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Privathaftpflichtversicherung: Die Königin unter den Policen?

Die Privathaftpflichtversicherung ist eine freiwillige Police, die die typischen Risiken des Alltags abdeckt. Somit werden Versicherte sowie deren Familie vor Forderungen Dritter gesichert. Doch wann genau greift diese Form der Haftpflichtversicherung – und was macht sie zur Königin unter den Versicherungen?

Was sind die Grundlagen und Voraussetzungen der privaten Haftpflichtversicherung?

„Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“

So lautet § 823 Absatz 1 zur Schadensersatzpflicht im Bürgerlichen Gesetzbuch. Wer andere schädigt – egal ob personen-, sach- oder vermögensbezogen – haftet mit seinem Vermögen, und zwar ohne Betragsbegrenzung nach oben. Aus diesem Grund ist die Privathaftpflichtversicherung trotz ihres freiwilligen Charakters die Königin unter den Versicherungen. Denn sie gehört damit zu den wichtigsten Policen von allen und sollte von jedem abgeschlossen werden: Im Ernstfall kann sie die Versicherungsnehmer vor dem finanziellen Ruin bewahren.

Trotzdem hat eine Umfrage ergeben, dass die Anzahl an Personen, die eine solche Police besaßen, abgenommen hat: Im Jahr 2015 gaben nur noch 45,65 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren an, über eine private Haftpflichtversicherung zu verfügen.

Doch unter welchen Voraussetzungen greift die Versicherung?

  • Fahrlässigkeit: Der Schaden muss durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sein. Die Versicherung greift also zum Beispiel, wenn Sie durch eine Unachtsamkeit ein Glas eines Freundes zerbrechen.
  • Privater Bereich: Die Versicherung deckt nur Schäden ab, die im privaten Bereich entstanden sind, also nichts mit einem Beruf oder einer Vereinstätigkeit zu tun haben.
  • Deckungssumme: Versichert werden immer nur Beeinträchtigungen im Rahmen der vereinbarten Deckungsbeträge. Diese muss also hoch genug sein: „Die Versicherungssumme, auch bekannt als Deckungssumme, für Personen- und Sachschäden sollte (…) mindestens je 3 Millionen Euro betragen“, heißt es beim Verbraucherportal „Verivox“. Denn da Sie bei einem fahrlässigen Schaden in unbegrenzter Höhe mit Ihrem Vermögen haften und manche Schäden darüber hinaus sehr hohe Kosten verursachen können, ist es wichtig, sich abzusichern.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, deckt die Privathaftpflichtversicherung alle Personen- und Sachschäden ab. Auch eine zur privaten Nutzung gemietete Wohnung fällt unter den Versicherungsschutz (bis maximal 1.000.000 Euro).

Was ist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen?

Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind:


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  • In der privaten Mietwohnung: Glasschäden, Schäden durch Schimmel, Abnutzung, Verschleiß und übermäßige Beanspruchung, sowie an elektrischen und heizungstechnischen Einbauten. Meistens werden nur Mietsachbeeinträchtigungen an unbeweglichen Einrichtungsgegenständen versichert. Für selbst verursachte Beschädigungen am eigenen Mobiliar müssen Sie eine Hausratversicherung abschließen.
  • Schäden, die bei der Jagd und bestimmten Wettkämpfen entstanden sind.
  • Beeinträchtigungen, die durch die Haltung von Hunden, Pferden, landwirtschaftlichen sowie wilden Tieren verursacht worden sind: Hier benötigen Sie eine separate Tierhaftpflichtversicherung.
  • Schäden, die bei beruflichen, vereinsmäßigen, ehrenamtlichen oder nebenberuflichen Tätigkeiten entstanden sind: Hier benötigen Sie eine separate Vereins- oder Ehrenamtshaftpflichtversicherung.
  • Schäden, die durch Autos verursacht wurden: Diese werden von der Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt.
  • Vermögensschäden, die nicht auf Personen- oder Sachschäden zurückzuführen sind. 

