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Quellensteuer Indien: Keine Steuerersparnis ohne Registrierung

Der indische Staat besteuert aus Indien stammende Zahlungen mit einer Quellensteuer. Diese Zahlungen sind in Rechnung gestellte technische und beratende Dienstleistungen eines ausländischen Unternehmens oder auch Zahlungen für Lizenzen und Zinsen. Im Falle eines reinen Warengeschäftes wird die Quellensteuer nicht fällig.

Abführung der indischen Quellensteuer und deren Höhe

Der indische Zahlungsleistende ist gesetzlich dazu verpflichtet, die fällige Steuer direkt einzubehalten und an den indischen Fiskus abzuführen.

Steuerschuldner bleibt jedoch weiterhin Empfänger der Zahlung. Aus diesem Grund erfolgt die Zahlung an den Empfänger nur zu dem um die einbehaltene Steuer gekürzten Betrag. Die Steuersätze belaufen sich für Dienstleistungen wie auch für Lizenzgebühren und Zinsen auf jeweils 10%.

Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Indien und Deutschland: 10% können angerechnet werden

Das geltende Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Indien und Deutschland sieht vor, dass der steuerliche Höchstsatz für die Quellensteuer auf 10% festgelegt ist.

Das heißt, in dieser Höhe kann die in Indien geleistete Steuerschuld auf die deutsche Körperschaftssteuer angerechnet werden. Dieses Übereinkommen dient der Vermeidung einer internationalen Doppelbesteuerung.

Quellensteuer: Indien setzt auf die Permanent Account Number (PAN)

Seit dem 1.04.2010 hat der indische Staat mit einem speziellen Gesetz eine wichtige Neuerung im Zusammenhang mit der Erhebung von Quellensteuern auf Zahlungen an ausländische Unternehmen erlassen. Das Gesetz sieht vor, dass alle Unternehmen und Personen, die in Indien quellensteuerpflichtige Einkommen erzielen, steuerlich registriert sein müssen.

Seitdem muss der Rechnungssteller dem Zahlungsleistenden spätestens bei Rechnungsstellung seine indische Steuernummer, die sogenannte Permanent Account Number (PAN), mitteilen.

Nur unter dieser Voraussetzung findet der durch das Doppelbesteuerungsabkommen festgesetzte Steuersatz von 10% seine Anwendung. Wird die PAN nicht vorgelegt, erhöht sich die entsprechende Besteuerung auf mindestens 20%.

Von diesen 20% können dann nur 10% in der deutschen Steuererklärung angerechnet werden, sodass die restlichen 10% nicht steuerlich geltend gemacht werden können.

Die Permanent Account Number: Wichtiger Mitspieler im indischen Steuergesetz

Die Permanent Account Number (PAN) dient der Registrierung bei der indischen Steuerbehörde. Hierbei handelt es sich um eine zehnstellige Nummer, die bei jeglichem Rechnungsverkehr mit indischen Kunden angegeben werden sollte.

Nach Abführung der Quellensteuer erhält der Zahlungsleistende dann eine Bescheinigung, mit der der Rechnungssteller den jeweiligen Steuerbetrag in Deutschland geltend machen kann. Beantragt werden kann die PAN bei der Deutsch-Indischen Handelskammer. Die Kosten liegen hierbei bei 250 € plus 10,3% Service Tax.

Quellensteuer in Indien: Registrierung fordert Verpflichtungen

Mit der Registrierung bei der indischen Steuerbehörde erhält man nicht nur die PAN und kann damit eine Menge Steuern sparen, sondern man geht auch eine Reihe von Verpflichtungen ein.

Folgende Auflagen fordert der indische Staat im Gegenzug:

  • Steuerpflicht: Alle Unternehmen, die in Indien Einnahmen erzielen, sind dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
  • Interne Verrechnungen: Leistungen innerhalb von miteinander verbunden Gesellschaften (z.B. zwischen Mutterkonzern und Tochterunternehmen) müssen mit üblichen Marktpreisen vergleichbar sein. Dies muss durch einen indischen Wirtschaftsprüfer zertifiziert werden.
  • Buchhaltungsvorschriften und die Steuerprüfungspflicht müssen darüber hinaus eingehalten werden.

Werden diese Bedingungen eingehalten, dann unterliegt die Quellensteuer in Indien den geltenden Voraussetzungen des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Indien und Deutschland.

21. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.