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Privatverkauf: Auch exklusive Investments unterliegen Regulierungen

Wer in Fonds investiert, kennt die Vorteile in Sachen Service. Berechenbarkeit, steter Informationsfluss über die Unternehmen – alles nach dem gesetzlichen Vorgaben im Sinne der Anleger.

Wesentlich mehr Exklusivität können sich Investoren gönnen, die nicht auf Publikumsfonds setzen, sondern sich lieber im handverlesenen Kreis vermögender Anleger bewegen, die den direkten Draht zum Unternehmen genießen, in das sie investieren. Doch die einstige Freiheit ist nun eingeschränkt.

Private Placement – Definition einer einst freien Finanzierungsform

Die Rede ist vom Private Placement. Eine Definition, die allgemein verbindlich ist, gibt es nicht. Sie findet statt, wenn sich ein Unternehmen direkt über den nicht börsennotierten Kapitalmarkt vorzugsweise mit Eigenkapital oder eigenkapitalnahen Finanzinstrumenten finanziert. Somit werden beim Private Placement dieser Definition zufolge etwa Sachanlagen oder Beteiligungen verkauft, und zwar nicht öffentlich.


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Das können Aktien sein, Genussrechte, Schuldverschreibungen wie Anleihen oder geschlossene Fonds. Angesprochen werden nur wenige Privatpersonen oder Institutionen. Die können Konditionen privat aushandeln, die besser und individueller sind als diejenigen von vorgefertigten Publikumsfonds. Die Betreuung erfolgt nicht durch irgendwelche Anlagevermittler, sondern über den direkten Draht zum Unternehmen selbst. Obendrein ist bei dieser Investitionsart die Rendite im Schnitt signifikant höher.

Privatvereinbarungen statt Vorschriften

Der Vorteil für die Firmen: Sie konnten etliche der sonst üblichen Regulierungen wie Prospekt- und Veröffentlichungspflicht oder Anlagebeschränkungen umgehen. Private Placements waren eigentlich unreguliert. Waren wohlgemerkt, denn die letzte Gesetzesreform im Juli 2013 hat einiges verändert. Mit Umsetzung der OGAW-Richtlinie, die einen hohen EU-einheitlichen Anlegerschutz vorsieht, wurde das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) geschaffen, das das vormalige Investmentgesetz ablöst.

Seitdem unterscheidet das KAGB zwischen Publikumsfonds, die allen Anlegern offen stehen und solchen, in die nur professionelle bzw. semiprofessionelle Anleger mit viel Erfahrung investieren dürfen. Außerdem gibt es die Unterscheidung zwischen Publikums-AIF und Spezial-AIF. AIF steht für alternative Investmentfonds.

Dies betrifft etwa geschlossene Fonds, offene Immobilienfonds oder solche mit Spezialausrichtung, komplexen Strategien und erhöhtem Risiko. Spezial-AIF sind nur Semiprofis und Institutionellen Investoren zugänglich. Private müssen mindestens 200.000 € investieren. Die Anlegerzahl ist auf 100 beschränkt. Diese Spezial-AIF decken den Bereich des Private Placement ab.

Einschränkungen im Kapitalanlagegesetz

Hier greift seit 2013 die strengere deutsche AIFM-Richtlinie. Sie sieht für das Fondsmanagement ab einer bestimmten Fondsgröße die Zulassung durch die Finanzaufsicht BaFin vor, ebenso Mindestkapitalanforderungen oder eine Informationspflicht, die eine aufwändige Beauftragung von Spezialisten erfordert. Allerdings ist sie nicht ganz so streng wie die Prospektpflicht für Publikumsfonds, was auch für eine Reihe weiterer Voraussetzungen für Spezial-AIF gilt.

Insofern ist das Private Placement nicht wirklich tot, wie häufig zu lesen ist. Auch das aktuelle Gesetz erlaubt viel Gestaltungsspielraum. Dennoch hat es etliche neue Beschränkungen gebracht, weshalb dieses zuvor völlig freie Finanzierungsinstrument bei den Unternehmen erheblich an Attraktivität verloren hat.

4. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.