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Preisindex: Miete als größter Posten der Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten eines Durchschnittsbürgers werden zu einem großen Anteil von den Mietkosten beeinflusst.

Gemäß den Ergebnissen aus dem Zensus ist die Bundesrepublik Deutschland das Land in Europa mit den wenigsten Immobilienbesitzern.

Nahezu 50% der Bürger wohnen zur Miete und sind deshalb unmittelbar von Mieterhöhungen betroffen. Die Miethäufigkeit ist in Großstädten ausgeprägter als in ländlicheren Regionen.

Landflucht als Problem

Besonders in den Städten München, Hamburg und Köln sind die Mieten in den letzten Jahren drastisch angestiegen.

Die zunehmende Zentralisierung von Arbeitsplätzen in einer Dienstleistungsgesellschaft, zu der sich die Bundesrepublik Deutschland entwickelt hat, ist unter anderem ein Grund für die Verstädterung.

Ursache hierfür ist aber auch das wachsende Bedürfnis nach einer guten Infrastruktur mit guten Anbindungen im öffentlichen Personennahverkehr und Zugang zu kulturellen Angeboten.

Die Mietpreise entwickeln sich in allen Berufsgruppen nach oben. Günstige Studentenwohnungen sind in diesen Städten ebenfalls Mangelware.

Preisindex für Mieten muss differenziert betrachtet werden

Dadurch, dass die Steigerung der Mietpreise im von der Deutschen Bundesbank ausgewiesenen Preisindex für einen durchschnittlichen Bundesbürger berechnet wird, trifft dieser Wert nicht auf jeden Bürger zu.

Mehr zum Thema: Notenbank: Die Bundesbank in der Geschichte

Durch die überaus hohe Mietquote in Großstädten und Ballungsgebieten sowie die überproportionale Mieterhöhungen kann der Eindruck entstehen, dass es hier zu einer Verwässerung der tatsächlichen Mietentwicklung kommt.

Der berechnete Preisindex für Mieten hängt dementsprechend stark vom regionalen Standort ab. Somit muss zur Berechnung der realen Verteuerung der Lebenshaltungskosten eine unterschiedliche Gewichtung dieser Position vorgenommen werden.

Als Besitzer von Wohneigentum sollte diese Position aus der Gesamtberechnung der Inflation komplett herausgerechnet werden.

Mehr zum Thema: Inflation: Verbraucherpreisindex als Berechnungsgrundlage

Ist man Mieter, so gilt es stets zu betrachten, in welcher Region oder Stadt man lebt. Parallel dazu lässt sich die eigene Mietpreiserhöhung als Index darstellen.

Der Vorteil besteht dann in einer Vergleichbarkeit der eigenen Verteuerung gegenüber dem Durchschnittsbürger.

Interessante Darstellung des Mietpreisindex

Der Mietpreisindex dient in Deutschland nicht nur als rein statistische Größe.

Er ist für Vermieter und Mieter gleichermaßen wichtig. Entsprechend der allgemeinen Marktentwicklung können Eigentümer die Miete in regelmäßigen Abständen erhöhen.

Diese Erhöhungen werden jedoch von der Gesetzgebung eingegrenzt, eine Willkür des Vermieters ist nicht zulässig.

Im amtlichen Mietspiegel von Großstädten, die für eine Vergleichsmessung in Frage kommen, sind 326 deutsche Städte mit mindestens 20.000 Einwohnern erfasst.

Oft wird bei Streitfällen der Mietpreisindex vor Gericht als gängiges Beweismittel akzeptiert. Dabei setzt er für den Vermieter die Rahmenbedingungen für anstehende Mieterhöhungen.

Somit erhält auch der Wohnungssuchende eine Übersicht über das Preisgefüge am Wohnungsmarkt.

11. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.