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Prokuristen-Gehalt: So viel verdienen die „heimlichen Chefs“

Ein Prokurist erfüllt in einem Unternehmen eine der wichtigsten kaufmännischen Aufgaben. Er ist als leitender Angestellter des Unternehmens handlungsbevollmächtigt. Das heißt, er ist als Stellvertreter der Geschäftsleitung berechtigt, alle Arten von Rechtsgeschäften für das Unternehmen vorzunehmen.

Prokuristen: Letztendlich ein Angestellter

Der Prokurist ist in seiner rechtlichen Funktion im Unternehmen stets Arbeitnehmer. Der Geschäftsführer hingegen kann sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber sein, nämlich dann, wenn es sich um ein inhabergeführtes Unternehmen handelt.

Aufgrund des hohen Grades an Verantwortung nehmen Prokuristen jedoch eine besondere Stellung innerhalb des Unternehmens ein. Dies spiegelt sich auch im Gehalt wider.

Bezüge unterscheiden sich nach Branche, Region und Geschlecht

Aufgrund der umfassenden Kompetenzen eines Prokuristen, stellen Tarifgehälter allenfalls die Untergrenze für Fixgehälter dar. Üblich ist eine weit übertarifliche Bezahlung.

Das Gehalt von Prokuristen hängt dabei wie bei anderen leitenden Angestellten von vielerlei Faktoren ab: Neben der Größe des Unternehmens und dessen wirtschaftlicher Lage spielen die Erfahrung und das Verhandlungsgeschick des Prokuristen eine wichtige Rolle.

Über 80 % der leitenden Angestellten in Deutschland erhalten neben dem Fixgehalt auch eine variable Vergütung. Bei der variablen Komponente werden Tantiemen-Regelungen immer beliebter. Tantiemen orientieren sich im Unterschied zu klassischen Provisions-oder Bonuszahlungen nicht am Ergebnis eines einzelnen Geschäftsabschlusses, sondern am Ergebnis des gesamten Unternehmens oder Unternehmensanteils.

Bezüge von Prokuristen abhängig von Branche

Die Gehälter von Prokuristen können je nach Branche stark variieren.

Am besten bezahlt sind Prokuristen in der Chemie und Verfahrenstechnik mit einem Jahreskommen von durchschnittlich 118.438 €. Darauf folgen Prokuristen in der Automobilindustrie mit 116.397 € und im Maschinenbau mit 90.691 €.

Auch das Bundesland spielt eine Rolle: Die höchsten Gehälter erhalten Prokuristen in Hessen mit durchschnittlich 94.493 € (Männer) und 67.182 € (Frauen). Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 65.710 € (Männer) und 46.501 € (Frauen).

Die auffällige Gehaltsdiskrepanz zwischen Männern und Frauen ist aber nicht zwangsläufig auf eine Ungleichbehandlung zurückzuführen, die dem Prokuristen-Beruf zu Eigen ist. Eine entscheidende Rolle für den Gehaltsunterschied spielt auch der typische Karriereverlauf von Männern und Frauen, der sich für Prokuristinnen nicht von anderen Berufsgruppen unterscheidet. Außerdem ist  die Branche ein wichtiger Faktor. Auch hier gibt es die typischen Präferenz-Unterschiede bei Männern und Frauen.

Verantwortungs-Prämie bei Prokuristen üblich

Grundsätzlich kann ein leitender Angestellter, dem die Prokura erteilt wird, mit einem Gehaltsanstieg rechnen, der die gestiegene Verantwortung und die damit einhergehenden (Haftungs-)risiken widerspiegelt.

5. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Nina Tack
Von: Nina Tack. Über den Autor

Nina Tack ist Volkswirtin und beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Wirtschaft und Finanzen.