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Produktlebenszyklus beim Handy: Schnell, schneller, neu

Der Produktlebenszyklus ist ein Erklärungsmodell aus der Betriebswirtschaftslehre, das den typischen Lebensweg eines neuen Produktes beschreibt.

Dabei werden einige grundlegende Sektionen oder Phasen angenommen, die jedes Produkt in einer bestimmten Reihenfolge nacheinander durchläuft.

Das Modell vom Lebensweg eines Produktes

Der Produktlebenszyklus ist also vergleichbar mit dem Lebenszyklus eines Menschen – daher auch die Bezeichnung. Jedes Produkt wird zunächst „geboren“, also entwickelt und neu auf den Markt gebracht.

Mehr zum Thema: Produktlebenszyklus: Phasen eines Produktes

Dann geht es um dessen Etablierung und die Schaffung von Gewinnen durch möglichst hohe Verkaufszahlen.

Irgendwann sinkt jedoch die Nachfrage und der Markt wird gesättigt. Am Ende bleibt nur der Rückzug des Produktes aus dem Angebot und die Einstellung der Produktion.

So jedenfalls sieht die Theorie aus und sie stimmt auch bei vielen Produkten, selbst wenn der tatsächliche individuelle Produktlebenszyklus in einigen Punkten sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Einer dieser Punkte ist die gesamte zeitliche Dauer, die er einnimmt.

Produktlebenszyklus: Handy und Computer werden regelmäßig erneuert

Zu früheren Zeiten, als Werbefachleute zum ersten Mal vom Produktlebenszyklus sprachen, ging man zum Beispiel von einer mehrjährigen Entwicklung aus. Bis das Produkt obsolet wurde, konnten sogar Jahrzehnte vergehen.

Mehr zum Thema: Produktlebenszyklus Definition: Der Lebensweg eines Produktes

Doch heute ist das in vielen Marktsegmenten völlig anders, besonders im Bereich neue Medien und Technik-Innovationen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Handy.

Seien es Apple, Samsung, Sony Ericsson oder Nokia und Co. – die großen Hersteller bringen mittlerweile fast im Jahresrhythmus neue Modelle heraus und der Lebenszyklus der „älteren“ Versionen endet abrupt.

Stark verkürzter Produktlebenszyklus beim Handy: Nachteile

Dabei ist es nicht so, dass die neuen Handys keine Käufer fänden.

Ganz im Gegenteil: Ein Großteil der Kunden ist heutzutage darauf eingestellt, alle 12-24 Monate ein neues Handy zu benutzen, alleine schon bei Abschlüssen oder Verlängerungen von Mobilfunkverträgen sind neue Handys gang und gäbe.

Doch dieser stark verkürzte Produktlebenszyklus birgt auch Nachteile.

Auf der ökonomischen Seite ist es sehr schwer, diesem Innovationsdrang ständig nachzugeben.

Da der Mobilfunkmarkt eigentlich längst gesättigt ist, müssen sich die Hersteller beständig Neuerungen einfallen lassen, um nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden.

Man kämpft praktisch um das Interesse einer fast gleichbleibenden Kundenmenge (auch Teenager und jüngere Kinder sind heute bereits mit Handys ausgestattet und darum Teil dieser Menge). Die Kunden aber wollen erkennbare und herausstechende Innovationen im Regeltakt – das stellt viele Firmen vor große Herausforderungen.

Aus ökologischer Sicht ist diese Schnelllebigkeit im technischen Bereich ebenfalls kritisch zu bewerten.

Jedes Jahr entstehen auf dieser Weise zehntausende Tonnen Elektroschrott, der oftmals aufwändig entsorgt werden muss.

Wo dies nicht ordnungsgemäß geschieht, zum Beispiel in einigen Entwicklungsländern, geraten im Elektroschrott enthaltene chemische Schadstoffe und giftige Metalle ins Grundwasser.

Man sieht also, die starke Verkürzung eines Produktlebenszyklus wie zum Beispiel beim Handy hat insgesamt nicht nur Vorteile.

12. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.