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Pflegeheimkosten steuerlich absetzbar: Bis zu 4.000 € sparen

Wollen Sie sparen, wo doch die Pflegekosten steuerlich absetzbar sind, machen Ihnen die neuen Vorschriften des Gesundheitsministerium das Leben deutlich leichter. Um den vollen Steuerabzug von 20% geltend machen zu können, muss nicht mehr nachgewiesen werden, dass überhaupt eine Pflegestufe vorliegt. Damit greift die Steuervergünstigung auch bei Pflegebedürftigen, deren Grundpflegebedarf unter der Pflegestufe I liegt und die aufgrund ihrer Erkrankung dennoch professionelle Hilfe und Betreuung benötigen.

Pflegekosten steuerlich absetzbar: Steuervorteil für Pflegebedürftige und deren Familien

Eventuelle Bedenken, dass das Pflegegeld auf den Steuervorteil angerechnet wird, werden durch die neuen Vorschriften ebenfalls zerstreut. Die von der Pflegekasse ausgezahlten Beträge sind an keinen bestimmten Zweck gebunden und werden somit nicht für bestimmte Aufwendungen gezahlt. Pflegebedürftige und deren Familien, die Pflegegeld beziehen und außerdem noch unregelmäßig professionelle Betreuung in Anspruch nehmen, profitieren also komplett von der nun gegebenen Möglichkeit, dass die Pflegekosten steuerlich absetzbar sind.

Leistungen der Pflegeversicherung, die ausschließlich für bestimmte Aufwendungen gewährt werden, sind auch weiterhin zweckgebunden und werden auf abzugsfähige Aufwendungen angerechnet. Darin beinhaltet ist der Kostenersatz für zusätzliche Betreuung und Pflege von Menschen, die einen erheblichen Pflegebedarf haben.

Pflegekosten steuerlich absetzbar: Zwei Steuervorteile auf einmal

Bislang galt, dass der Pflege-Pauschbetrag von 924 € nicht zum Abzug kam, wenn parallel die Steuerermäßigungen für Pflege und Betreuungsleistungen beantragt waren. Dieser Hinweis wurde jedoch gestrichen, sodass beide Steuervorteile auch nebeneinander greifen, wie das Ministerium mitteilt.

Mit ihren neuen Verwaltungsvorschriften wird der Teilkasko-Charakter der Pflegeversicherung besser anerkannt. Außerdem wird durch den Steuervorteil dafür gesorgt, dass auch die Pflegekosten steuerlich geltend gemacht werden können, die von der Pflegeversicherung nicht gedeckt werden.

Was ist also generell steuerlich absetzbar?

Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, kommt auf die Familien eine erhebliche finanzielle Belastung zu. Und das nicht nur, wenn der Pflegebedürftige in ein Pflegeheim kommt – auch häusliche Pflege kann teuer werden und zu einer finanziellen Belastung für alle Beteiligten werden.

Zwar zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung einen Anteil auch zur häuslichen Pflege, die gesamten Kosten werden dadurch jedoch selten abgedeckt, denn das Pflegegeld liegt derzeit bei maximal 685 € im Monat. Nicht viel, wenn z. B. ein Pflegedienst sich um den Pflegebedürftigen kümmern muss. Doch es gibt zumindest steuerliche Vorteile.

So sind die Kosten absetzbar

Die häusliche Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Personen gehört zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Damit sind die Kosten für Pflegedienste oder Pflegekräfte steuerlich absetzbar. Das Finanzamt erkennt dabei bis zu 20.000 € mit 20% an, sodass 4.000 € jährlich von der Steuerschuld absetzbar sind.

Wichtig dabei: Wenn Angehörige die Kosten für Pflege und Betreuung übernehmen, können sie selbst die beschriebene Steuerermäßigung in Anspruch nehmen.

Das Problem dabei: Wenn Kosten für Pflegeleistungen entstehen, sind diese in aller Regel vorrangig als außergewöhnliche Belastungen absetzbar.

In diesem Fall sind dann aber die Steuerermäßigungen wegen haushaltsnaher Dienstleistungen ausgeschlossen und die Kosten müssen als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden. Sie werden dann zwar unbegrenzt anerkannt, nach unten gibt es aber durch die zumutbare Belastung einen Sockelbetrag, der sich steuerlich nicht auswirkt. Für diesen Rest-Betrag ist dann allerdings eine Absetzbarkeit als haushaltsnahe Dienstleistung gegeben. So ist unter dem Strich der Restbetrag als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar.

Gesetzliche Leistungen werden angerechnet

In vielen Fällen zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung den Pflegebedürftigen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Diese Leistungen werden angerechnet, wenn sie ausschließlich und zweckgebunden für Pflege- und Betreuungsleistungen bestimmt sind.

Dazu zählen z.B. Pflegesachleistungen oder Kostenersatz für zusätzliche Betreuungsleistungen. Das Pflegegeld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung muss dagegen  grundsätzlich nicht auf die Aufwendungen angerechnet werden, die steuerlich geltend gemacht werden. Denn das Pflegegeld wird nicht zweckgebunden für professionelle Pflegedienste gezahlt.

Pauschbeträge beachten

Wichtig ist für Betroffene auch, dass die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung mit der Bewilligung von bestimmten Pauschbeträgen kollidieren kann. Wenn Pflegebedürftige einen Behinderten-Pauschbetrag in Anspruch nehmen, kann für die haushaltsnahe Dienst- und Pflegeleistungen keine Steuervergünstigung mehr beantragt werden. Und wer selbst einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut, hat Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag von 924 €. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Pflegetätigkeit nicht bezahlt wird.

Und das heißt: Leitet der Pflegebedürftige das Pflegegeld an den Pflegenden weiter, kann der den Pauschbetrag nicht mehr in Anspruch nehmen, weil es dann an der dafür erforderlichen Unentgeltlichkeit der Pflegeleistung mangelt.

9. April 2010

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.