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Rechnung zur Differenzbesteuerung – am Beispiel erklärt

Die Differenzbesteuerung stellt einen Sonderfall der Umsatzsteuerregelung dar. Hierbei wird lediglich die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis (die sogenannte Marge) eines Gebrauchtgegenstandes der Umsatzsteuer unterworfen.

Welche Unternehmer die Differenzbesteuerung in Anspruch nehmen dürfen und welche sonstigen Voraussetzungen erfüllt werden müssen, wird nachfolgend erläutert.

Ein konkretes Rechenbeispiel zur Differenzbesteuerung zeigt zudem, wie diese Sonderform der Besteuerung in der Praxis zur Anwendung kommt.

Für den Wiederverkäufer bedeutet die Differenzbesteuerung einen höheren Umsatz durch einen höheren Nettoverkaufspreis und auch der Käufer kann eventuell von einem günstigen Warenangebot profitieren.

Rechnungsbeispiel zur Differenzbesteuerung

Die Differenzbesteuerung ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Einkaufspreis.

Im Gegensatz zur Regelbesteuerung kommt jedoch kein ermäßigter Steuersatz zur Anwendung. Der Steuersatz der Differenzbesteuerung beträgt immer 19%. Beispielsweise auch bei Kunstgegenständen, die bei der Regelbesteuerung einem ermäßigten Steuersatz von 7% unterliegen.

Ein fiktives Szenario: Ein Gebrauchtwagenhändler nimmt von einer Privatperson einen PKW für 10.000 € in Zahlung. Den PKW verkauft er für 18.500 € brutto weiter. Die Rechnung zur Differenzbesteuerung sieht nun wie folgt aus:

18.500 € (Verkaufspreis) – 10.000 € (Einkaufspreis) = 8.500 € (Umsatz)

Im Falle der Differenzbesteuerung wird lediglich die Differenz des Verkaufspreises und des Einkaufspreises besteuert. Es erfolgt demnach eine Besteuerung von 19% des Differenzbetrages von 8.500 €. Der Bruttobetrag wird hierbei durch 1,19 (aufgrund der Umsatzsteuer von 19%) dividiert. Schon erhält man den Umsatzsteuerbetrag.

8.500 € (Bruttobetrag) – 7.142,86 € (Nettobetrag) = 1.357,14 € (Umsatzsteuerbetrag)

Der Nettoverkaufspreis liegt somit bei etwa 17.142,86 € (18.500 €- 1.357,14 €). Nach Anwendung der Regelbesteuerung hätte sich nach dem Abzug der 19% Umsatzsteuer ein Nettoverkaufspreis von etwa 15.546,22 € ergeben. Dementsprechend erhöhte sich der Nettoverkaufspreis nach der Berechnung durch die Differenzbesteuerung um 1.596,64 €.

Welche Gegenstände unterliegen der Differenzbesteuerung?

Bei den zu verkaufenden Gegenständen muss es sich um bewegliche körperliche Gegenstände handeln. Darunter fallen Gebrauchtgegenstände, Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten. Edelmetalle und Edelsteine sind jedoch von dieser Besteuerung ausgenommen.

Gegenstände, die zum privaten Zwecke vom Unternehmer erworben wurden und erst nachträglich dem Unternehmen zugeführt werden, unterliegen allerdings nicht der Differenzbesteuerung.

Weitere Voraussetzungen zur Anwendung der Differenzbesteuerung

Eine Voraussetzung ist, dass der Unternehmer ein Wiederverkäufer ist. Er muss also gewerblich mit beweglichen körperlichen Gegenständen handeln oder diese im eigenen Namen versteigern.

Eine weitere Bedingung der Differenzbesteuerung: Der Verkäufer des Gebrauchsgegenstandes an den Wiederverkäufer muss innerhalb der Europäischen Union ansässig sein.

Die wichtigste Voraussetzung zur Differenzbesteuerung ist jedoch die fehlende Berechtigung der Verkäufer zum Vorsteuerabzug. Dies ist nicht nur bei Privatleuten und Kleinunternehmern der Fall, auch Ärzte und Versicherungsvertreter fallen in diese Kategorie.

1. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.