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Prokura Gehalt: Verantwortung muss sich lohnen

Prokurist eines Unternehmens zu sein, sollte sich auszahlen. Der Geldbeutel dieses hohen Angestellten sollte also schwerer sein als der von anderen Angestellten.

Denn wer von einem Geschäftsführer Prokura erhalten hat, hat dementsprechend die geschäftliche Vertretungsmacht bekommen und kann eigenhändig wichtige Unternehmensentscheidungen wie z.B. die Aufnahme eines Darlehens treffen.

Ein Prokurist hat demnach eine hohe Verantwortung, die entsprechend honoriert werden sollte. Daher erhalten die meisten Prokuristen zu ihrem Fixgehalt noch eine variable Vergütung. Doch ein solcher Vergütungsvertrag kann es in sich haben. Denn nicht selten gibt es bei der Auszahlung der variablen Vergütung Meinungsverschiedenheiten. Daher sollte in einem Vertrag genau festgelegt werden, wie die variable Vergütung auszusehen hat.

Höhe des Gehalts ist abhängig von der Größe des Unternehmens

Prokuristen haben in ihrem Unternehmen eine spezielle Position. Sie haben eine hohe Verantwortung und zugleich viel Entscheidungsfreiheit. Das macht eine Bezahlung nach Tarif in der Regel überflüssig. Prokura: Definition der leitenden Position im Unternehmen

Daher gesellen sich zu dem Fixgehalt oft Tantiemen hinzu, die mittlerweile immer häufiger in einen Arbeitsvertrag eingebaut werden. Mehr als drei Viertel der Prokuristen haben eine solche Vereinbarung.

In den meisten Fällen entsprechen die variablen Vergütungen zwischen 20% und 25% des gesamten Einkommens. Die Höhe des Einkommens variiert hingegen von Unternehmen zu Unternehmen. Dabei ist allerdings sichtbar, dass kleine Unternehmen deutlich weniger zahlen als große Konzerne.

So kann ein Prokurist in einem kleinen Unternehmen lediglich 35.000 € erhalten, während in mittelständischen Betrieben mit rund 200 Angestellten bereits über 80.000 € bezahlt werden. Bei Konzernen wie beispielsweise Daimler liegen die Einkommen hingegen im sechsstelligen Bereich.

Wie kann eine variable Vergütung aussehen?

Die wohl häufigste Variante der variablen Vergütung ist eine Tantieme, die sich am Gewinn des Unternehmens orientiert. Wichtig ist aber dabei, dass die Bemessungsgrundlage klar definiert ist: Beispielsweise ist es entscheidend, ob der Gewinn vor Steuern oder nach Steuern gemeint ist.

Zusätzlich sollte genau deklariert werden, wie viel der Prokurist vom möglichen Gewinn als Tantieme erhält. So kann unter anderem ein Betrag von 2% des Gewinns als variable Vergütung festgelegt werden.

Als eine weitere Form der variablen Vergütung lassen sich Prokuristen auch Garantietantieme in ihren Vertrag einbauen. Das heißt, sie erhalten unabhängig von der Höhe des Gewinns eine Mindesthöhe ausgezahlt. Prokura Haftung: Worauf man als Prokurist gefasst sein muss

Neben dem Gewinn als Bemessungsgrundlage erhalten Prokuristen variable Vergütungen, die nicht an den Gewinn gekoppelt sind, da der Geschäftsführer vordergründig andere Ziele verfolgt. So kann sich eine variable Vergütung daran orientieren, ob der Prokurist es geschafft hat, eine Niederlassung aufzubauen oder den Betrieb zu sanieren.

Was muss ein Prokurist bei seinem Gehalt beachten?  

Das Gehalt eines Prokuristen stellt sich also zumeist aus zwei Teilen zusammen – dem Fixgehalt und der variablen Vergütung. Das Fixgehalt sollte entsprechend der Größe des Unternehmens und damit der Verantwortung angepasst sein.

Bei der variablen Vergütung müssen beide Seiten – der Inhaber eines Geschäfts und der Prokurist – genau klären, wie die Tantieme ausgestaltet sind. Was ist die Bemessungsgrundlage oder wie hoch darf die variable Vergütung beispielsweise gemessen am Gewinn sein? Zudem sollte festgehalten werden, wann die Tantieme ausgezahlt werden.

Mit diesen Überlegungen kann der Prokurist Streitigkeiten bezüglich der Auszahlung seiner variablen Vergütung umgehen, da im Vertrag alles aufgelistet ist.

2. November 2013

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Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.