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Prokurist: Der Bevollmächtigte der Geschäftsführung

Gutes Management ist für ein Unternehmen überlebenswichtig. Oft sehen sich Vorstände und Geschäftsführer jedoch mit den alltäglichen Anforderungen der Führung eines Handelsbetriebes überfordert. Dann kann zusätzlich ein Prokurist bestellt werden, der innerhalb des Unternehmens eine herausgehobene Funktion einnimmt und im Namen des Unternehmens Rechtsgeschäfte tätigen kann. Doch die Macht von Prokuristen ist beschränkt und bleibt letztendlich hinter der des Geschäftsführers zurück.

Prokurist ist Bevollmächtigter der Geschäftsführung

Ein Prokurist hat innerhalb eines Handelsunternehmens die sogenannte Prokura inne. Der Begriff leitet sich vom lateinischen procurare ab und bedeutet so viel wie „Sorge tragen“.

Ein Prokurist ist dazu bevollmächtigt, im Namen des Unternehmens rechtskräftig zu handeln. Somit kann er alle im Rahmen von betrieblichen Erfordernissen nötigen Rechtsgeschäfte durchführen, wie etwa Verträge mit anderen Unternehmen abschließen, Personal einstellen oder Darlehen aufnehmen. Auch das Führen von Rechtsprozessen obliegt seinem Aufgabenbereich.

Die Ernennung eines Prokuristen kann nur durch eine dazu berechtigte Person innerhalb des Unternehmens, z.B. durch den Gesellschafter, Inhaber Geschäftsführer oder Vorstand, erfolgen.

Prokuristen – die heimlichen Chefs der Unternehmen?

Als Handlungsbevollmächtigter ist der Prokurist mit umfassenden Befugnissen ausgestattet.

Prokuristen nehmen daher nicht nur nach außen hin, sondern auch innerhalb Unternehmens eine herausragende Rolle ein. Kein Wunder, denn in kaum einer anderen Position in der Führungsebene besteht neben der Geschäftsführung so viel Handlungsspielraum und Möglichkeit, Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens zu nehmen.

Nicht selten werden Prokuristen sogar als die „heimlichen Chefs“ wahrgenommen, denn sie vereinen zwei wichtige Eigenschaften in sich: Sie verfügen einerseits über die Entscheidungsmacht und andererseits über profundes Fachwissen und unmittelbare Nähe zu den Mitarbeitern.

Das darf ein Prokurist nicht

In gewisser Weise agiert ein Prokurist ähnlich wie ein zwischenzeitlicher Geschäftsführer, der in Abwesenheit des Chefs einspringen bzw. ihm dauerhaft Aufgaben abnehmen kann. Als Vertreter wird er auch offiziell ins Handelsregister eingetragen.

Allerdings gilt der Prokurist im rechtlichen Sinne nicht als Kaufmann. Seine Befugnisse sind rechtlich klar definiert und bleiben hinter dem des Geschäftsführers zurück.

So darf ein Prokurist weder persönliche Dinge des Geschäftsführers noch sogenannte Grundlagengeschäfte tätigen. Dazu gehören beispielsweise die Unterzeichnung von Jahresabschlüssen, die Anmeldung einer Insolvenz oder die Änderung der Rechtsform. Auch der eigenmächtige Verkauf von Immobilien ist dem Prokuristen nicht gestattet. Natürlich darf ein Prokurist auch keine weitere Prokura erteilen.

Große Verantwortung von Prokuristen wirft Haftungsfragen auf

Mit der Erteilung der Prokura werden einem Mitarbeiter erhebliche Befugnisse eingeräumt und somit großes Vertrauen entgegengebracht. Entsprechend groß ist die Verantwortung, die der Prokurist für das Unternehmen und dessen Mitarbeiter trägt. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage danach, wie die Haftung definiert ist.

20. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Nina Tack
Von: Nina Tack. Über den Autor

Nina Tack ist Volkswirtin und beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Wirtschaft und Finanzen.