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Re-Balancing: So machen Sie Ihr Depot fit

Angesichts der Tatsache, dass sich die Aktienmärkte im Grunde seit dem Jahr 2009 in einem übergeordneten Aufwärtstrend befinden und derzeit (zumindest in Deutschland) beinahe täglich neue Höchststände erreichen, werden einige Anleger allmählich etwas nervös und wollen ihr Depot umschichten oder gar räumen.

Diese Nervosität ist aus meiner Sicht unangebracht. Eine Depot-Umschichtung ist aber dennoch von Zeit zu Zeit sehr sinnvoll. Denn: Auch wenn Ihr Depot in den vergangenen Jahren gut gelaufen ist und Sie derzeit keine Angst vor einem Crash haben, sollten Sie Ihr Depot umschichten. Hier gilt nicht die Sportlerweisheit: „Never change a winning team!“ (Ändere nie ein erfolgreiches Team!).

Warum das so ist, erfahren Sie gleich. Zu Beginn einer jeden Börsenkarriere steht entsprechend der jeweiligen Risikomentalität und der persönlichen Ziele und Wünsche die Auswahl einer passenden Anlagestrategie oder zumindest die Überlegung, in welche Anlageklassen und in welchem Maße investiert werden soll.

Letzteres wird in der Fachsprache auch als „Asset Allocation“ bezeichnet. Gemeint ist mit diesem Begriff im Grunde nichts anderes als die Vermögensaufteilung. Falls Sie an der Börse konservativ agieren möchten, bietet sich die 70:30-Strategie an.

70% des Kapitals investieren Sie in relativ sichere Anlagen (Mischfonds, Value-Aktien wie Nestlé, Reckitt Benckiser oder Coca-Cola und Cash-Reserven) und 30% in spekulative Investments (wachstumsstarke Nebenwerte, Schwellenländer, Rohstoffe).

Achten Sie auf das Gleichgewicht in Ihrem Depot

Läuft die Börse gut, werden die spekulativen Positionen überdurchschnittlich gut abschneiden und die konservativen Anlagen wertmäßig abhängen. Nach 12 Monaten kann es dann passieren, dass Ihr Depot auch ohne aktive Umschichtung ein 50:50-Verhältnis erreicht hat.

Aufgrund der hohen Kursgewinne kommen die spekulativen Wachstumswerte zusammen auf ein Depot-Gewicht von 50 Prozent. Genau dann müssen Sie entscheiden, ob Sie bewusst etwas offensiver anlegen möchten, oder ob Sie nicht doch mit der ursprünglichen 70:30-Strategie ruhiger schlafen können.

Wenn das so ist, müssen Sie bei den spekulativen Positionen Gewinne mitnehmen (also Teile dieser Positionen verkaufen) und das freie Kapital in die konservativeren Positionen investieren. Diesen Vorgang nennt man „Re-Balancing“ – also das Depot wieder ins Gleichgewicht bringen.

Wenn Sie das nicht machen, wird Ihre Depot-Struktur spätestens nach drei Jahren nicht mehr zu erkennen sein. Dann haben Sie ein Zufalls-Depot. Eine unerwartete Börsenentwicklung kann Sie dann auf dem falschen Fuß erwischen.


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Ich empfehle Ihnen, Ihr Depot mindestens einmal pro Jahr gründlich unter die Lupe zu nehmen. Vergleichen Sie die aktuelle Struktur und Gewichtung mit dem Ausgangswert. Gibt es deutliche Abweichungen, bieten sich die oben beschriebenen Umschichtungen an.

Damit diese Depot-Optimierung auch regelmäßig durchgeführt wird (in guten Phasen „vergisst“ man diese Arbeit erfahrungsgemäß gerne), sollten Sie sich einen festen Termin aussuchen. Das können die oft ruhigen Börsentage zwischen Weihnachten und Neujahr sein, aber auch ein Wochenende in den Sommerferien. Wichtig ist nur, dass Sie einen festen Rhythmus einhalten.

Wie Sie die Überprüfung Ihres Depots angehen sollten

Zuallererst sollten Sie sich beim Depot-Check Zeit nehmen. Sie sollten – wie bereits angesprochen – nach Ungleichgewichten suchen. Wenn Sie ein Ungleichgewicht an der einen oder anderen Stelle ausgemacht haben, geht es darum, dieses auszugleichen. Doch was tun?

Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass, wenn spekulative Positionen besonders gut gelaufen sind, das Verhältnis von spekulativen zu konservativen Positionen dadurch verschoben wurde. Das nachfolgende und aus Gründen der Anschaulichkeit stark vereinfachte Beispiel soll Ihnen zeigen, wie solche Verschiebungen zustande kommen.

Ein Musterbeispiel, das Ihnen zeigt, wie es zu einem Ungleichgewicht innerhalb Ihres Depots kommen kann

Nehmen wir zunächst einmal an, dass Sie der 70:30-Strategie folgen und ursprünglich 10.000 Euro investiert haben. Sie haben demzufolge für 7.000 Euro konservative Papiere gekauft und für 3.000 Euro spekulative Anlagen. Wenn dann die konservativen Papiere innerhalb eines Jahres um 10% zulegen und die spekulativen Anlagen um 30%, sieht Ihr Depot am Ende des Jahres wie folgt aus:

7.000 Euro + 10% Gewinn (700 Euro) = 7.700 Euro

3.000 Euro + 30% Gewinn (900 Euro) = 3.900 Euro

Gesamtwert: 7.700 Euro + 3.900 Euro = 11.600 Euro

Soweit so gut. Die Verschiebung des Gleichgewichtes innerhalb Ihres Depots wird aber erst so richtig deutlich, wenn Sie sich die Sache einmal prozentual anschauen. Zur Erinnerung: Sie wollten gemäß der 70:30-Strategie nur 30% Ihres Kapitals in spekulative Anlagen investieren.

Schauen wir uns also jetzt Ihre Vermögensverteilung nach nur einem Jahr an:

30% von 11.600 Euro (Depot-Stand nach einem Jahr) = 3.480 Euro

Stattdessen beträgt der Anteil Ihrer spekulativen Depot-Positionen nach nur einem Jahr bereits 33,6%. Denn insgesamt sind nach einem Jahr 3.900 Euro (3.000 Euro Startkapital + 900 Euro Gewinn) in spekulativen Anlagen investiert. In den Folgejahren können daraus sogar 40 oder 50% werden.

Wie Sie das Gleichgewicht in Ihrem Depot wiederherstellen können

Wenn Sie Ihrer Vermögensverteilung treu bleiben wollen, müssten Sie – wenn sich Ihr Depot so entwickelt hat wie in unserem fiktiven Beispiel – einen Teil Ihrer spekulativen Positionen auflösen. Dies können Sie beispielsweise tun, indem Sie einzelne Positionen komplett auflösen oder Teilverkäufe tätigen.

Einzelne Positionen komplett auflösen bedeutet, dass Sie die komplette in Ihrem Depot befindliche Anzahl der Aktien eines Unternehmens verkaufen. Wenn Sie jedoch alle Unternehmen, die dem spekulativen Teil Ihres Depots zuzuordnen sind, nach wie vor für aussichtsreich halten, bieten sich Teilverkäufe an.

Das bedeutet, dass Sie einen Teil der Aktien von einem oder mehreren Unternehmen verkaufen. Hierzu noch ein Tipp, wie Sie bei der Auswahl der Verkaufspositionen vorgehen sollten:

Sie sollten die Entscheidung, ob Sie sich ganz oder teilweise von einer Position trennen, nicht davon abhängig machen, wie sich diese Position bislang entwickelt hat. Das bedeutet: Bei einer eventuellen Verkaufsentscheidung sollte es keine Rolle spielen, ob eine Position mit 30% im Minus oder mit 30% im Plus liegt.

Wichtig sollte ausschließlich sein, was Sie in Zukunft erwarten. Stellen Sie sich in diesem Zusammenhang einfach folgende Frage: Würde ich diese Position heute noch einmal kaufen? Wenn Ihre Antwort „Ja“ lautet, sollten Sie die Position weiterhin halten. Lautet Ihre Antwort dagegen „Nein“, sollten Sie die Position am besten komplett verkaufen.

Fazit: Wichtig für Ihren gezielten Börsenerfolg ist, dass Sie konsequent bleiben

Egal, wie Sie das Re-Balancing innerhalb Ihres Depots umsetzen: Wichtig ist – wie auch sonst bei der Geldanlage – konsequent zu bleiben.

12. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.