Was ist das denn?
Das mag sich heute Morgen so mancher Deutsche Bank-Aktionär gefragt haben, als er diese Nachrichten las:
„Die Deutsche Bank hat im zurückliegenden Quartal einen Vorsteuerverlust von 351 Mio. Euro erwirtschaftet. Dank einer Steuergutschrift von 537 Mio. Euro kam das größte deutsche Geldhaus unter dem Strich auf ein Plus von 186 Mio. Euro. Das ist weniger als ein Drittel des Nettogewinns im Vorjahreszeitraum, als die Bank noch 605 Mio. Euro verdiente.“
Das sind ja Worte, die überhaupt nicht zusammen passen
Auf der einen Seite „Deutsche Bank“, auf der anderen Seite „Vorsteuerverlust“.
Wie kann so etwas geschehen?
Die Lösung des Rätsels ist nicht überraschend.
Hauptgrund für das schlechte Quartalsergebnis war ein Vorsteuerverlust von 422 Mio. Euro im Investment-Banking, traditionell der größte Ertragsbringer der Deutschen Bank. Die Verunsicherung über Euro-Krise und Konjunkturentwicklung haben in den vergangenen Monaten das Kapitalmarktgeschäft weltweit beeinträchtigt.
Gut, jetzt könnte ich süffisant sagen:
Hätte die Deutsche Bank ihr Kreditgeschäft so intensiv betrieben, wie man es bei den spottbilligen Refinanzierungs-Zinsen der Europäischen Zentralbank erwarten dürfte, hätte man zumindest einen Teil des Verlustes im Investment-Banking abfangen können.
Aber das sage ich natürlich nicht und kritisiere auch in keiner Weise die Geschäftspolitik der deutschen Großbanken, die lieber intensiv Investment-Banking betreiben, als die deutsche Industrie mit günstigen Krediten zu versorgen.
Übrigens war es dann doch nicht so schlimm mit der Deutschen Bank
Der Jahresgewinn 2011 lag um +86% über dem des Jahres 2010.
Die Reaktion des Aktienmarktes auf diese Zahlen fällt dann auch recht gemäßigt aus. Aktuell notiert die Aktie der Deutschen Bank nur leicht im Minus.
Point&Figure Deutsche Bank: +52% Potenzial
Auch der Point&Figure-Chart der Deutschen Bank-Aktie zeigt an, dass die Investoren in den letzten Wochen wieder Vertrauen in diesen Wert gefasst haben.
Die Aktie der Deutschen Bank befindet sich in einem intakten Point&Figure-Kaufsignal mit dem berechneten Kursziel von 51 Euro.
Das entspricht, bezogen auf den aktuellen Kurs von rund 33,50 Euro einem Kurspotenzial von satten +52%.
Das ist „eine Menge Holz“.
Widerstandszone zwischen 36 und 37 Euro
Auf dem Weg zu diesem mehr als erfreulichen Kursziel, das über dem Jahreshoch 2011 von rund 48 Euro liegen würde, wartet die Widerstandszone von 36 bis 37 Euro auf die Bullen.
Hier hatte die Aktie der Deutschen Bank am 30. Oktober 2010 und am 18. Juli 2011 durch die Ausbildung zweier Tiefs eine Unterstützung geschaffen, die am 3. August 2011 brach.
Damit „mutierte“ diese Unterstützung zu einem Widerstand. Der Grund ist, dass viele Anleger, die zu diesen Kursen gekauft haben, jetzt versuchen werden, hier wieder ohne Verlust zu verkaufen.
Ihre Verkäufe werden den Ansturm der Bullen mit hoher Sicherheit zumindest erst einmal „ausbremsen“.
Unterstützung zwischen 29 und 30 Euro
Der Kurs der Deutschen Bank findet seine nächste Unterstützung im Bereich von 29 bis 30 Euro. Hier verläuft ein ehemaliger Widerstand, der nach seinem Bruch nun als Unterstützung fungiert.
Fazit:
Mit einem aktuellen Kurs von rund 33,50 Euro befindet sich die Aktie der Deutschen Bank fast exakt zwischen ihrer Unterstützung bei rund 30 Euro und ihrem nächsten Widerstand bei rund 36 Euro.
Das ergibt ein Verhältnis von Chance zu Risiko von 1:1.
Und das ist nicht sonderlich attraktiv. Ein Rücksetzer bis an die 30 Euro oder ein Durchbrechen des Widerstands durch Überschreiten von 37 Euro würden das verbessern.
Bis es soweit ist, gibt es sicherlich genug andere Aktien mit einem aktuell besseren Verhältnis von Chance zu Risiko.



