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Praxiswissen Steuern: Die Quellensteuererstattung

Die Zinsen auf Sparbücher und Festgeldkonten fallen derzeit sehr mickrig aus. Dagegen gelten Dividenden als die neuen Zinsen.

Und warum nicht über die Grenzen Deutschlands hinwegschauen, um an den teilweise hohen Dividenden ausländischer Unternehmen teilzuhaben?

Aber vergessen Sie dabei nicht die ausländischen Steuerbehörden, denn diese zwacken Ihnen von der ausländischen Dividende erstmal Steuern ab (Quellensteuer). Anschließend folgt noch der hiesige Fiskus und besteuert die Dividende noch einmal.

Die Quellensteuererstattung: Einfach erklärt

In Deutschland gilt das Welteinkommensprinzip. Wer hier seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, zahlt in Deutschland auch auf seine Geldanlagen Steuern.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um inländische oder ausländische Aktiengesellschaften handelt.

Das bedeutet, dass die inländische Depotbank, soweit der Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft ist, von den Dividenden 25% plus Soli plus ggf. Kirchensteuer von den Dividenden einbehält.

Wenn der ausländische Staat von einer Dividende Quellensteuer einbehält, so rechnet die inländische Depotbank sie zwar automatisch auf die Abgeltungsteuer an. Aber die Anrechnung beläuft sich nur maximal auf 15%.

Und das gilt nur, wenn die ausländischen Staaten den ausländischen Investoren keine Ermäßigung ihrer Quellensteuer gewähren.

Steuerregelungen in anderen Ländern

Wird den Ausländern ein Anspruch auf Ermäßigung gewährt, müssen sie diese auf eigene Faust im Ausland durchsetzen. Sie können sich durch einen Erstattungsantrag die gezahlte Quellensteuer wieder erstatten lassen. In einigen Ländern läuft dies problemlos, so z. B. in den USA, in Großbritannien oder der Schweiz.

In anderen Ländern dagegen laufen die Verfahren eher kompliziert und langsam.

Dazu gehören Frankreich und Italien. In Frankreich beispielsweise langt der französische Fiskus gleich mit 21% zu. Davon werden 15% auf die Abgeltungsteuer angerechnet. Innerhalb von vier Jahren kann sich der Anleger die restlichen 6% zurückholen.

Allerdings werden die Erstattungsanträge, die der Anleger persönlich ausgefüllt hat, gar nicht erst bearbeitet. Es werden nämlich nur Erstattungsanträge bearbeitet, die über die jeweilige Depotbank eingereicht werden.

Und diese Rolle lässt sich eine Depotbank natürlich gerne bezahlen.

Kleinanleger können also die französische Quellensteuer gleich als Kosten bei der Renditeberechnung einplanen.

Ihre Quellensteuererstattung: Das richtige Vorgehen

Auf den Seiten des Bundeszentralamtes für Steuern werden Antragsvordrucke und Adressen ausländischer Steuerbehörden bereitgestellt. Auch Ihre Depotbank wird den Service anbieten, das Quellensteuererstattungsverfahren zu übernehmen.

Allerdings nagt das an Ihrer Rendite, da sich die Depotbanken dafür bezahlen lassen.

Neben dem Antrag auf Quellensteuererstattung benötigen Sie von Ihrem Wohnsitzfinanzamt noch eine Ansässigkeitsbestätigung.

Diese Bestätigung fügen Sie dem Antrag einfach bei. Nach etwa drei bis sechs Monaten dürfte dann aber die Erstattung auf Ihrem Konto sein.

Quellensteuererstattung: Beispiel Schweiz

Die Dividendenzahlung eines Schweizer Unternehmens an einen in Deutschland ansässigen Kapitalanleger unterliegt der Quellensteuer (in der Schweiz „Verrechnungssteuer“ genannt).

Diese beträgt in der Schweiz für Dividenden 35% und wird bei Ausschüttung automatisch von Ihrer depotführenden Bank einbehalten. Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit der Schweiz sind auf die Abgeltungsteuer 15% von der Quellensteuer anzurechnen.

Den Rest in Höhe von 20% können Sie sich von der eidgenössischen Steuerverwaltung in der Schweiz über einen Antrag wieder zurückholen.

Und so stellen Sie den Antrag auf Erstattung der Quellensteuer in der Schweiz:

  1. Gehen Sie im Internet auf die Homepage der Eidgenössischen Steuerverwaltung
  2. Dort unter dem Reiter „Dienstleistungen“ gehen Sie auf den Menüpunkt „Verrechnungssteuer“ und klicken Sie anschließend links „Wohnsitz im Ausland“ an.
  3. Suchen Sie sich in der Liste den Antrag für Deutschland heraus. Beachten Sie bitte, dass Sie zusätzlich das Programm „Snapform Viewer“ benötigen. Dies finden Sie ebenfalls auf dieser Seite.
  4. Füllen Sie den Antrag aus und lassen Sie sich von Ihrem Finanzamt bestätigen, dass Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Anschließend schicken Sie den Antrag zusammen mit dem Tax Voucher, den Sie bei der Dividendenausschüttung von Ihrer Depotbank bekommen haben sollten, an die Eidgenössischen Steuerverwaltung.
  5. Die Schweizer Steuerverwaltung überweist Ihnen nach Bearbeitung den Betrag auf Ihr Konto. Dies kann u. U. einige Zeit in Anspruch nehmen. Beachten Sie, dass der Erstattungsbetrag in Schweizer Franken festgestellt wird. Die Umrechnung und Überweisung kann eine kleine Gebühr kosten.

26. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dirk Schöbel
Von: Dirk Schöbel. Über den Autor

Dirk Schöbel ist Diplom-Kaufmann und für einen Steuerberater, wie auch als Finanzredakteur tätig. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen die Vermögensberatung und -analyse unter Berücksichtigung der steuerlichen Gegebenheiten.