von Janne Joerg Kipp

Rating-Irrtum inklusive: das BP-Drama und die Spätfolge

Rating-Irrtum bei Analysten.

"Crash"-Investor Günther Hannich weiß: Staatsanleihen sind höchst gefährdet. Damit ist er Analysten überlegen, wie wir hier zeigen.

BP und das Drama: Folgen für Ratings

Die wichtigste Note bei Ratings für Anleihen ist die "AAA". Besser geht es nicht - und ist doch kein Gütesiegel, das vor Pleiten schützt. Dies wissen Investoren seit dem BP-Drama, da BP dieses Rating geschafft hatte und dann plötzlich als unsicher galt. Analysten ziehen aus diesem scheinbaren Rating-Irrtum als Spätfolge vollkommen falsche Schlüsse. Eine Warnung für Sie.

So heißt es etwa: unerwartete Ereignisse könnten ein Unternehmen wie BP in den Ruin treiben. Das Rating ist dann nichts mehr wert, die Anleihe im Zweifel einfach nur noch Schrott. Dagegen aber schützen angeblich die großen Volkswirtschaften.

Diese könnten Großereignisse oder unerwartete Ereignisse "besser verkraften". Falsch, wie wir wissen. Das Rating für BP und dessen Drama hat daher unangenehme Spätfolgen.

Analysten-Sicht erklärt falsche Flucht

Wenn Analysten und professionelle Beobachter dies so sehen, ist klar, wen sie damit noch in Investments treiben können. Falsch beratene große Investoren wie Versicherungsentscheider, Family-Office-Betreiber oder Fondsmanager. Volkswirtschaften können solche Fehler ebenso wenig oder noch weniger auffangen als Unternehmen.

Ein kurzer Vergleich: ein Unternehmen wie BP wird von klaren Strukturen kontrolliert. Die ungefähre Struktur, wie wir sie aus Deutschland kennen: ein Aufsichtsrat vertritt die Interessen der Eigentümer und kontrolliert sowie bestellt einen Vorstand.

Der Vorstand verantwortet, kennt und leitet das operative Geschäft und kann ein halbwegs überschaubares Verantwortungsgebiet lenken und aussteuern. Eine Volkswirtschaft funktioniert anders - viel gefährlicher.

Risiko Volkswirtschaft

Jede Regierung, die ins Amt kommt, findet derzeit höchste Schulden vor. Dies sind gleichzeitig Zahlungsverpflichtungen in Form von Schuldendiensten und Zinsen. Die machen meist einen hohen - bindenden - Anteil des Staatshaushaltes aus. 

Es gibt eine große Rechtssprechung mit eigenem Gestaltungsspielraum, eine handelnde Bürokratie, Zahlungsversprechen in Form von Sozialleistungen, Verpflichtungen gegenüber einem enormen Heer an Staatsbediensteten. Kein Haushalt der größeren Volkswirtschaften ist auch nur annähernd "frei".

Eine Steuermasse bleibt in aller Regel nicht, allenfalls als politisches Schauspiel. Ausgabenkürzungen, in der Öffentlichkeit ausreichend dargestellt und beworben, beziehen sich auf prozentuale Anteile aus dem Gesamthaushalt. Daher sind Volkswirtschaften so anfällig gegenüber Krisen weltweit geworden. 

Sobald auch nur eine große "systemrelevante" Branche wie Banken oder Versicherungen kippt, gerät inzwischen jede große Volkswirtschaft ins Wanken. Japan, Griechenland, die USA, Spanien, Irland, die Eurozone - überall die selben Bilder. 

GeVestor.de meint: "AAA" bei Unternehmensanleihen ist daher das deutlich sicherere Geschäft und die bessere Bewertung für Investoren. Der Rating-Irrtum liegt auf Seiten der Analysten. Staaten mit "AAA" werden aktuell von Großereignissen schneller betroffen sein. Das BP-Drama treibt als Spätfolge zu viele Investoren in die falschen Staatsanleihen.

Klinken Sie sich aus. Edelmetalle statt Staatsanleihen, dies ist unsere Empfehlung. 

 
 

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.