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Rechnungslegung ist Verwalterpflicht – wann immer es die WEG beschließt

Für eine Wohnungseigentümergemeinschaft ist der Verwalter sehr wichtig, da er das Vermögen der WEG-Mitglieder verwaltet. Vom Verwalter erwarten die WEG-Mitglieder auch zu Recht, dass er das Vermögen Wohnungseigentümergemeinschaft zuverlässig und gewissenhaft verwaltet.

Wie gut er das macht, erfährt man dann spätestens mit der Jahresabrechnung, in der der Verwalter eine lückenlose und nachvollziehbare Abrechnung aller finanziellen Vorgänge im abgerechneten Wirtschaftsjahr aufstellt.

Verwalter: Pflicht zur Rechnungslegung besteht jederzeit

Was viele Eigentümer jedoch nicht wissen: Man kann sich auch während des laufenden Wirtschaftsjahrs jederzeit von der ordnungsgemäßen Verwaltung des Vermögens überzeugen.

Der Verwalter ist nämlich zu jeder Zeit zur Rechnungslegung verpflichtet, wenn die Gemeinschaft es mehrheitlich beschließen sollte. Als einzelner Eigentümer hat man allerdings keine Möglichkeit, eine Rechnungslegung durchzusetzen.


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Im Unterschied zur Jahresabrechnung enthält die Rechnungslegung im laufenden Wirtschaftsjahr keine Einzelabrechnung, in der die Gesamtkosten auf die einzelnen Eigentümer aufgeteilt werden.

Sie beschränkt sich lediglich auf eine Vermögensübersicht mit dem Tag der Rechnungslegung als Stichtag und weist sowohl Forderungen als auch Verbindlichkeiten der Gemeinschaft auf.

Zusätzliche Rechnungslegung – wie reagiert der Verwalter?

Natürlich bedeutet so eine vorzeitige Rechnungslegung auch mehr Arbeit für den Verwalter. Es gibt aber durchaus Verwalter, die unabhängig von ihren Pflichten freiwillig die Rechnungslegung anbieten, sozusagen als vertrauensbildende Maßnahme.

Andere Verwalter werden die Forderung als Misstrauen gegenüber ihrer Arbeit werten. Doch gerade wenn es im vergangenen Wirtschaftsjahr Unstimmigkeiten in der Jahres-Gesamtabrechnung gegeben hat, sollten WEG-Mitglieder darauf keine Rücksicht nehmen. Und schon gar nicht bei Anhaltspunkten dafür, dass der Verwalter im aktuellen Jahr vom beschlossenen Wirtschaftsplan abweicht.

Forderung nach Rechnungslegung – wenn sich der Verwalter weigert

Ist das Vertrauensverhältnis zum Verwalter bereits gestört, kann die Forderung nach einer zusätzlichen Rechnungslegung natürlich auch für zusätzlichen Zündstoff sorgen. Man sollte sich dann aber erst recht nicht durch Ausreden wie „keine Zeit“ oder „Bald kommt ja die Jahresabrechnung, da braucht man keine vorzeitige Rechnungslegung…“ vertrösten lassen.

Weigert sich der Verwalter, sollte man ihm klar machen, dass die zusätzliche Rechnungslegung zu seinen Informationspflichten gehört, die anderenfalls auch eingeklagt werden kann. Und Wohnungseigentümer sollten auch tatsächlich klagen, wenn er seine Pflicht dann immer noch nicht erfüllen sollte.

Pflicht zur regelmäßigen Rechnungslegung kann im Vertrag vereinbart werden

Eine zusätzliche Rechnungslegung während des laufenden Wirtschaftsjahrs ist in vielen Eigentümergemeinschaften nicht die Regel. Wenn man als Wohnungseigentümer Diskussionen und eine „Vertrauenskrise“ mit dem Verwalter umgehen möchte, gibt es eine Alternative:

Man kann die Pflicht zur regelmäßigen – zum Beispiel zur halbjährlichen -Rechnungslegung gegenüber dem Verwaltungsbeirat nämlich gleich zu Beginn der Geschäftsbeziehung im Verwaltervertrag festlegen.

27. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Tobias Mahlstedt. Über den Autor

Dr. Tobias Mahlstedt ist Chefredakteur vom „Immobilien-Berater“, „VermieterRecht aktuell“ und „Der Eigentümer Brief“. Außerdem ist er Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht und Wirtschaftsmediator. Dr. Mahlstedt ist Rechtsanwalt in der auf das gesamte Bau- und Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei BÖRGERS Fachanwälte & Notare in Berlin und Herausgeber/Fachautor zahlreicher Publikationen zum Immobilienrecht.