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Pflegefall: Wer im Ernstfall zahlt

Miete, Pflege, Medikamente – all diese Posten treiben die monatlichen Ausgaben schnell über eine Grenze von 2.500 €. Dies entspricht ungefähr dem Nettolohn eines Facharbeiters und kann eine Familie sehr schnell belasten.

Wer für den Pflegefall zahlen soll

Denn im Ernstfall zahlen die Angehörigen für ihre Eltern. Und bei vielen Rentnern reicht die Pension aktuell nicht mehr aus, um für Pflegekosten aufzukommen. Dies wird vor allem zum Problem, wenn bisher nur die Basis-Pflegestufe 0 festgestellt wurde. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich der Patient in der ersten Phase der Demenz befindet, sich beispielsweise aber noch selber waschen kann.

Fördersumme steigt mit Pflegestufe

In diesem Fall beträgt die maximale monatliche Fördersumme bei Pflegekosten von 200 €. Hinzu kommen seit Beginn 2013 Pflegegelder über 120 € oder Sachleistungen im Wert von maximal 225 €. Deutlich besser stehen Patienten da, bei denen Pflegestufe I oder höher diagnostiziert wurde. Das Pflegegeld steigt im ersten Schritt zwar nur auf 235 € an, jedoch wird hier auch eine vollstationäre Versorgung übernommen – mit einem Zuschuss von immerhin 1.023 € im Monat.

Bis zur maximalen Stufe III+ steigt diese Fördersumme schrittweise auf 1.918 € an, die der Staat im Monat an Pflegefälle zahlt. Wer bislang in keiner Pflegestufe ist, gilt im Gegensatz dazu als „nicht bedürftig“. Dies bedeutet, dass Personen, die in ihrer eigenen Wohnung leben, aber Hilfe beim Putzen oder Einkaufen benötigen, kein Geld vom Staat erhalten.

Pflegefall: Staat zahlt Steuervorteile aus

Dennoch können die anfallenden Kosten im bestimmten Maße zu Steuervorteilen umgewandelt werden, die in der Steuererklärung eingefordert werden können. Krankheits- und Pflegekosten können nämlich jährlich in unbegrenztem Maße steuerlich abgesetzt werden – als sogenannte „außergewöhnliche Belastungen“.

Diese werden jedoch nicht in voller Höhe verrechnet. Das Finanzamt bestimmt zunächst eine „zumutbare Belastung“, die jede Person für sich selber schultern muss. Diese berechnet sich auf der Basis von Einkommen und Familienmitgliedern. Sämtliche Kosten, die diese Grenze überschreiten, können am Ende abgesetzt werden.

Geld für Pflegedienste und Angehörige

Eine weitere Möglichkeit ist die steuerliche Förderung von Haushaltshilfen und Pflegediensten. Für diese lassen sich 20% der Lohn-, Fahrt- und Gerätekosten direkt steuerlich abziehen. Übernehmen hingegen Angehörige die Pflege eines Verwandten im Eigenheim, kann dieser einen Pauschbetrag von 924 € geltend machen lassen. Wer diese Möglichkeit wählt, muss jedoch darauf achten, dass kein Pflegegeld gezahlt wird.

Angehörige sollten dabei nicht vergessen, dass Rentner auch dann eine Steuererklärung anfertigen müssen, wenn sie dement sind und im Heim leben. In diesem Fall muss dies von den Angehörigen übernommen werden.

2. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.