MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Privatinsolvenz: Bedingungen und Verfahren

Die wesentlichste Voraussetzung für eine Privatinsolvenz – auch Verbraucherinsolvenz genannt – ist die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.

Auch eine Überschuldung oder die eine nahende Zahlungsunfähigkeit kann den Beginn eines solchen Verfahrens begründen. Für eine Privatinsolvenz kommen jedoch nur sogenannte natürliche Personen in Frage, die nicht selbständig sind oder waren.

Ausnahme sind ehemalige Selbständige mit weniger als 20 Gläubigern, wobei dieser keine ausstehenden Restschulden aus ehemaligen Beschäftigungsverhältnissen mit Arbeitnehmern aufweisen darf. Ziel des Verfahrens ist die gleichmäßige Begleichung der Schulden bei den Gläubigern.

Nachdem eine Privatinsolvenz eingeleitet und deren Bedingungen erfüllt sind beginnt das eigentliche Verfahren, welches in vier Schritte geteilt ist. Führt eine der Stufen zu einer Begleichung der Schulden, so entfallen alle weiteren Schritte.

Der erste Schritt: Außergerichtlicher Einigungsversuch

Los geht es mit einem außergerichtlichen Einigungsversuch. Hierbei muss der Schuldner eine Liste aufstellen mit allen ausstehenden Forderungen seiner Gläubiger und diesen einen Plan vorschlagen, wie er diese künftig zu tilgen plant.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Scheitert dieser sogenannte Insolvenzvergleich so muss dieses Scheitern von einer öffentlich anerkannten Stelle belegt werden um zum nächsten Schritt zu gelangen. Eine solche Stelle wäre etwa eine Schuldnerberatungsstelle oder ein Anwalt.

Der zweite Schritt: Gerichtliches Schuldbereinigungsverfahren

Mit dieser Bestätigung in der Tasche kann dann das gerichtliche Schuldbereinigungsverfahren beantragt werden. Hierzu müssen für das weitere Verfahren der Privatinsolvenz einige Bedingungen seitens des Schuldners erfüllt werden.

Neben der angesprochenen Bescheinigung über die gescheiterte außergerichtliche Einigung muss der Schuldner sein Vermögen offenlegen, ein Gläubigerverzeichnis und Schuldbereinigungsplan vorlegen und gegebenenfalls einen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen. Nun liegt es am Gericht den Gläubigern den Entschuldungsplan vorzulegen. Sofern nicht mindestens die Hälfte diesen ablehnt, tritt dieser in Kraft.

Der dritte Schritt: Vereinfachtes Insolvenzverfahren

Scheitert auch der zweite Schritt, so wird das vorhandene Vermögen herangezogen und an die Gläubiger verteilt. Die bereits angefallenen Kosten des Gerichtsverfahrens werden vorab davon abgezogen. Zu beachten ist, dass niemals das gesamte Vermögen eines Schuldners herangezogen werden darf, da es ein Anrecht auf einen sogenannte Pfändungsfreigrenze gibt.

Dieser richtet sich beispielsweise nach einer eventuellen Unterhaltspflicht für Kinder des Schuldners. Zudem gibt es ein Mindesteinkommen, welches nicht angetastet werden darf. So wird gewährleistet, dass ein Schuldner trotz einer Privatinsolvenz die notwendigen finanziellen Bedingungen für die Bestreitung seines Lebensunterhalts bewahrt. Bei einer kinderlosen Person liegt dieser Betrag in Deutschland derzeit bei 1.030 Euro.

Für ein vereinfachtes Insolvenzverfahren wird zumeist ein Treuhänder eingesetzt, der eine Aufstellung der offenen Forderungen vornimmt und zugleich das gepfändete Vermögen verwaltet.

Nachdem der Kuchen an die Gläubiger verteilt wurde, wird eine Restschuldbefreiung beantragt – also der Erlass der noch offen stehenden Forderungen.

Gläubiger haben unter bestimmten Möglichkeiten dabei die Möglichkeit diese zu versagen – etwa bei einer Verletzung der Buchführungspflicht oder wenn der Schuldner nachweislich falsche Angaben gemacht hat. Sofern keine Einwände vorliegen wird das gerichtliche Verfahren beendet und die Restschuldbefreiung angekündigt.

Der vierte Schritt: Restschuldbefreiungsverfahren

Die gesamte Laufzeit des Privatinsolvenzverfahrens bis zur Restschuldbefreiung dauert sechs Jahre. Die Zeit, in der das Vermögen verwertet und das pfändbare Einkommen an die Gläubiger ausgeschüttet wird, wird Wohlverhaltensphase genannt. Das heißt, dass der Schuldner sich in diesem Zeitraum seiner finanziellen Lage entsprechend verhalten muss, denn andernfalls kann ihm in Anschluss an diese Phase eine Restschuldbefreiung versagt werden.

Große Anschaffungen oder die Aufnahme von Krediten sind im Zuge einer Privatinsolvenz also nicht legitim, doch kann der Schuldner sich „wohl verhalten“ und so die Bedingungen schaffen auf absehbare Zeit schuldenfrei zu sein.

12. Dezember 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.