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Preisindex-Formel zur Berechnung der Lebenshaltungskosten

Ein Preisindex ist eine Kennzahl, welche die Entwicklung eines Preises beispielsweise für Strom, Mieten oder Lebensmittel beschreibt.

Diese Kennzahlen werden monatlich von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht und sind für alle zugänglich.

Mehr zum Thema: Preisindex in Deutschland

Dabei ist die Berechnung der Kennzahlen anhand von Formeln gut nachvollziehbar.

Der Laspeyres-Preisindex und seine Anwendung

Der Laspeyres-Preisindex dient primär der Messung der Entwicklung von Preisen. Er ist für einen Vergleich der Preisentwicklung über einen längeren Zeitraum geeigneter als der Paasche-Index, der sich lediglich auf das Vorjahr bezieht.

Beim Laspeyres-Preisindex bleibt die Mengengewichtung des Index über die Zeitintervalle hinaus unverändert. Somit lässt sich, ausgehend von einem bestimmten Basisjahr, die jährliche oder monatliche Veränderung feststellen.

Allerdings wird die Mengenstruktur des Basisjahres mit zunehmender Entfernung immer unrealistischer. Dies liegt daran, dass das Konsumverhalten des Durchschnittsbürgers einem Wandel unterliegt.

Der Preisindex berechnet sich schließlich auf der Grundlage einer bestimmten Zusammenstellung an Gütern und Dienstleistungen in unterschiedlicher Gewichtung.

Diese ändert sich in der Realität von Jahr zu Jahr, wird aber in dem Preisindex aus Gründen der Vergleichbarkeit nicht berücksichtigt.

Folglich wird auch beim Laspeyres-Index in größeren Abständen ein neues Basisjahr festgesetzt, bei dem sich die Mengenstruktur an das Konsumverhalten des Durchschnittsbürgers angleicht.

Die Formel zur Berechnung des Preisindex nach Laspeyres

Das grundsätzliche Konstruktionsprinzip sieht folgendermaßen aus:

PF_1

Man stelle sich folgenden Warenkorb vor:

Jahr 1 (Basisjahr):

  • Verbrauch Brot: 10, Preis pro Stück: 1,99 €
  • Verbrauch Äpfel: 8, Preis pro Stück: 0,25 €

Jahr 2 (Berichtsjahr/aktuelles Jahr):

  • Verbrauch Brot: 7, Preis pro Stück: 2,19 €
  • Verbrauch Äpfel: 11, Preis pro Stück: 0,30 €

Die Berechnung berücksichtigt lediglich die Preisveränderung, unabhängig von der verbrauchten Anzahl:

PF_2

Der Wert von 110,96 ist nun der aktuelle Preisindex gegenüber dem Basisjahr. Das bedeutet, dass der Preis der sich in unserem Warenkorb befindlichen Konsumgüter um 10,96% gestiegen ist.

Mehr zum Thema: Preisindex berechnen: Wie sich die Lebenshaltungskosten verändern

Das Ergebnis muss genau betrachtet werden

Eine Berücksichtigung der verbrauchten Menge im Basisjahr gegenüber dem aktuellen Berichtsjahr wird nicht vorgenommen.

Das ist auch der Grund für die Notwendigkeit einer individuellen Betrachtung des Konsumverhaltens, möchte man die Inflationsrate auf sich selbst projizieren.

Sind die Preise für Urlaubsreisen in den letzten 2 Jahren drastisch angestiegen, man selbst war aber in dieser Zeit nicht im Urlaub, so müsste man streng genommen diese Entwicklungsparameter aus seiner persönlichen Inflationsrechnung herausnehmen.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Preisentwicklung von Benzin. Pendeln Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, anstatt einen PKW zu nutzen, so sollte die Preisveränderung beim Benzin herausgerechnet werden.

Die Kostenentwicklung der Ticketpreise für den ÖPNV muss hingegen stärker ins Gewicht fallen.

18. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.