MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Prokura oder Handlungsvollmacht? So vergibt man Rechte im Unternehmen

Oftmals wird bei Unternehmen nach Wegen gesucht, wie man Teile der Verantwortung delegieren kann – das geht mit der Prokura oder Handlungsvollmacht. Das Wort „Prokura“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet soviel wie „sich um etwas kümmern“.

Für den Betrieb bedeutet das, es wird meist auf Vertrauensbasis eine Person bestimmt, die mit weiter gehenden Rechten ausgestattet ist. So kann der Geschäftsführer diese Person zum Prokuristen ernennen, der damit verbunden eine erweiterte Handlungsvollmacht besitzt und ihn vertreten kann. Es gibt verschiedene rechtliche Möglichkeiten dafür.

Um die angemessene Reichweite der Rechte für die jeweilige Situation zu bestimmen, sollte man sich sehr genau informieren und wissen, wie weit die Unterstützung der Mitarbeiter gehen soll.

Personalauswahl Prokura

Personen, die in den Geschäftsprozess mit Rechten eingebunden werden, müssen umsichtig selektiert werden. Beispielsweise sollte nicht jedem Unternehmensanwalt die gesamte Vermögenssituation offengelegt werden. Ebenso verhält es sich mit Unternehmern, die sich bereits einen Namen gemacht haben und ihr Auskommen sichern wollen.

Erfahrungen in ähnlichen Positionen oder eine langzeitige Mitarbeit im Unternehmen können bei der Wahl der passenden Personen den Ausschlag geben.Prokura erteilen: Wie es geht und was beachtet werden sollte

Zuerst muss man sich vor Augen halten, wie weit das Vertrauen in die ausgewählte Person geht. Wenn man sich dies klargemacht hat, kann man die Art der Stellvertretung festlegen. Der Gesetzgeber hat dazu unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten vorgesehen, die wir hier näher betrachten.

Prokura Hintergrund

Die Prokura als Form der Stellvertretung hat weitreichende Rechte und muss im Handelsregister eingetragen werden, da der Mitarbeiter mit einer berechtigten Prokura die Geschäfte des Unternehmens in die eigene Hand nehmen kann. Ausgenommen sind hiervon nur grundlegende Konzepte wie die Ausrichtung des Unternehmens selbst oder die Veräußerung von Eigentum oder firmeneigener Immobilien. Das darf kein Prokurist.

Eine Prokura kann auch nicht übertragen werden und ist damit auf die gewählte Person festgelegt. Sie erlischt jedoch nicht mit dem Tod des Geschäftsinhabers. Ein Prokurist kann alle gerichtlichen und außergerichtlichen Prozesse des Unternehmens wahrnehmen und vertreten, außer Insolvenz beantragen.

Auch zu branchenfremden Geschäften ist er berechtigt. So ist es dem Inhaber der Prokura eines Fuhrunternehmens zum Beispiel durchaus möglich, Spielautomaten zu erwerben. Da das Risiko eines Missbrauchs der erteilten Prokura ziemlich groß ist, hat man aber noch andere Formen der Stellvertretung zur Auswahl.

Handlungsvollmacht als Alternative

Eine Handlungsvollmacht klingt zunächst der Prokura sehr ähnlich, unterscheidet sich aber gewaltig von dieser. Selbst wenn eine Handlungsvollmacht mündlich erteilt werden kann, muss sie bei einer aktiven Stellvertretung (beispielsweise einer öffentlichen Ausschreibung) dokumentarisch belegt sein. Prokura-Arten: Bedeutungen von Einzelprokura bis Titularprokura

Im Fall der Handlungsvollmacht vertritt die gewählte Person den Geschäftsinhaber oder einen anderen berechtigten Mitarbeiter des Unternehmens, wie zum Beispiel den Prokuristen. Die Person hat aber nicht das Recht, im Namen des Unternehmens selbst zu verhandeln.

Prokura und Handlungsvollmacht: Unterschiede

Eine Eintragung im Handelsregister ist im Gegensatz zur Prokura bei einer Handlungsvollmacht nicht notwendig, da sie jederzeit an einen anderen Mitarbeiter übertragen werden kann. Branchenfremde Geschäfte sind für den Handlungsbevollmächtigten ebenfalls tabu.

Eine Handlungsvollmacht wird normalerweise nur für einen beschränkten Geschäftsbereich vergeben. Die endgültige Entscheidungsgewalt bleibt in den Händen des Geschäftsinhabers.

Eine übliche Handhabe ist es, mehrere Personen mit spezifischen Handlungsvollmachten im Unternehmen zu beschäftigen. Denn so behält man als Geschäftsführer die Kontrolle. Je nach Unternehmensstruktur kann man Vertreter mit Prokura oder Handlungsvollmacht ausstatten, die bestimmte Bereiche des Betriebs übernehmen können.

26. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.