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Plunge Protection Team: Krisenbewältigung à la USA

Bei starken Kurseinbrüchen, die sich wie durch ein Wunder wieder erholen und stabilisieren fällt oftmals der Name vom „Plunge Protection Team“ (kurz „PPT“). Diesen Namen hat die Arbeitsgruppe der Tageszeitung „Washington Post“ zu verdanken, die das Team allein auf den Versuch reduzierte, starke Kurseinbrüche zu verhindern („plunge protection“ = Schutz vor dem Börsensturz).

Ziel des nach dem Finanzcrash 1987 ins Leben gerufenen Teams ist es jedoch auch, Schieflagen der Finanzmärkte entgegenzuwirken und Lösungswege aufzeigen zu können. Besonders das Vertrauen von Investoren in die Finanzmärkte soll durch das „Plunge Protection Team“ gestärkt werden.

So soll das „PPT“ auch während der Finanzkrise 2007 durch ihr Eingreifen zur Stabilität der Finanzmärkte beigetragen haben. Inwieweit dies durch Aktienstützkäufe oder einer lockeren Geldpolitik zur Unterstützung der Investitionstätigkeit vorangetrieben wurde, bleibt eine Frage der Interpretation.

Gründung des „Plunge Protection Teams“

Das „Plunge Protection Team“ wurde als Reaktion auf den Börsencrash 1987, auch als „Schwarzer Montag“ bekannt, von dem amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan ins Leben gerufen.

Das „PPT“ sollte den amerikanischen Aktienmärkten Lösungswege aus der Krise aufzeigen, um für mehr Ordnung und Wettbewerb an den Börsen zu sorgen. Ein weiterer zentraler Aufgabenpunkt war zudem, das Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte zu stärken und einen Massenverkauf bei Kursstürzen zu vermeiden.

Mitglieder des „PPT“

Das „PPT“ besteht seit seiner Gründung aus den 4 wichtigsten Wirtschaftsvertretern der USA:

1. der amerikanischen Finanzminister, der auch den Vorsitz der Arbeitsgruppe einnimmt.

2. die Vorsitzenden des Aufsichtsrates der US-Notenbank Federal Reserve (Fed)

3. die Vorsitzenden der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (United States Securities and Exchange Commission)

4. die Vorsitzenden der Finanzmarktaufsichtsbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission)

Kritik an der Eingreiftruppe

Den hochrangigen Mitgliedern des „Plunge Protection Teams“ wird oftmals zum Vorwurf gemacht, ihre Machtbefugnisse zu überschreiten. Die Manipulation der Finanzmärkte durch Stützkäufe von Aktien und Aktienindex-Futures stellt dabei den schwersten Vorwurf dar.

Begründet wird diese Beschuldigung durch die Aussage von Robert Heller, einem früheren Aufsichtsratsmitglied der Fed, der die Ansicht vertrat, dass anstatt einer lockeren Geldpolitik eher der Kauf von Aktienindex-Futures vorangetrieben werden solle. Diese Kursunterstützung ist jedoch gesetzlich untersagt. Der Fed wird durch die Aussage Hellers jedoch genau diese Handlungsweise unterstellt.

Auch das Finanzministerium und wichtige Banken stehen bei Verschwörungstheoretikern unter Generalverdacht. Beweisen lassen sich solche Vermutungen allerdings nicht.

Rettungsteam oder Machtmissbrauch?

Dem „Plunge Protection Team“ wird von zahlreichen Verschwörungstheoretikern gerne die Manipulation der Finanzmärkte durch Aktienkäufe vorgeworfen. Auch während der Finanzkrise 2007 soll das Team zahlreiche Stützkäufe vorgenommen haben.

Fakt ist: in einem Bericht des „PPT“ zur Finanzkrise 2007 wird zwar deutlich klargestellt, dass Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte getroffen wurden, Aktienkäufe werden jedoch nicht erwähnt. Inwiefern die Manipulationsvorwürfe berechtigt sind, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden.

Als Anleger sollte man sich von solchen Gerüchten jedoch ohnehin nicht beeinflussen lassen. Am Ende zählen Dinge wie die fundamentalen Daten und der gesunde Menschenverstand mehr als mögliche Manipulationen durch das „PPT“.

1. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.