MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Private Equity: Diese Formen gibt es

Die Investitionen von Private-Equity-Fonds werden nach dem Grad der Etablierung am Markt der Unternehmung, in die es zu investieren gilt, vorgenommen.

Seed-Financing:

In dieser Phase benötigt die Unternehmung Kapital zur Entwicklung eines Unternehmenskonzeptes, eines Prototyps oder zur Erstellung von Marktanalysen.

Ein Business-Plan oder ein anderes detailliertes Unternehmenskonzept ist noch nicht erstellt.

Das Kapital wird benötigt, um die technische und die wirtschaftliche Machbarkeit zu prüfen. Der Kapitalbedarf ist in dieser Phase noch relativ gering, das Risiko für einen Investor aber enorm hoch.

Daher würde zwischen der Unternehmung und dem Private-Equity-Fonds für die Finanzierung dieser Phase eine recht hohe Beteiligungsquote vereinbart werden.

Ein Unternehmer wird bei dieser Art von Kapitalbedarf den Private-Equity-Markt eher meiden und nach Möglichkeit auf billigere Finanzalternativen zurückgreifen.

Start-up-Financing

Bei dieser Finanzierungsform stellen der Private-Equity-Fonds den Unternehmen Kapital zur Gründung, Produktentwicklung und für die ersten Marketingaufwendungen zur Verfügung.

Die Kernaufgaben liegen in der Fertigstellung eines marktfähigen Produkts, der Erstellung von Produktionskapazitäten und dem Aufbau einer Organisationsstruktur sowie der Rekrutierung des Managements.

Somit werden in erster Linie die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Marktauftritt geschaffen. Die Risiken für den Kapitalgeber liegen somit vornehmlich in Produktmängeln oder der fehlenden Durchsetzungsfähigkeit des Produktes am Markt.

Early-Stage-Financing

Führt ein Fonds diese Art von Finanzierung durch, so sucht er sich vorrangig Unternehmen, die Kapital zum Aufbau von Produktion und Distribution benötigen. Das von der Unternehmung vertriebene Produkt hat sich am Markt etabliert und somit eine gewisse Reife erreicht.

Die Ausweitung der Produktionskapazität und das Marketing sind zu finanzieren, um das Produkt auf weiteren Märkten (überregional) erfolgreich verkaufen zu können.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Damit werden Marktdurchdringung und Umsatzsteigerung Hauptziele einer Early-Stage-Finanzierung. Ebenfalls können das Erreichen der Gewinnzone, die Senkung der Stückkosten und der Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes Ziele sein. Auch Managementaufgaben gehören hier zu dieser Investitionsform dazu.

Somit kann hier die Einbindung von Private-Equity-Fonds seitens der Unternehmen durchaus sinnvoll sein.

Das Risiko für ein Investment ist in dieser Phase für den Private-Equity-Fonds schon deutlich geringer, da die Unternehmung über marktfähige Produkte verfügt. Die meisten Private-Equity-Fonds stellen erst in dieser Phase Kapital zur Verfügung.

Expansion Financing

Bei dieser Finanzierungsform hat das Zielunternehmen einen hohen Entwicklungsgrad erreicht.

Es steht vor der Expansion. Als weiteres Abgrenzungsmerkmal zur Early-Stage-Finanzierung generiert das Unternehmen hier bereits deutlich höhere Umsätze. Dementsprechend benötigt das Unternehmen Wachstumskapital.

Das Wachstum der Unternehmung kann hierbei am Heimatmarkt oder in der Erschließung ausländischer Märkte liegen. Hohes Umsatz- und Ergebniswachstum machen es zum interessanten Investitionsobjekt für Private-Equity-Fonds.

Der Vorteil für das Unternehmen liegt im Gegensatz zur klassischen Kreditfinanzierung wiederum in der angebotenen Managementerfahrung und -unterstützung.

Later-Stage-Financing

Private-Equity-Fonds stellen diese Form der Finanzierung etablierten, Gewinn erwirtschaftenden Unternehmen zur Verfügung. Ziel ist es, das Wachstum weiterhin zu forcieren.

