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Preisbildung im Oligopol

Unter Oligopol versteht man eine Marktform, in der wenige Anbieter einer Vielzahl von Nachfragern gegenüberstehen.

Besonders kennzeichnend für ein Oligopol ist die Reaktionsverbundenheit der verschiedenen Anbieter.

Dadurch, dass es nur sehr wenige Anbieter in einem Oligopol gibt, hat jeder einzelne Anbieter eine recht hohe Marktmacht und kann daher den Markt hinsichtlich der Preise und Mengen stark beeinflussen.

In Deutschland gibt es beispielsweise auf dem Mobilfunkmarkt ein Oligopol, da es nur vier große öffentliche Netzbetreiber gibt und Millionen von Mobilfunknutzern.

Um die Wechselwirkungen zwischen den Mobilfunkbetreibern und die damit einhergehenden Nachteile und Gefahren für den Markt und die Nutzer nachvollziehen zu können, ist wichtig, die Preisbildung im Oligopol zu verstehen.

Oligopol: Definition und Erklärung

Oligopol ist eine Marktform mit wenigen Anbietern, die meist auch sehr groß sind.

Man kann das Oligopol vom Monopol und vom Polypol abgrenzen.

In einem Monopol bedient nur ein einziger Anbieter die Nachfrage.

Im Polypol stehen viele Anbieter einer Vielzahl von Nachfragern gegenüber, wie zum Beispiel in der Bekleidungs-Industrie.

Man kann grundsätzlich zwischen einem homogenen und einem heterogenen Oligopol unterscheiden.

In einem homogenen Oligopol sind die angebotenen Güter perfekte Substitute.

Ein heterogenes oder inhomogenes Oligopol zeichnet sich durch differenzierte Produkte aus.

In Deutschland gibt es auf dem Strommarkt, im Fahrtreppenbau und auf dem Mobilfunkmarkt ein Oligopol.

Der Strommarkt in Deutschland teilt sich beispielsweise auf die vier Großkonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall auf, die zusammen 80% des Erzeugungsmarktes kontrollieren.

Mehr zum Thema: E.ON-Aktie: Oligopolist im deutschen Leitindex

Diesen vier großen Anbietern stehen Millionen von Stromnutzern gegenüber, daher ist der deutsche Strommarkt ein Oligopol.

Preisbildung im Oligopol

Für ein Oligopol ist es typisch, dass die Marktmacht bei wenigen Anbietern liegt.

Diese können die Verkaufspreise für ihre Produkte relativ frei bestimmen und müssen weniger die Reaktion der Kunden als die Reaktion der wenigen Konkurrenten berücksichtigen.

Im Hinblick auf die Preisbildung gibt es in einem Oligopol mehrere Möglichkeiten.

Zum ersten kann der Fall einer Preisführerschaft eintreten. Das geschieht, wenn die anderen Marktteilnehmer einen Oligopolisten, also Anbieter, als Preisführer anerkennen.

Sie ändern dann ihre Preise nur, wenn der Preisführer es auch getan hat.

Eine weitere häufige Verhaltensform im Oligopol ist die Imitation. Hier entsteht die Preisbildung durch Nachahmung der Konkurrenten.

Außerdem kann die Preisbildung in einem Oligopol auch durch Absprachen erfolgen. In sehr engen Oligopolen mit besonders wenigen Anbietern ist die Organisation von Preis- und Mengenabsprachen sehr einfach.

Mitunter findet sich im Oligopol auch ein ruinöser Wettbewerb.

Besonders in bereits bestehenden Oligopolen können Unternehmen nur erfolgreich wirtschaften, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben.

Hier besteht für die Marktteilnehmer die Möglichkeit, die Konkurrenz durch ein besonders aggressives Preisverhalten ganz aus dem Markt zu verdrängen.

In einem Oligopol kann allerdings auch eine Preisstarrheit eintreten. Bei gleich starken Konkurrenten kann es vorkommen, dass es keiner wagt, sein Preisverhalten zu ändern. In diesem Fall bleiben die Preise in der Regel fast konstant.

Vor allem in sehr weiten und heterogenen Oligopolen kann es durchaus auch einen regulären Wettbewerb geben.

Die Preisbildung im Oligopol ist also abhängig von der Art und Beschaffenheit des Oligopols und der Größe, Konkurrenz und dem Verhalten der Anbieter.

13. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.