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Quellensteuer: Dividenden aus dem Ausland meist doppelt besteuert

Hat sich ein Anleger für Aktien aus dem Ausland entschieden, wird er bei dem Erhalt von Ausschüttungen meist doppelt zur Kasse gebeten.

Sowohl der ausländische Staat als auch der deutsche Staat ziehen von der Dividende eine Quellensteuer ab und können den Aktionär auf diese Weise um viel Geld bringen.

Wie die Quellensteuer auf Dividenden berechnet wird

Die ausländische Steuer wird nach einem Schema, das Teil der Doppelbesteuerungs-Abkommen ist, berechnet. Als Grundlage dient hierbei die Abgeltungssteuer, die seit 2009 in Deutschland auf alle Kapitalerträge wie auch Kursgewinne erhoben wird. Sie beträgt 25%.

Die ausländische Quellensteuer wird nun anteilig oder auch komplett auf den Abgeltungssteuersatz angerechnet. Für Dividenden gilt eine Höchstgrenze von 15%.

Liegt die Quellensteuer bei Dividenden also unter 15%, gibt es für den Anleger keine Probleme. Sein Ertrag wird mit 25% versteuert, so wie es auch bei einer inländischen Aktie der Fall gewesen wäre.

Bei einer Quellensteuer, die über dem festgelegten Satz liegt, wird es kompliziert. Der Anteil der Steuer, der über 15% hinausgeht, ist für den deutschen Staat nun erstattungsfähig und nicht mehr anrechenbar. Dadurch muss der Aktionär sich selbst darum kümmern, das zu viel gezahlte Geld zurückzubekommen.

Quellensteuer auf Dividenden: Höhe variiert von Land zu Land

In Spanien liegt die pauschale Quellensteuer auf Dividenden bei 21%, in Italien bei 20%, in Norwegen bei 25% und in der Schweiz sogar bei 35%.

Der Weg zur Rückerstattung dieses Geldes ist mit einer Menge Papierkram und Bürokratie gepflastert, so dass viele Anleger auf das Geld verzichten, da es zu aufwendig ist. Insbesondere lohnt es nicht bei einem Differenzbetrag unter 100 €, da die Verwaltungsgebühren zu hoch sind.

Die doppelte Quellensteuer geschickt umgehen

In Ländern wie Schweden oder Frankreich können sich ausländische Anleger im örtlichen Finanzamt registrieren lassen, um so den Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, die bei einer Quellensteuer über 15% beginnen. Das ausländische Finanzamt reduziert die Quellensteuer dann vorab auf den entsprechenden Betrag und der Anleger erspart sich nervenaufreibenden Papierkram.

Ein weiterer Trick ist das Verkaufen der Aktie kurz vor dem Dividendenstichtag. Von der Dividende bereinigt, kann die Aktie dann nach der Ausschüttung zu einem günstigeren Preis wieder zurückgekauft werden.

Ob sich dies wirklich lohnt, muss allerdings wohl überlegt werden. Immerhin entfällt der Aufwand, das Geld vom ausländischen Staat zurückzuholen. Jeder Anleger muss für sich herausfinden, welcher Weg der beste ist, um die Doppelbesteuerung bei ausländischen Aktien zu  umgehen.

25. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.