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Prokura: Eintragung ins Handelsregister

Die Erteilung der Prokura verleiht dem Inhaber eine besondere Stellung im Unternehmen mit weitreichenden Handlungsbefugnissen. Der Begriff Prokura geht aus dem lateinischen Wort procurare hervor, was so viel wie „für etwas Sorge tragen“ bedeutet. Die durch die Prokura verliehenen Ermächtigungen bekommen durch die Eintragung ins Handelsregister eine Rechtssicherheit.

Prokura: Warum die Eintragung ins Handelsregister notwendig ist

Mit der Prokura wird einem Mitarbeiter mehr als nur eine Handlungsvollmacht verliehen. Während eine Handlungsvollmacht bezüglich Umfang und Inhalt von den Parteien frei gestaltet werden kann, sind die Rechte, die durch die Erteilung einer Prokura verliehen werden, im HGB (Handelsgesetzbuch) in den Paragraphen 48 bis 58 festgelegt. Die Eintragung der Prokura ins Handelsregister ist von jedem einsehbar und ermöglicht so die notwendige Rechtssicherheit für Vertragspartner.  Prokura erteilen: Wie es geht und was beachtet werden sollte

Prokura-Eintragung: Welche Rechte eingeräumt werden

Die Prokura berechtigt den Prokuristen, das Unternehmen in allen Belangen gegenüber Dritten zu vertreten. Einzige Ausnahmen sind Eingriffe in die Privatgeschäfte des Kaufmannes, Grundstücke zu verkaufen, Handelsregistereinträge vorzunehmen, Prokura zu erteilen, Bilanzen oder Steuererklärungen gegenzuzeichnen, die Firma aufzulösen oder ein Insolvenzverfahren einzuleiten. Alle sonstigen Angelegenheiten des Unternehmens können – auch vor Gericht – durch den Prokuristen vorgenommen werden.

Prokura-Eintragung: Wann und von wem sie vorgenommen wird

Die Prokura kann nur vom Inhaber eines Unternehmens oder dessen gesetzlicher Vertretung (etwa der Vorstand bei einer AG) erteilt und ins Handelsregister eingetragen werden. Die Prokura gilt ab der Erteilung, die in schriftlicher oder auch mündlicher Form erfolgen kann. Mit der Eintragung der Prokura in das Handelsregister wird dieser bereits bestehende Rechtszustand für Dritte einsehbar publiziert. Man spricht hier auch von der deklaratorischen Funktion der Eintragung.

Auch wenn die Eintragung „nur“ deklaratorisch ist, ist diese zwingend notwendig. Besonders gilt dies im Falle des Entzugs einer Prokura. Sollte diese Entziehung der Prokura nicht im Handelsregister eingetragen sein, können Dritte sich nämlich weiterhin auf das Bestehen der Prokura berufen. Prokura entziehen: Warum es nötig sein kann und wie es geht

Prokura-Eintragung: Einschränkungen und Ausnahmen

Wie oben erwähnt, sind keine Einschränkungen der Prokura gegenüber der gesetzlichen Festlegung zulässig. Einzig die Beschränkungen auf einzelne Filialen (Filialprokura) oder eine Gesamtprokura, die das Unterzeichnen eines weiteren Prokuristen oder eines Geschäftsführers benötigt, sind im Gesetzestext vorgesehen.

Eine Ausnahme bildet die sogenannte Titularprokura, bei der es sich aber um eine Handlungsvollmacht und keine Prokura im Sinne des HGB handelt.Prokura-Arten: Bedeutungen von Einzelprokura bis Titularprokura

Prokura-Eintragung: Zeitnahes Handeln ist zu empfehlen

Die Erteilung der Prokura hebt einen Mitarbeiter im Unternehmen hervor. Durch die verliehenen Rechte wird größtes Vertrauen seitens des Unternehmensinhabers ausgedrückt. Deshalb sollte man bei der Auswahl eines Prokuristen besonders sorgfältig und überlegt vorgehen, um sicherzustellen, dass der zukünftige Inhaber der Prokura nicht nur über die fachliche Qualifikation verfügt, sondern auch die gewünschte Loyalität gegenüber dem Unternehmen zeigt.

Ist dann jedoch die Erteilung erfolgt, sollte die Eintragung der Prokura ins Handelsregister möglichst zeitnah erfolgen. Denn nur durch die Eintragung der Prokura in das Handelsregister ist die Zeichnungsberechtigung des Prokuristen auch für Geschäftspartner oder offizielle Stellen nachvollziehbar.

27. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.