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Professor Herbst: Klares Selbstverständnis entwickeln

Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches „Corporate Identity – Aufbau einer einzigartigen Unternehmensidentität“ führte GeVestor ein exklusives Interview mit dem Autor Prof. Dr. Dieter Georg Herbst:

GeVestor: Wie haben Sie zu dem immer wichtiger werdenden Feld des CIM gefunden?

Prof. Dr. Dieter Georg Herbst: Anfang der 90er-Jahre begann mein damaliger Arbeitgeber mit dem Umbau des Unternehmens. Die Hälfte eines hundertjährigen Unternehmens wurde verkauft. Das war ein sehr tiefer Einschnitt in die Geschichte des Unternehmens. Die Frage war, für was das Unternehmen nach den Verkäufen stehen würde. Aus diesem Grund wurde eine Projektgruppe gegründet, in der ich beteiligt war.

GeVestor: Welche Unternehmen beraten Sie in Deutschland?

Herbst: Ich berate Unternehmen aller Größen und vieler Branchen. Interessant ist, dass auch Klein- und mittelständische Unternehmen mittlerweile zu meinen Kunden gehören.

Ein Grund ist sicher, dass der Wettbewerb immer härter wird und nicht mehr allein durch überlegene Produkte erfolgreich ausgetragen werden kann. Essenziell ist auch geworden, allen Bezugsgruppen eine klare Vorstellung zu ermöglichen, welche einzigartige Belohnung dieses Unternehmen gegenüber anderen bietet. Neben Unternehmen berate ich auch Personen und NGOs.

GeVestor: Welche Probleme können bei der Findung der eigenen Unternehmens-Persönlichkeit auftreten?

Herbst: Ein Unternehmen allein ist kaum in der Lage, ein klares Selbstverständnis zu entwickeln, dass sich von anderen Unternehmen unterscheidet. Ein Grund ist, dass die eigene Sicht stark von eigenen Wünschen, Erwartungen, Meinungen beeinflusst ist.

Ein anderer Grund ist die große Komplexität des Prozesses. Hier kann meines Erachtens nur ein Externer helfen. Ich selbst nehme übrigens auch Externe in Anspruch, um mein eigenes Unternehmen zu entwickeln.

GeVestor: Können es sich kleinere Unternehmen leisten, auf CIM zu verzichten?

Herbst: Ich würde die Frage so stellen: Wie erfolgreich könnten Unternehmen sein, wenn Sie CIM nutzen? Meine nun langjährigen Erfahrungen zeigen, dass sie enorm profitieren können. Ich empfehle es jedem Unternehmen.

Ich bin übrigens niemand, der sagt: „Ein Unternehmen muss…..!“. Ich sehe mich in der Rolle eines Beraters, der Angebote macht. Ein Unternehmer hat das Recht, weit unter seinen Möglichkeiten zu bleiben und enorme Erfolgspotenziale nicht zu nutzen. Das muss er mit sich selbst abmachen.

GeVestor: Wie viel Aufwand sollte ein Unternehmen in CIM stecken?

Herbst: Das hängt vom Einzelfall ab: In einem Fall reicht ein Workshop aus, um das eigene Selbstverständnis zu prüfen. Im anderen Fall müssen umfangreiche Entwicklungsprozesse in Gang gebracht werden, zum Beispiel in Großunternehmen.

GeVestor: Ab welcher Größe sollte ein Unternehmen einen eigenen Corporate Identity Manager haben?

Herbst: Meines Erachtens reicht es meist aus, wenn eine Person diese Funktion zusätzlich wahrnimmt. Zu Beginn kann der Arbeitsanfall hoch sein, aber sobald das CIM in eine Routine überführt wurde, reicht ein regelmäßiges Monitoring oft aus.

Prof. Dr. Dieter Georg Herbst ist geschäftsführender Gesellschafter der source 1 networks GmbH. In diesem Rahmen berät er namhafte Unternehmen und Organisationen im In- und Ausland. Lesen Sie hier mehr über den Autor.

Das Buch ist im Cornelsen Verlag erschienen und kostet 16,95€.

2. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.