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Preisindex: Deutschland unter der Lupe

Oftmals ist von „Inflation“ die Rede und in Krisenzeiten spricht man von Geldentwertung.

Doch letztendlich handelt es sich nur um die Preisentwicklung einzelner Produktgruppen wie Nahrungsmittel, Energie, Mieten etc.

Die Einflussfaktoren auf die Inflationsrate sind vielfältig – ein kurzer Überblick über die Situation in Deutschland.

Der Preisindex in Deutschland – 2 Berechnungen

Für das Ziel der Preisniveaustabilität wird als Indikator die prozentuale Veränderung eines Preisindices gegenüber dem Vorjahresmonat oder gegenüber dem Vormonat ausgewiesen.

Hierbei werden die Preise eines Waren- oder Güterkorbes in gleicher Zusammenstellung zwischen einem Ausgangsmonat (oder Basisjahr) und dem aktuellen Monat bzw. dem Vorjahresmonat berechnet.

Handelt es sich bei der Berechnung um den aktuellen Monat, so ist von dem sogenannten Paasche-Index die Rede. Liegt ein Güterkorb aus einem Basiszeitraum der Berechnung zugrunde, so heißt dieser Laspeyres-Index.

Mehr zum Thema: Preisindex berechnen – So verändern sich ihre Lebenskosten

In der Praxis werden vorrangig die Laspeyres-Indizes verwendet, da sie den besten Aufschluss über die Preisentwicklung einer Volkswirtschaft geben können.

Preisentwicklung in Deutschland

Der Monatsbericht der Deutschen Bundesbank enthält die Verbraucherpreisindices. Hier wird stets ein Basisjahr angegeben, in welchem die Verbraucherpreisindices alle bei 100 stehen.

Die (jeweils aktuelle) prozentuale Veränderung der Preise im Vergleich zum Basisjahr – beispielsweise von Lebensmitteln oder Energie – lässt sich in den Berichten ablesen. Auch der Anstieg oder Rückgang der Inflationsrate des bestimmten Zeitraumes ist hier zu erkennen.

Dies sollte man mit der eigenen Gehaltsentwicklung oder den Zinssätzen auf Sparbüchern / Tagesgeldkonten vergleichen, um ein Gefühl für den Begriff Geldentwertung zu bekommen.

Mehr zum Thema: Inflationsrate in Deutschland zeigt Veränderung des Preisniveaus

Vorsicht bei pauschalen Aussagen zur Inflationsrate

Jedoch darf nicht missachtet werden, dass der Güterkorb in seiner Art der Zusammensetzung im Basisjahr festgelegt ist. Änderungen des Güterkorbes werden solange nicht berücksichtigt, bis ein neues Basisjahr zugrunde gelegt wird.

Somit bleibt die Aussagekraft der Inflationsrate durch ständige Änderungen der Verbrauchsgewohnheiten und der Produktqualitäten begrenzt.

Ebenso ist die Zusammenstellung des Warenkorbes einem Durchschnittsverbraucher angepasst. Eine Adaption dieser Inflationsrate auf sein eigenes Verbrauchsverhalten ist somit schlecht möglich.

Ein großer Unterschied liegt zum Beispiel bei Berufspendlern, die mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Die Entwicklung der Benzinpreise ist extremer als die Preis im ÖPNV.

Somit müsste der Autofahrer die Benzinpreisentwicklung bei der Berechnung seiner persönlichen Inflationsrate stärker berücksichtigen.

Zu empfehlen ist daher ein Blick auf den persönlichen Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes. Hier lassen sich verschieden Konsumgüter unterschiedlich gewichten, was die Aussagekraft der „individuellen“ Inflationsrate deutlich erhöht.

21. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.