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Prokura-Arten: Bedeutungen von Einzelprokura bis Titularprokura

Durch das Erteilen einer Prokura wird einem Mitarbeiter eine hervorgehobene Stellung im Unternehmen eingeräumt. Durch die Prokura werden weitreichende Entscheidungsrechte verliehen. Dies geht schon aus dem Wort Prokura hervor, welches aus dem lateinischen Wort „procurare“ (für etwas Sorge tragen) hervorgeht.

Prokura-Arten mit jeweils unterschiedlichen Rechten

Wer die Prokura innehat, ist zeichnungsberechtigt für sein Unternehmen. Dieses Recht hat aber, je nach Art der verliehenen Prokura, unterschiedliche Reichweiten. Dies geht von der Einzelprokura, welche die größte Entscheidungsfreiheit einräumt, über die Gesamt- und Filialprokura bis hin zur Titularprokura.

Die einzelnen Arten der Prokura werden im Folgenden etwas näher beleuchtet. Grundsätzlich gilt: Die Prokura kann nur von Inhaber des Unternehmens oder seiner gesetzlichen Vertretung verliehen werden. Prokura erteilen: Wie es geht und was beachtet werden sollte

Einzelprokura: Mehr Vertrauen geht nicht

Wird einem Mitarbeiter Einzelprokura erteilt, so ist er berechtigt, das Unternehmen gegenüber Dritten zu vertreten. Diese Zeichnungsberechtigung gilt sowohl in außergerichtlichen wie auch in gerichtlichen Belangen, welche das Unternehmen betreffen. Der Prokurist unterzeichnet alle Verträge und Geschäftspapiere rechtskräftig mittels „pp“ oder „ppa“.

Die einzigen Beschränkungen für den Prokuristen: Er darf nicht in die Privatgeschäfte des Kaufmannes eingreifen, Grundstücke verkaufen, Handelsregistereinträge vornehmen, Prokura erteilen, Bilanzen oder Steuererklärungen gegenzeichnen, die Firma auflösen oder ein Insolvenzverfahren einleiten.

Der Inhaber einer Einzelprokura hat das größtmögliche Vertrauen der Geschäftsleitung. Wird dies Vertrauen gestört, kann ihm die Prokura auch wieder entzogen werden. Dieser Schritt sollte aber gut überlegt sein. Prokura entziehen: Warum es nötig sein kann und wie es geht

Gesamtprokura: Nur gemeinsam zeichnungsberechtigt

Eine Einschränkung der Einzelprokura ist die Erteilung einer Gesamtprokura. Inhaltlich sind die Rechte dieselben wie beim Inhaber einer Einzelprokura, jedoch ist der Inhaber der Gesamtprokura nicht alleine zeichnungsberechtigt. Man unterscheidet bei der Art der Gesamtprokura zwischen der echten und der unechten Gesamtprokura.

Bei der echten Gesamtprokura ist der Prokurist zusammen mit einem weiteren Prokuristen zeichnungsberechtigt. Im Falle einer unechten Gesamtprokura muss ein organischer Vertreter des Unternehmens, also ein Geschäftsführer oder Gesellschafter, alle relevanten Papiere mitunterzeichnen.

Filialprokura: Nur für Teile des Unternehmens zeichnungsberechtigt

Gerade bei großen Unternehmen ist es durchaus üblich, dass die Prokura nur für bestimmte Zweigstellen des Konzerns vergeben wird. Der Inhaber einer solchen Filialprokura ist allein zeichnungsberechtigt, jedoch nur für die ihm eingeräumten Zweigstellen. Diese Filialprokura kann auch an eine Gesamtprokura gekoppelt werden. Für alle aufgeführten Einschränkungen gilt, dass diese im Handelsregister einzutragen sind.

Titularprokura: Handlungsvollmacht mit hübschem Titel

Die Titularprokura ist keine Prokura im handelsrechtlichen Sinne und wird auch nicht im Handelsregister eingetragen. Bei der Vergabe der Titularprokura werden dem Inhaber Handlungsvollmachten erteilt, die individuell geregelt sein können und nicht durch einen gesetzlichen Rahmen vorgegeben sind. Die Bezeichnung Titularprokurist ist trotzdem eine hervorgehobene Stellung im Unternehmen, ein Ritterschlag.

Prokura-Arten: In jedem Fall hervorgehobene Stellung

Die Erteilung einer Prokura, egal welcher Art, ist auf alle Fälle ein Ausspruch des Vertrauens gegenüber dem Mitarbeiter. Entscheidend ist nicht nur die rein handelsrechtliche Betrachtung, sondern auch die Wirkung und die damit verbundene Vorbildfunktion für die Mitarbeiter im Unternehmen.

23. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.