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Pflegestufen: Mit diesen Leistungen können Sie 2016 rechnen

Jeder zweite Mensch wird im Laufe seines Lebens irgendwann pflegebedürftig. Die Pflegeversicherung sichert dabei das finanzielle Risiko der Pflegebedürftigkeit ab. Sie soll es den Pflegebedürftigen ermöglichen, ein selbst bestimmtes Leben zu führen.

Allerdings ist die Pflegeversicherung keine Vollversicherung. Sie stellt eine soziale Grundsicherung dar, die zusätzliche Eigenleistungen erforderlich macht. So kann eine private Pflegezusatzversicherung die finanzielle Lücke im Pflegefall schließen.

Wenn der Pflegefall eintritt

In Deutschland sind ca. 2 Millionen Menschen pflegebedürftig. Dabei gilt als pflegebedürftig, wer wegen einer Krankheit oder Behinderung dauerhaft auf Hilfe bei den Verrichtungen des täglichen Lebens angewiesen ist. Eine genaue Definition findet man im Gesetzestext.

Pflegeleistungen erhält, wer pflegebedürftig ist, die erforderliche Vorversicherungszeit von 2 Jahren in den letzten 10 Jahren vor Antragstellung in der Pflegeversicherung erfüllt und einen Antrag auf Leistungen gestellt hat.

Die Prüfung durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen

Die Pflegeversicherung ist für alle Pflicht, egal ob gesetzlich oder privat versichert. Ist der Pflegefall eingetreten und hat der Versicherte einen Antrag gestellt, erhält er Besuch von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen.

Dieser beurteilt, in welchem Umfang der Versicherte auf Hilfe angewiesen ist. Danach richtet sich die Pflegestufe, die der Gutachter für den Versicherten festlegt. Insgesamt gibt es vier verschiedene Pflegestufen.

Die Festlegung der Pflegestufe nach dem Umfang der nötigen Hilfe

Da immer mehr Menschen an Demenz erkranken, wurde zusätzlich zu den drei Pflegestufen I bis III die Pflegestufe 0 eingeführt, die einen kleinen monatlichen Zuschuss gewährt. Davon können die Angehörigen zum Beispiel eine Betreuung für einen oder zwei Nachmittage in einer Einrichtung der Tagespflege organisieren.

In Pflegestufe I werden erheblich Pflegebedürftige eingestuft, in Stufe II schwer Pflegebedürftige und in Stufe III Schwerstpflegebedürftige. Bereits für die Pflegestufe I muss jemand für wenigstens 90 Minuten pro Tag auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Mindestens 45 Minuten täglich müssen dabei auf die sogenannte Grundpflege entfallen, wie zum Beispiel Hilfe beim Aufstehen und Anziehen, bei der Körperpflege oder beim Essen.

Welche Leistungen in den Pflegestufen erbracht werden

Die Pflegeversicherung erbringt sowohl Geld- als auch Sachleistungen, mit denen die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung finanziert wird. Dabei ist eine Kombination beider Leistungsarten möglich.

Wenn die Pflegebedürftigen Leistungen im ambulanten Bereich in Anspruch nehmen, erhalten sie 2016 Pflegegeld in Höhe von 123 € in Pflegestufe 0, in Höhe von 244 € in Pflegestufe I, 458 € in Pflegestufe II oder 728 € in Pflegestufe III. Bei Demenz gelten in den Stufen I und II höhere Sätze.

Wenn die Hilfeleistung von professionellen Pflegediensten erbracht werden, heißen sie Pflegesachleistung und es gelten höhere Pflegesätze: In Stufe 0 sind dies 231 €, in der Pflegestufe I 468 €, in Pflegestufe II 1.144 € und in Stufe III 1.612 €. Wiederum gelten im Falle der Demenz für die Pflegestufen I bis III höhere Pflegesätze. Härtefälle, mit oder ohne Demenz, können bis zu 1.995 € monatlich erhalten.

Reicht die häusliche Pflege nicht aus, kann sie auch in stationären Einrichtungen erfolgen. In der vollstationären Pflege werden für die Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftliche Versorgung in Pflegestufe I 1.064 €, in Pflegestufe II 1.330 € und in Pflegestufe III 1.612 € gezahlt. Auch hier erhalten Härtefälle bis zu 1.995 € monatlich.

Allerdings müssen in stationären Einrichtungen Unterkunft und Verpflegung der Heimbewohner aus eigenen Mitteln bestritten werden. Deshalb ist eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll.

Notwendigkeit einer privaten Zusatzversicherung

Insgesamt decken die Leistungen der Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten im Pflegefall ab. Den Rest müssen Pflegebedürftige von ihrer Rente oder aus ihrem Vermögen bestreiten. Ist dies nicht möglich, übernehmen die Sozialhilfeträger die zusätzlichen Kosten. Dabei kann es passieren, dass Kinder für die pflegebedürftigen Eltern Unterhalt zahlen müssen.

Aber eine private Pflegezusatzversicherung kann die finanzielle Lücke im Pflegefall schließen. In Frage kommen Pflegegeldversicherungen sowie Pflegekosten- und Pflegerentenversicherungen. Egal um welchen Versicherungstyp es sich letztlich handelt, sollte eine solche Police möglichst in jungen Jahren abgeschlossen werden, wenn der Gesundheitszustand noch nicht beeinträchtigt ist.

22. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.