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Ratingagenturen und was ihre Einstufungen bedeuten

Spezielle Buchstaben-Codes machen eine Aussage über die Einstufungen von Ratingagenturen.

Sie stehen für Kreditwürdigkeit von Unternehmen oder Staaten. Diese Bedeutung haben sie.

Moody‘s, Standard & Poor‘s und Fitch sind die größten Ratingagenturen

Das Ziel der Einstufungen der Ratingagenturen ist es, Investoren und Gläubigern Klarheit über die Zahlungsfähigkeit ihres Schuldners zu verschaffen.

Hier lesen Sie, welche die wichtigsten Ratingagenturen sind und was die einzelnen Einstufungen genau zu bedeuten haben.

Die drei Ratingagenturen mit dem höchsten Bekanntheitsgrad sind Moody‘s, Standard & Poor’s und Fitch. Ihre Einstufungen – und häufig Herabstufungen – haben einen großen Einfluss auf die Stimmung an den Börsen und in der gesamten Wirtschaft.

Alle drei Agenturen waren gerade in der letzten Zeit aufgrund der Euro-Krise immer wieder in den Medien. Denn es regnete Herabstufungen für die EU-Sorgenkinder.

Erst im Juli war auch Rating-Musterschüler Deutschland in den Schlagzeilen, weil Moody’s den Ausblick für Deutschland auf negativ herabstufte. Unruhe an der Börse ist eine der häufigsten Reaktionen, wenn Ratingagenturen neue Einstufungen vornehmen.

Die Verantwortung, die Ratingagenturen mit ihren Einstufungen haben, ist nicht zu unterschätzen. Denn ihnen wurde eine starke Mitschuld an der Finanzkrise zugesprochen.

Der Grund: Sie hatten zahlreiche Ramschpapiere als „sichere Anlagen“ eingestuft. Anleger hatten sich auf das Rating verlassen und mussten später starke Verluste in Kauf nehmen.

Einstufungen geben Auskunft über das Ausfallrisiko

Fasst man die Einstufungen der verschiedenen Ratingagenturen zusammen, kann man sagen, dass die Skala mit der Bestnote „AAA“ („Triple-A“) beginnt und schließlich bei „D“ endet.

Die so genannten Investmentklassen bewegen sich von AAA bis BBB bei Standard & Poor’s und Fitch. Bei Moody’s bewegen sie sich zwischen Aaa bis Baa. Moody’s trifft seine Einstufungen nicht nur mit Buchstaben, sondern zusätzlich noch mit Nummerierungen.

Die Zahl 1 bedeutet, dass entsprechende Schuldverschreibungen in das oberer Drittel der Ratingkategorie (zum Beispiel A) einzuordnen sind. Die Zahlen 2 oder 3 bedeuten dementsprechend eine Einordnung in das mittlere und untere Drittel.

Ratingagenturen-Einstufungen: Investieren lohnt sich bis BB+

Wie bereits erwähnt, ist die höchste Einstufung der Ratingagenturen Triple A, also AAA. Wird ein Schuldner in diese Kategorie eingestuft, bedeutet es, dass er die höchste Bonität besitzt und dass sein Ausfallrisiko auch längerfristig zu vernachlässigen ist.

Im Einstufungsbereich von AA+ bis AA- (bei S&P und Fitch) beziehungsweise Aa1 bis Aa3 (Moody’s) können Gläubiger davon ausgehen, dass es sich um eine sichere Anlage handelt.

Das Ausfallrisiko ist ebenfalls zu vernachlässigen. Der einzige Unterschied: Das Ausfallrisiko ist für die Zukunft schwerer abzuschätzen.

Die obere Mittelklasse bewegt sich zwischen A+ und A- (S&P und Fitch) beziehungsweise A1 bis A3 (Moody’s).

Solange es nicht zu unvorhersehbaren Ereignissen für die Gesamtwirtschaft oder die Branche kommt, handelt es sich hierbei noch um eine sichere Anlage.

Die letzte Tranche der Investmentklasse ist BBB+ bis BBB- (S&P und Fitch) beziehungsweise Baa1 bis Baa3 (Moody’s).

Hier handelt es sich um durchschnittlich gute Anlagen. Allerdings ist bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaftslage mit Problemen zu rechnen.

Ab BB+ beziehungsweise Ba1 wird es spekulativ

Wenn die Ratingagenturen Einstufungen von BB+ (S&P und Fitch) beziehungsweise Ba1 (Moody’s) treffen, wird es spekulativ.

Hier handelt es sich um die harmloseste Form von spekulativen Anlagen. Kommt es zu einer Verschlechterung der Wirtschaftslage, ist mit einem Zahlungsausfall zu rechnen.

Von hier bis D (bei Moody’s C) wird der Zahlungsausfall immer wahrscheinlich. Die letzte Stufe steht für den sicheren Zahlungsausfall des Schuldners.

Wenn Sie also zu der Gruppe der Zocker gehören, die den Nervenkitzel lieben, können Sie auch auf spekulative Anlagen ab BB+ und abwärts setzen.

Sind Sie eher der sicherheitsbedürftige Anleger, sollten ab BB+ und schlechter die Alarmglocken läuten.

Mehr dazu: „Wie bewerten Ratingagenturen?“.

28. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.