Eines muss man den Börsen aktuell lassen:
Langweilig wird es nie. Selbst ein scheinbarer Hort der Sicherheit und Stabilität wie das Gold weiß uns Anleger und Analysten zu beschäftigen.
Natürlich ist es einfach, die hohe Schwankungsbreite auch beim Gold generell den „bösen“ Spekulanten „in die Schuhe zu schieben“.
Aber was würden Sie als Goldpreis tun, wenn täglich wechselnde Nachrichten von der Euro-Krise, einer möglichen Iran-Krise und ständig wachsender Schuldenproblematik auf sie einprasseln würden?
Genau. Sie wüssten auch nicht so recht, wohin sie sich wenden sollten und wären daher, so wie das Gold, von einer klaren charttechnischen Lage „meilenwert“ entfernt.
Aufklärung über die nun wichtigen Marken beim Goldpreis ermöglicht uns die Charttechnik, denn die ständig wechselnden fundamentalen Daten und Erwartungen bringen uns als Anleger kaum weiter.
Goldpreis: Kaufsignal unter Widerstandsblock
Auf den ersten Blick bietet der Point&Figure-Chart des Goldpreises einen für die Bullen erfreulichen Anblick.
Mit dem Überschreiten von 1.660 USD pro Feinunze wurde am 12. Januar ein Point&Figure-Kaufsignal generiert.
Das erkennen Sie im Chart daran, dass die letzte X-Säule die vorletzte X-Säule um ein X überschreitet.
Ein Kaufsignal ist natürlich erst einmal etwas Positives für die Bullen. Aber dieses Kaufsignal hat einen kräftigen Haken.
Direkt über dem aktuellen Kurs liegt eine starke Widerstandszone. Sie beginnt bei 1.680 USD. Hier wurden am 11. Oktober ein signifikantes Zwischenhoch und am 21. November ein deutliches Zwischentief generiert.
Noch bedeutender als Widerstand ist die Baisse-Resistance des Point&Figure-Verkaufssignals vom 12. Dezember. Diese verläuft als rot eingezeichnete fallende Gerade direkt im nächsthöheren „Stockwerk“ zwischen 1.700 und 1.720 USD pro Feinunze.
Damit steht der Goldpreis vor einem wahren Widerstandsblock zwischen 1.680 und 1.720 USD. (Im Chart als schwarzes Rechteck eingezeichnet.)
Bruch der 1.720 USD schafft neues Potenzial
Sollte es dem Goldpreis nun gelingen, die Marke von 1.720 USD zu durchbrechen, hätte der Kurs schnell Potenzial bis 1.800 USD. Wenn auch diese fallen sollten, läge das Allzeithoch im Bereich von 1.940 USD im Visier der Anleger.
Fazit:
Der Goldpreis ist aktuell unter der breiten Widerstandszone von 1.680 bis 1.720 USD gefangen.
Ein Ausbruch über diese Zone würde weiteres Aufwärtspotenzial bis zuerst 1.800 und dann 1.940 USD eröffnen.
Aber noch ist es nicht soweit und es besteht immer noch die recht hohe Wahrscheinlichkeit eines Rückschlags beim Goldpreis.
Solange der Goldpreis weder die 1.720 USD überschreitet, noch den Rückmarsch antritt, bleibt eine Entscheidung über den weiteren mittelfristigen Trend noch offen.



