von Janne Joerg Kipp

Portugal, Spanien und Euro 2011: Risiko nimmt stark zu

Wenn Sie in Immobilien investieren möchten, auf keinen Fall in Spanien. Chefredakteur Tobias Mahlstedt hilft 2011 auch in Deutschland zu anständigen Renditen. Wir halten Spanien für die nächste Eurobaustelle.

2011 wird als das Jahr des Risikos für den Euro in die Geschichte eingehen. Wir hatten das Desaster in Griechenland vor Monaten noch einmal betont, als viele Analysten Entwarnung gaben. Portugal hat verharmlost, wir blieben bei der Einschätzung für 2011. Jetzt kratzt Spanien an daen Grundfesten des Euro. Das Risiko steigt. Die sinkenden Immobilienpreise auf Mallorca etwa nehmen Sie am besten nicht als Investmentgrundlage.

2011 wird das Risiko für den Euro dank Portugal und Spanien schnell steigen

Portugal erhält Rettungshilfen von der Eurozone. Lange wehrte sich die Regierung in Lissabon gegen die Unterstellung, das Geld zu brauchen. Wir haben hier angekündigt, dass dies nur Politik ist. Spanien macht es ähnlich und will angeblich kein Geld. Das Risiko für den Euro wird 2011 stark zunehmen. Wir sind sicher und empfehlen Ihnen, sich zu schützen.

Fakt ist, dass die Immobilienblase in Spanien noch gar nicht geplatzt ist. Sie ist, um im Bild zu bleiben, angepiekst. Die Preise sind nicht nur um gut 15% bis 20% gesunken, regional teils noch deutlich stärker. Sie werden weiter fallen. Der Grund ist fast sichtbar: Immobilien, die leer stehen, ganze Wüsten, fehlende Nachfrage und Banken, die diese Immobilien entweder direkt abschreiben müssen oder als Veräkufer ohne Nachfrage auftreten.

Arbeitslosigkeit steigt erneut

Die Krisendaten zeigen sich auch in anderen Bereichen, ausgerechnet bei der Immobilieneinschätzung in Spanien und an den Börsen jedoch nicht. So ist die Arbeitslosenquote im ersten Quartal 2011 erneut angestiegen. Trotz aller Regierungsprogramme, die entgegensteuern wollten und sollten.

Der aktuelle Wert beträgt 21,3% - aller offiziell Arbeitssuchenden. Rechnen Sie damit, dass noch eine weitere „Reservearmee“ existiert, die derzeit nicht zum Zug kommt. Das sind nicht nur statistische Werte ohne Bedeutung, sondern Schicksale, die direkt die Nachfrage nach Immobilien etwa beeinflussen. Und damit auch die Bilanzen der Großbanken, die derzeit an den Börsen hoch gehandelt werden.

Glück haben Banken und andere Großkonzerne derzeit mit der hohen Inflationsrate. Die ist auf 3,8% gestiegen und damit 1,1%-Punkte höher als offiziell in der Eurozone. Mit steigenden Preisen lassen sich Bilanzschwächen im ersten Quartal dank des damit höheren Umsatzes etwas verdecken. Der Mantel des Schweigens jedoch wird bald wieder abgedeckt.

Immer noch bleiben die Löcher im Immobilienbestand der Banken unüberbrückbar. Die Abschreibungen kommen. Und mit den Abschreibungen wird auch die Börse reagieren, die derzeit in Madrid noch munter steigt. Sorglos, wie wir aus Deutschland sagen müssen.

GeVestor.de meint: Der Hintergrund zu den spanischen Aussichten für 2011 zeigt: das Risiko wächst stark. Es nimmt von Woche zu Woche zu, in der die Kurse der Aktien steigen. Dies wird, wenn Spanien auch den Rettungsschirm sucht, den Euro weiter schwächen. Zwei Empfehlungen dazu: lassen Sie sich trotz gesunkener Preise nicht in spanische Immobilien hetzen. Kaufen Sie Sachwerte vor allem in Deutschland – etwa selbst genutzte oder im Zweifel vermietete Immobilien gehören bei uns dazu.

 
 

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.