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Quanto-Zertifikate: So sichern Sie Währungsrisiken ab

Die Investition in Wertpapiere, die nicht in Euro notieren, wird auch für deutsche Anleger immer interessanter. Schnell stellt sich dann die Frage, wie mit dem Risiko von Währungsschwankungen umzugehen ist. Abhilfe kann ein sogenannter Quanto schaffen: Mit einem Quanto-Zertifikat erwirbt ein Anleger die Währungsabsicherung auf Basiswerte wie Aktien, Indizes oder Rohstoffe.

„Quanto“ steht für einen Produktzusatz bei einem Anlageprodukt, das in einer Fremdwährung notiert. Ein mit einem Quanto versehenes Produkt zeichnet sich dadurch aus, dass sein Wert sich unabhängig von der Entwicklung des Wechselkurses entwickelt. Dadurch wird ein Investment so gestellt, als wäre der Wechselkurs seit dem Kaufzeitpunkt konstant geblieben.

Mit einem Quanto können somit Währungsschwankungen von vornherein ausgeschalten werden – nur die Performance des Basiswertes zählt. Auch wenn dies zunächst sehr verlockend klingt, sollten sich Anleger sich nicht von dieser Sicherheit blenden lassen.

Wie alle Sicherheiten hat diese nämlich seinen Preis: Quanto-Zertifikate haben einen in aller Regel höheren Spread, also eine höhere Spanne zwischen An- und Verkaufskurs als andere Zertifikate.

So funktioniert ein Quanto: Rechenbeispiel

Angenommen Herr Müller möchte ein Index-Zertifikat auf den S&P 500 bei einem Stand von 1.000 USD kaufen. Zum Kaufzeitpunkt beträgt der Euro-Dollar-Wechselkurs 1,00 EUR/USD, d. h. 1 Euro = 1 US-Dollar. Herr Müller investiert 1000 Euro.


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Wenn der S&P 500 um 5% zulegt, dann ist Herr Müllers Index-Zertifikat 1050 USD wert. Innerhalb des gleichen Zeitraumes steigt der Wert des Euro gegenüber dem Dollar um 5 %, dh. 1 Euro = 1,05 USD.

Verkauft Herr Müller nun das Zertifikat, erhält er gerade einmal die 1.000 Euro eingesetztes Kapital zurück, obwohl der Basiswert gestiegen ist. Die Wechselkurs-Veränderung hat den gesamten Gewinn „aufgefressen“. Ein Quanto hätte dies verhindern können. Und so funktioniert es:

Herr Müller kauft das Zertifikat für 1.000 Euro und leiht sich gleichzeitig 1.000 USD, die er in Euro wechselt. Steigt nun der Euro-Wechselkurs um 5%, erleidet Herr Müller zwar immer noch einen „Verlust“ aus seinem Index-Zertifikat, profitiert dafür aber in gleichem Maße vom stärkeren Euro, wenn der den 1.000 USD Kredit zurückzahlt.

Einen solchen Quanto muss sich Herr Müller natürlich nicht selbst konstruieren, sondern erwirbt diesen als Zusatz zum jeweiligen Basiswert.

Die an den Herausgeber des Quanto entrichtete „Quanto-Gebühr“ hängt dabei von dem komplexen Zusammenspiel zwischen dem Zinsniveau der beiden Währungsräume, der Volatilität des Basiswertes und des Wechselkurses, sowie der Korrelation zwischen dem Basiswert und dem Wechselkurs ab.

Eine Währungsabsicherung lohnt sich für Privatanleger nicht immer

Eine Absicherung gegen das Währungsrisiko ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn der zugrunde liegende Basiswert auf einer Währung beruht, die starken Schwankungen ausgesetzt ist. Dies ist typischerweise bei Basiswerten der Fall, die in der Währung eines Schwellen- oder Entwicklungslandes notieren.

Die jüngste Vergangenheit hat aber gezeigt, dass auch Währungen von Industrienationen oftmals starken Schwankungen unterliegen.

Im Extremfall kann es daher wie in Herrn Müllers Beispiel passieren, dass der Basiswert eine gute Entwicklung nimmt und die Gewinne von der Währungsschwankung egalisiert werden.

Eine Absicherung lohnt sich aus Anlegersicht aber nicht immer. Grundsätzlich ist ein Quanto dann sinnvoll, wenn Anlage- und Währungsrisiken strikt getrennt werden sollen. Für Anleger müssen Währungsschwankungen aber nicht unbedingt schlecht sein: Wäre in oben genanntem Beispiel eine starke Aufwertung des Dollar gegenüber dem Euro zu erwarten gewesen, so hätte Herr Müller von dieser Entwicklung ohne Quanto stärker profitiert als mit.

Daher sollten sich Anleger vor einer Entscheidung für oder gegen ein Quanto-Zertifikat fragen, ob man mit einer Kursentwicklung rechnen kann, die eine Absicherung attraktiv erscheinen lässt.

5. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Nina Tack
Von: Nina Tack. Über den Autor

Nina Tack ist Volkswirtin und beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Wirtschaft und Finanzen.