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Politischer Konsum: Bewusstes Ausdrucksmittel

Wer seinem Unmut über politische oder gesellschaftliche Phänomene Ausdruck verleihen möchte, sollte als politischer Konsument seinen Status als Verbraucher ausnutzen und sein Kaufverhalten bewusst steuern.

Jeder Konsument – und das ist jeder in dieser Gesellschaft – kann politisch konsumieren. Dieser Artikel erklärt den Begriff und informiert politisch interessierte Menschen, wie sie ihre Meinung im alltäglichen Leben vertreten können.

Der Begriff Politischer Konsum stammt aus der Politikwissenschaft und ist vom englischen „political consumerism“ abgeleitet.

Mit Politischem Konsum ist ein spezielles Kaufverhalten von Konsumenten gemeint, das von einer gezielten Motivation geprägt ist. Diese ist stabil, langfristig und bewusst und soll eine Botschaft vermitteln.

Buycott vs. Boykott

Durch den bewussten Konsum versuchen Verbraucher, aktiv auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Einfluss zu nehmen.

Zu diesem Zweck kaufen politische Konsumenten vermehrt bestimmte Produkte, was sich „buycott“ nennt. Wenn Konsumenten den Kauf von gewissen Produkten absichtlich vermeiden, nennt sich dies „boycott“.

Mehr zum Thema: Konsum: Eine Definition

Häufig werden die Begriffe ethischer und politischer Konsum gleichbedeutend verwendet. Dabei betont ethischer Konsum eher die Gewissensentscheidung, also weshalb eine Person ein bestimmtes Produkt kauft oder nicht kauft. Politischer Konsum zeigt sich in der tatsächlichen Auswirkung auf das Kaufverhalten. Hiermit ist eher die finale Motivation gemeint.

Durch diese Motivationen können politischer Konsum und privater Konsum klar voneinander abgegrenzt werden. Privater Konsum folgt rein privaten Interessen, politischer Konsum geht darüber hinaus und vertritt ein öffentliches Interesse.

Merkmale der Konsumgesellschaft

Prinzipiell gilt, dass Deutschland ebenso wie weitere große Teile der westlichen Welt zur sogenannten Konsumgesellschaft gehört. Ein Merkmal der Konsumgesellschaft ist das übergroße Warenangebot, das zahlreiche Konzerne bereitstellen.

Dieses Warenangebot übersteigt bei weitem die Produkte, die nötig sind, um den lebensnotwendigen Grundbedarf zu decken.

Der Hauptgrund für die Entstehung der Konsumgesellschaft ist die Entwicklung von Werbung seit den 1850er Jahren in Zusammenhang mit der industriellen Revolution.

Darüber hinaus zählen der Bau von Supermärkten und Warenhäusern und die Entstehung von Filialketten seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ebenfalls zu den Verursachern von gesteigertem Konsum.

Ein politischer Konsument will sich diesem System nicht einfach unterordnen und die Entwicklungen am Markt so hinnehmen wie sie sind. Ein zielgerichtetes Kaufverhalten soll Ausdruck seiner persönlichen Meinung sein.

Für Verbraucher ist es wichtig, ihre Stellung am Markt zu kennen

Ein Beispiel für politischen Konsum ist der immer wieder aufkommende Aufruf zum Boykott einer Tankstellen-Kette. Dadurch, dass Verbraucher nicht mehr bei einem speziellen Öl-Konzern tanken, soll ein Statement gegen zu hohe Benzinpreise und den großen Einfluss von Ölkonzernen gesetzt werden.

Mehr zum Thema: Konsum und Umwelt hängen eng zusammen

Konsumenten wollen auf diese Weise ihre Macht am Markt präsentieren und demonstrieren, dass die Nachfrage das Angebot bestimmt und Konzerne auf Konsumenten angewiesen sind. Auch der Verzicht auf Fleisch beziehungsweise auf tierische Produkte kann ein Ausdruck von ethischem oder politischem Konsum sein.

31. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.