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Preisfeststellung für Derivate – ein komplexes Unterfangen

Gleich ob zur Depotabsicherung oder als Spekulation – wer mit Derivaten etwas Erfahrung hat und die Risiken kennt, kann viel gewinnen. Der Hebeleffekt erlaubt einen geringen Kapitaleinsatz. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind derart vielfältig, dass man auf alles Mögliche spekulieren und auf steigende wie fallende Kurse setzen kann. Doch wie kommen die Preise zustande?

Preisfeststellung Derivate: Intransparenz durch Vielfalt

Der Vorteil von Derivaten liegt vor allem im großen Einsatzspektrum, das von Aktien, Futures, Optionsscheinen und Optionen bis zu Zertifikaten reicht. Zudem ist kein Mindesteinsatz erforderlich. Kauf und Verkauf sind jederzeit möglich, am sichersten ist der Handel an der Börse.

Aufgrund dieser Vielfalt jedoch ist die Preisfeststellung für Derivate äußerst komplex. Hauptgrund: Die meisten Derivatekonstruktionen bestehen aus verschiedenen Bauteilen.

Dies erzeugt eine Intransparenz, die in keinem Vergleich etwa zur einfachen Preisfeststellung bei einer Aktie steht. Bei Aktien wird der Kurs einfach durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Steigt die Nachfrage, so legt in der Regel der Kurs zu und umgekehrt. Einfach ist das auch bei Fonds. Hier basiert der Kurs auf dem inneren Wert seiner Papiere. Bei Anleihen ist sind es das Zinsniveau, die Laufzeit, die Höhe der Zinszahlungen sowie die Schuldnerbonität.

Viele Faktoren bestimmen den Preis

In der Welt der Derivate jedoch folgt die Preisfeststellung anderen Gesetzen. Hier bestimmt sich der Kurs nicht einfach durch Angebot und Nachfrage. Den Kurs bestimmt der Emittent, den der ist Vertragspartner. Zudem hängen die Preise vom zugrunde liegenden Basiswert ab.

Je nach dem ob es sich um Futures, Optionsscheine, Zertifikate oder Hebelprodukte handelt, sie alle unterliegen verschiedenen Gesetzmäßigkeiten. Bei einigen werden die Preise zusätzlich von Restlaufzeiten mitbestimmt, bei anderen wiederum nicht. Teils gibt es Margins mit Nachschusspflicht, teils auch nicht. Zeitwerte, innere Werte – die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.

Kurz: Für die Preisbildung von Derivaten spielen je nach Konstruktion äußerst viele Faktoren eine Rolle. Ein Anleger kann die Details eigentlich kaum nachvollziehen.

Preise an der Börse

Bei der Preisfeststellung ist es grundsätzlich gleich, ob man Derivate außerbörslich (OTC) handelt oder nicht. Auch die Börse greift nur auf die Daten zurück, die sie vom Emittenten geliefert bekommt.

Der wiederum stellt dazu während der Handelszeit zu jedem Papier seine An- und Verkaufskurse. Zum Ankaufskurs ist er bereit, ein Wertpapier zu kaufen. Das ist der Kurs, zu dem auf der Gegenseite ein Anleger verkaufen kann. Will der kaufen, so ist der Verkaufskurs entscheidend.

Die Börsen heben gerne hervor, dass sie selbst die besseren Preise bieten. Allerdings kommen hier Gebühren hinzu. Zumindest jedoch ist der Handel dort standardisiert und für Anleger sicherer. Die Börse bringt Käufer und Verkäufer zusammen, wickelt die Geschäfte über ihre Clearingstelle ab und steht auch für die Bonität der Partner ein.

4. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.