Was muss beim Abschluss der privaten Haftpflichtversicherung beachtet werden?

Wichtig beim Abschluss der privaten Haftpflichtversicherung ist nicht nur die Deckungssumme. Entscheidend ist, dass die Police Ihren individuellen Anforderungen gerecht wird. Daher sollten Sie im Vorfeld nach dem richtigen Versicherer suchen.

Versicherungssumme und Selbstbeteiligung

Bei den verschiedenen Anbietern werden unterschiedlich hohe Deckungssummen sowie Selbstbeteiligungs-Beträge angeboten. Daher sollten Sie sich für einen Versicherer entscheiden, der ihren Erwartungen entspricht. So können Sie beispielsweise nur solche in Erwägung ziehen, bei denen die Versicherung ohne Selbstbehalt abgeschlossen werden kann: Denn sonst müssen Sie bis zu einem gewissen Betrag die Schäden aus eigener Tasche bezahlen. 

Zusatzversicherungen

Je nach Bedarf können Sie manche Risiken gegen einen höheren Betrag oder als Paket mit abdecken, so dass sich die private Haftpflichtversicherung ganz Ihrer persönlichen Situation anpassen lässt.

  • Schlüsselschäden: Wenn Sie sich gegen einen Schlüsselverlust schützen wollen, sollten Sie sich bei der Suche nach dem passenden Anbieter nur jene anzeigen lassen, die Policen mit integrierter Schlüsselversicherung anbieten. Die Höhe der Erstattung ist in der Regel zwar begrenzt, dennoch wird der Verlust von fremden, privaten, beruflichen und ehrenamtlichen Schlüsseln abgedeckt. Das kann eine große Hilfe sein, falls Sie als Mieter beispielsweise den Schlüssel zu einer Zentralschließanlage verlieren und für den Austausch aller Schlösser zur Kasse gebeten werden: Das übernimmt dann die Police.
  • Vermögensschäden: Der Bund der Versicherten aus Hamburg empfiehlt, auch Vermögensschäden bis mindestens 100.000 Euro mitversichern zu lassen. Verursachen Sie beispielsweise einen Auffahrunfall, der das Firmenauto eines Handwerkers beschädigt, kann dieser nicht mehr zu seinen Kunden fahren. Dieser Ausfall stellt einen Vermögensschaden für das Unternehmen dar.
  • Kinder mitversichern: Nach § 828 Abs. 1 BGB gelten Kinder unter sieben Jahren (im Straßenverkehr unter zehn Jahren) als deliktunfähig, haften also nicht selbst. Ist es jedoch aufgrund einer Aufsichtspflichtverletzung vonseiten der Eltern zu einem Schaden gekommen, haften diese für Schäden ihrer Kinder. Haben Sie Kinder, können Sie sich also Privathaftpflichtversicherungen anzeigen lassen, die auch in einem solchen Fall greifen. Die Versicherungssumme ist meist aber auf 5.000 bis 30.000 Euro limitiert.
  • Ausfalldeckung: Diese Police springt ein, wenn Sie selbst durch eine andere Person einen Schaden erlitten haben, diese aber keine eigene Privathaftpflichtversicherung besitzt und daher keinen Schadenersatz leisten kann. Auch diese Entschädigungsleistung ist jedoch begrenzt.
  • Allmählichkeitsschäden: Hierzu zählen Mietsachbeeinträchtigungen, die im Laufe der Zeit entstehen – beispielsweise durch Feuchtigkeit.
  • Schäden durch die Ausübung eines Ehrenamts: Wie oben bereits beschrieben, greift die Privathaftpflichtversicherung grundsätzlich nur bei Schäden, die im privaten Bereich entstanden sind. Üben Sie ein Ehrenamt aus, können Sie eventuelle Schäden, die in diesem Kontext verursacht werden, mit einer Zusatzversicherung abdecken.

25. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Markus Müller
Von: Markus Müller. Über den Autor

Markus Müller ist Experte für Vermögenaufbau und –absicherung und großem Interesse an genereller Finanzthematik.