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Politiker-Vorstoß: Kommt jetzt die Obergrenze für Bargeld?

Für die einen ist Bargeld das Einfallstor zu Kriminalität, Geldwäsche und Steuerhinterziehung, für die anderen Ausdruck persönlicher Selbstbestimmung.

Im Spagat zwischen Freiheit und Kontrolle geht der Trend zur Überwachung von Geldtransfers. Nicht nur Bareinzahlungen auf der Bank werden zunehmend beschränkt, auch haben immer mehr Länder eine generelle Obergrenze für Bargeld.

Obergrenze für Bargeld greift in Europa um sich

In Frankreich etwa darf ab 1.000 € nur per Karte bzw. Überweisung bezahlt werden, ebenso in Italien, in Spanien liegt das Limit bei 2.500 € und in Griechenland bei 1.500 €. Für Touristen gelten teilweise andere Sätze.

In Europa gehören Österreich und bislang noch Deutschland zu den wenigen Ländern ohne Beschränkung. Doch der Druck zur Einführung einer Obergrenze für Bargeld wächst auch hierzulande. Nachdem die Deutsche Bank von der mittelfristigen Abschaffung von Bargeld sprach, hat die Regierung eine Grenze von bis zu 5.000 € im Visier.


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Auch für Anleger ist das ein weiterer Schritt zur völligen Kontrolle der Vermögensverfügungen. Und nicht nur das: Zwar bringt Bargeld an sich keine Renditen, doch es bietet sich zum Beispiel an, vor Negativzinsen der Banken zu flüchten. Wer aber zwangsweise sein Vermögen als Buchgeld halten muss, hat diese Möglichkeit nicht mehr.

Mehr Abhängigkeit von Banken

Bargeld ist Zentralbankgeld, das physisch greifbar gerade in unsicheren Zeiten eine Sicherheit in Form von Unabhängigkeit vermittelt. So ist in der Finanzkrise 2008 die Nachfrage nach Bargeld weltweit gestiegen. Die Sicherheit von Geldeinlagen als Buchgeld indes hängt von der Zahlungsfähigkeit der Kreditinstitute und den jeweiligen Sicherungssystemen ab.

Wer in der Krise über Bargeld verfügt, hat sein Vermögen in der Hand und ist nicht auf eine Forderung gegenüber der Bank angewiesen. Zudem ist er unabhängig vom Funktionieren irgendwelcher elektronischer Bezahlsysteme. Abgesehen davon bieten auch die keinen 100%-igen Schutz gegen Kriminalität. Dazu gehört ebenso das Thema Datenschutz.

Wenn Obergrenzen für Bargeld Transaktionen auf die Bank verlagern, bekommt nicht nur der Staat mehr Kontrolle, die Datenströme können zunehmend auch kommerziell ausgebeutet werden.

Bargeld als Teil der Privatsphäre

Die grundgesetzlich geschützte Handlungsfreiheit unterliegt zwar genauso wie Eigentum gewissen Einschränkungen. Die Frage aber ist: Wo liegt die Grenze, ab der offen gelegt werden muss, wer wem und wofür Geld zukommen lässt? Bei 1.000 € oder auch 5.000 € geht in immer mehr Bereichen die Anonymität verloren. Gold beispielsweise kann bislang bis 15.000 € anonym in bar gekauft werden. Bei einer Obergrenze ist auch dies Vergangenheit.

Dasselbe gilt etwa beim Kauf von wertvollem Schmuck oder Kunstwerken. Die Barzahlung größerer Summen wird außerdem häufig mit Rabatten und Preisnachlässen belohnt. Bargeld ist eben das liquideste Zahlungsmittel. Es steht sofort zur Verfügung. Bei Überweisungen ist das Geld in der Regel erst einen Tag später gutgeschrieben. Liegt ein Wochenende dazwischen, dauert es entsprechend länger.

Kriminalität? Die verlagert sich nur

Die Bundesbank jedenfalls mahnt zur Vorsicht bei der Einführung einer Obergrenze für Bargeld und verweist unter anderem auf die Erkenntnis, dass hierzulande gut 80% aller Transaktionen in bar abgewickelt werden. Das Argument der Bekämpfung von Schwarzgeld, Steuerhinterziehung und Kriminalität hält sie für wenig stichhaltig.

Solange Bargeld nicht weltweit eingeschränkt ist, lässt es sich zum Beispiel ohne weiteres in Fremdwährungen umtauschen und auf Konten in Hongkong oder Singapur verschieben. Auswege gibt es je nach Größenordnung und Gesinnung genügend. Im Ergebnis bleibt vor allem eine Einschränkung der bisherigen Wahlfreiheit zwischen Bargeld und Bank.

Und die Banken haben kein Interesse an Münzen und Scheinen. Sie wollen Kunden, die zu ihren Konditionen Gebühren zahlen. Bei gesetzlichen Bargeldgrenzen lassen sich auch Strafzinsen auf Geldeinlagen einfacher durchsetzen.

16. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.