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Private Equity: Der diskrete Weg zur Unternehmensfinanzierung

Gute Geschäftsideen gibt es viele. Doch ihre Umsetzung gestaltet sich oft schwierig, weil den klugen Köpfen mit einer Idee das Geld zur Finanzierung fehlt.

Kredite von der Bank sind nicht immer zu bekommen. Dann kann Private Equity helfen. Private Equity ist privates Kapital für Unternehmen.

Das Prinzip dahinter: ein Unternehmer sucht sich Teilhaber, zumindest auf Zeit.

Private Equity – Teilhaber finden ohne Börsengang

Private Equity ist nicht-börsennotiertes Beteiligungskapital – im Gegensatz zum so genannten Public Equity (öffentliches Kapital), welches sich Unternehmen ganz offen über die Börse durch die Ausgabe von Anleihen oder Aktien besorgen.

Darauf spezialisiert, Unternehmen mit Private Equity zu versorgen, sind die so genannten Beteiligungskapitalgesellschaften (bei Existenzgründungen auch Venture Capital-Gesellschaften).

Sie fungieren als Kapitalsammelstellen. D.h., sie werben das Geld privater Anleger ein, um es als Eigenkapital in geeignete Unternehmen zu investieren.

Miteigentümer auf Zeit finanzieren vieles – wenn sie mitreden dürfen

Private Equity kann für ganz unterschiedliche Zwecke verwendet werden: für Wachstum und die Expansion in neue Märkte, für Gesellschafterwechsel und Nachfolgeregelungen im Unternehmen, für einen Neustart nach einer Krise, etc.

Private Equity- Gesellschaften beteiligen sich also an Unternehmen, werden Gesellschafter mit allen (Mitsprache-)Rechten und Pflichten.

Dazu zählt, dass die Geber von Private Equity auch das Risiko mittragen, dass ein Unternehmen scheitert. Deutlich stärker als Kreditgeber müssen sie als Eigenkapitalgeber damit rechnen, dass ihr investiertes Geld verloren geht.

Auch Private Equity hat seinen Preis

Für dieses höhere Risiko wollen Private Equity-Investoren entsprechend eine höhere Rendite erzielen.

Sie sehen ihre Investition als eine Kapitalbereitstellung „auf Zeit“, meist  etwa drei bis acht Jahre. Danach wollen sie ihre Unternehmensanteile mit möglichst hohem Gewinn verkaufen.

Sie haben also großes Interesse daran, dass das Unternehmen wächst und sehr profitabel arbeitet.

Und damit es sich gut entwickelt, unterstützen Private Equity-Gesellschaften Unternehmen, an denen sie beteiligt sind, auch mit Beratung.

Die Rechte der Private Equity-Geber sind umso größer, je höher die Beteiligung am Unternehmen ist. Oft erwerben die Private Equity-Gesellschaften mehr als 50% der Unternehmensanteile.

Risiko und Chancen von Private Equity

Bei einer solchen Mehrheitsbeteiligung sind die Mitsprache- und Entscheidungsrechte natürlich sehr groß.

Die bisherige Unternehmensleitung bzw. Geschäftsführung hat dann nicht mehr allein das Heft des Handelns in der Hand, sondern muss sich auch nach den Wünschen der neuen Miteigentümer richten.

Private Equity als privates Beteiligungskapital stärkt die Finanzierungsstruktur des Unternehmens.

Es ist zusätzliches Eigenkapital. Das heißt, das finanzielle Risiko ist auf mehr Schulter verteilt. Das macht ein Unternehmen wiederum attraktiver für mögliche Kreditgeber, weil das Verhältnis von eigenem Geld zu geliehenem Geld (Fremdkapital) steigt.

Private Equity vs. Public Equity

Auf das Fremdkapital (z. B: Kredite, Anleihen) müssen Unternehmen laufend Zinsen zahlen, was beim privaten Beteiligungskapital nicht der Fall ist.

Außerdem wird, falls das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten oder sogar in die Insolvenz gerät, das Fremdkapital vorrangig vor dem Eigenkapital bedient.

Das heißt, die Banken und Anleihebesitzer haben ein vorrangiges Anrecht, ihr Geld zurückzubekommen.

Erst danach – wenn das Unternehmen noch zahlungsfähig ist – haben die Eigenkapitalgeber bzw. die Gesellschafter des Unternehmens Anrecht auf Zahlungen.

Sie haften also bei Verlusten oder größeren Schwierigkeiten des Unternehmens viel stärker.

13. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Bernd Frank
Von: Bernd Frank. Über den Autor

Bernd Frank hat sein finanzwirtschaftlichen Hintergrund beim Handelsblatt und der Nachrichtenagentur Reuters über lange Jahre ausgebaut und vertieft und vermittelt heute komplexe Sachverhalte aus der Finanzwelt für die Leser von GeVestor.