf der Internetwirtschaft

Als Mitbegründer des Online-Bezahldienstes PayPal ist Peter Thiel bekannt geworden. Heute ist der Unternehmer auch als Venture Capitalist und Hedgefonds Manager. Vor allem durch seine unkonventionellen Herangehensweisen im Unternehmertum und bei Investments sorgt der 46-Jährige immer wieder für Aufsehen.

Peter Thiel als erster Business Angel für Facebook

Gemeinsam mit Max Levchin und Luke Nosek gründete Peter Thiel im Jahr 1998 in Palo Alto das Unternehmen Confinity, das später zum Bezahldienst Paypal wurde. Mit dessen Verkauf im Jahr 2002 an Ebay machte er das erste große Geld. 1,5 Mrd. $ spielte ihm der  Verkauf in die Kassen, wovon er 500.000  $ in Facebook investierte. Damit war Thiel der erste Business Angel für Mark Zuckerbergs Social Network.

Diese Beteiligung an einem zweiten wichtigen Unternehmen aus dem Silicon Valley sicherte ihm  einen Platz in der Reihe der wichtigsten Akteure der Internetwirtschaft. Innerhalb der letzten 10 Jahre investierte er in weitere bedeutsame Unternehmen, die das Silicon Valley hervorbrachte.

Für sein Investment bei Facebook erhielt Thiel damals 10% des Unternehmens. Die Facebook-Aktien veräußerte er nach und nach und machte Mitte August letzten Jahres  Kasse. Er verkaufte fast alle seine Anteile. Seine Papiere waren am Ende pro Stück zwischen 19,27 und 20,69 Dollar wert. Insgesamt bekam er dafür rund 400 Millionen Dollar. Seinen Sitz im Verwaltungsrat bei Facebook sicherte er sich, indem er weiterhin Papiere im Wert von 5 Mio. $ hält.

Thiel – immer auf der Suche nach Wahrheiten

Peter Thiel ist bekannt als Querdenker, der Dinge hinterfragt und Innovationen fördern will. Im Gespräch mit der FAZ sagte er, er wolle Technologien entwickeln, die die Gesellschaft auf die nächste Ebene bringen, sagt er der Zeitung. Er engagiert sich für Projekte, die kontroverse Meinungen hervorrufen und ist überzeugt, dass Innovation aus Unruhe hervorgehen muss.

Wenn er sich für ein Investment entscheidet, muss vor allem eine Frage klar beantwortet werden: „Für welche wichtige Wahrheit finden Sie bei anderen nur wenig Zustimmung?“.  So war es auch bei Facebook. Denn Zuckerberg setzte darauf, dass die Menschen in seinem Netzwerk, sich nicht mehr hinter Pseudonymen versteckten. Er war überzeugt, dass die Menschen ihre wahre Identität preisgeben und sich darstellen wollen. Mit dieser „Wahrheit“ überzeugte er Peter Thiel zu seinem bedeutsamen Investment.

Mitbegründer von Founders Fund

Im Jahr 2005 gründete Peter Thiel unter der Beteiligung der ehemaligen PayPal Mitbegründer Ken Howery und Luke Nosek die Risikokapitalfirma Founders Fund. Der Fokus lag auf der Finanzierung von Startups der Webbranche. Im Jahr 2006 holte Thiel den Napster-Mitbegründer Sean Parker in den Fonds.

Heute gibt es insgesamt vier Fonds, die ein Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar verwalten und in zahlreiche Startups investiert sind.

Peter Thiel ist nicht nur an Startups interessiert

Doch nicht nur in die Entwicklung von Internetstartups investiert Thiel sein Geld. Kurz nach dem Verkauf von PayPal launchte Thiel seinen Hedgefonds Clarium Capital.

Dieser entwickelte sich in den ersten Jahren sehr gut und wurde 2005 sogar ausgezeichnet. Allerdings litt der Fonds unter der Finanzkrise: Zunächst hatte Thiel vor dem Eintritt der Krise richtig erkannt, dass Öl knapp wurde. Das brachte dem Fonds mehr als 50% Gewinn allein im ersten Halbjahr 2008.

Doch dann kam die Krise tatsächlich, unter der auch der Ölpreis litt. Dieses Szenario hatte Thiel falsch eingeschätzt und zu wenig vorgesorgt. Dadurch verlor sein Fonds insgesamt 90% seines Wertes. Dafür wurde Thiel von den Investoren scharf kritisiert.

Was Peter Thiel ausmacht

In seiner Jugend war Peter Thiel erfolgreicher Schachspieler. In den Vereinigten Staaten zählte er zeitweise zu den besten seiner Altersklasse.  Die typischen Denkweisen beim Schach überträgt er noch heute gerne auf die Wirtschaft.

Er versucht seine Ideen an der Wirklichkeit zu testen. Ob er damit falsch liegt oder nicht, findet er in der Praxis heraus und riskiert Verluste. Er setzt auf kontroverse Ideen, die anecken, um Innovationen eine Chance zu geben.

12. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.