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Quellensteuer: Griechenland erhebt fiktive Steuer

Hat ein Anleger Aktien eines ausländischen Unternehmens, so entstehen insbesondere bei der Auszahlung der Dividenden häufig Komplikationen.

Denn nicht nur der ausländische, sondern auch der deutsche Fiskus ziehen eine Quellensteuer von der Dividende ab und bringen den Aktionär so um viel Geld. Nicht jedoch in Griechenland! Dort gelten andere Regeln als in Spanien, Frankreich oder Norwegen.

Griechenland: Quellensteuer hat auch gute Seiten

In Griechenland werden nicht so wie in anderen Ländern doppelte Steuern abgezogen, dort funktionieren das Anlegergeschäft und die Ausschüttung von Dividenden und Erträgen etwas anders.

Anleger, die griechische Aktien besitzen, müssen in Griechenland nämlich gar keine Steuern zahlen – nur in Deutschland – und dürfen sogar die Quellensteuer auf ihre Auslandsanleihen beim deutschen Staat geltend machen, obwohl ihnen keine Steuern in Griechenland abgezogen werden. Diese Steuer nennt sich fiktive Quellensteuer, da sie gar nicht wirklich berechnet wird.

Was die fiktive Quellensteuer in Griechenland bringt

Entwicklungs- und Schwellenländern und wirtschaftlich schwächeren Staaten wie eben Griechenland, die derzeit in der Krise stecken, soll auf diese Art und Weise der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert werden. Für Griechenland werden 10% Quellensteuer berechnet, für Portugal 15% und für Brasilien sogar 20%.

Falls aber tatsächliche Quellensteuer einbehalten wurde, sinkt der Steuervorteil aus der Anrechnung der fiktiven Quellensteuer. Für die fiktive Quellensteuer gilt zudem, dass sie in der Einkommensteuererklärung nur anteilig geltend gemacht werden kann.

Einzig der Teil, der auf ausländische Zinseinkünfte entfällt, ist für die Quellensteuer aus Griechenland relevant. Ein eventueller Anrechnungsüberhang verfällt.

Warum es die fiktive Quellensteuer gibt

Die fiktive Quellensteuer in Griechenland existiert als Ausgleich für das höhere Bonitätsrisiko, das bei einem Aktienkauf in diesem Land eingegangen wird. Ohne diesen Steuervorteil müsste Griechenland für die Wettbewerbsfähigkeit am Kapitalmarkt bessere Zinskonditionen bieten.

Für Anleger soll es so attraktiver sein, auch in wirtschaftlich schwächeren Ländern Anteile an Unternehmen zu kaufen.

Die Gutschrift der Steuer ist eine Art wirtschaftliche Hilfe für das Land. Auch in Indien, der Türkei oder China gelten diese fiktiven Quellensteuern. In Indien oder Vietnam sind die Steuervorteile aber befristet. Die Nettorendite der ausländischen Aktien erhöht sich dank der fiktiven Quellensteuer.

Fazit: Ein Beispiel zum Schluss

Bei einer Anrechnung einer fiktiven Quellensteuer von 15% zahlen Anleger statt 25% Abgeltungssteuer nur noch 10% Einkommensteuer.

Seit im Jahr 2009 die Abgeltungssteuer eingeführt wurde, übernehmen auch die Banken die Abrechnung. Der Anleihebesitzer muss in seiner Einkommensteuererklärung keine Angaben mehr dazu machen.

21. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.