Den idealen Veräußerungszeitpunkt im Blick, wird, neben der finanziellen Unterstützung, ein erfahrenes Managementteam aufgebaut, das Rentabilität und finanzielle Stabilität langfristig garantiert und somit einen erfolgreichen Börsengang ermöglicht.

Bei derartigen Finanzierungen beschränkt sich die Kapitalbindung zumeist auf bis zu 2 Jahre. Da es sich zumeist um eine kurzfristige Finanzierung zur Überbrückung der Zeit bis zum Börsengang handelt, wird auch von „Bridge-Financing“ gesprochen.

Als Verkäufer treten, wie bei den meisten Formen der Private-Equity-Finanzierungen, Alteigentümer auf, die den Wert ihrer Beteiligung liquidieren wollen. Ebenfalls zählt auch das „Restructuring Capital“ zum Bereich der Later-Stage-Finanzierungen.

Damit soll es Unternehmen in der Schieflage ermöglicht werden, sich am Markt neu zu positionieren und Umstrukturierungen vorzunehmen.

Hier ist insbesondere das Know-how der Private-Equity-Gesellschaft und ihr Managementeinsatz gefragt. Derartig risikobehaftetes Geschäft wird allerdings selten von Private-Equity-Gesellschaften vorgenommen, sondern zählt zu den Kernkompetenzen einzelner Hedgefonds-Strategien.

Buy-Out-Financing

Bei einem Buyout werden die Eigentümer des Unternehmens regelmäßig ganz oder teilweise aus dem Unternehmen herausgekauft. Dem Unternehmen wird zusätzliches Eigenkapital zur Verfügung gestellt, wodurch sich das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital vergünstigt.

Wird das dem Unternehmen zufließende Kapital darüber hinaus noch genutzt, um Kredite zu tilgen, reduziert sich zudem auch noch die Zinslast der Unternehmung.

Buyout-Fonds interessieren sich in erster Linie für Unternehmen, die bereits am Markt etabliert sind und die sich in einer späten Entwicklungsphase befinden.

Eine solche Anlage birgt geringere Risiken als eine Investition in die Frühphase einer Unternehmung.

Zu den Buyout-Finanzierungen zählen vorrangig die im Folgenden beschriebenen „Management Buyouts“ und die „Leveraged Buyouts“.

Leverage Buyout

Bei dieser Finanzierungsform findet eine fast komplett fremdkapitalfinanzierte Übernahme statt. Das Interesse liegt dabei allerdings nicht an einer dauerhaften strategischen Beteiligung.

Vielmehr ist Ziel, die profitablen Sparten der Unternehmung zu identifizieren und diese zu verkaufen, oder alternativ – wenn möglich – das komplette Unternehmen. Der mit dem Fremdkapitaleinsatz verbundene Hebeleffekt verschafft der Finanzierungsform ihren Namen „Leveraged“ (gehebelt).

Management Buyout

Bei dieser Form der Buyout-Finanzierung tritt das Management der Unternehmung als Käufer der mehrheitlichen Unternehmensanteile auf und erhält letztlich die Kontrolle über das Unternehmen.

Das Management erhält dabei finanzielle Unterstützung und geistigen Input von der Private-Equity-Gesellschaft.

Im Normalfall liegt die Motivation für die bisherige angestellte Geschäftsleitung darin, selbstständiger Unternehmer zu werden und eigene Konzepte und strategische Stoßrichtungen verwirklichen zu können. Übernimmt ein externes Managementteam die Gesellschaft, so spricht man von einem Management Buying.

Auch beim Verkauf von Teilbetrieben, von denen sich ein größerer Konzern trennen möchte, eignet sich der Management Buyout. Ebenso können Teile einer im Konkurs befindlichen Unternehmung Quelle eines Management Buyouts sein.

Private Equity wird häufig ausschließlich mit der Finanzierung von Start-ups gleichgesetzt. In Wirklichkeit entfällt der größte Teil der Investitionen auf die Buyout-Phase von Unternehmen.

Bruttoinvestitionen nach Finanzierungsphasen in Europa

26. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.