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Reform der Erbschaftssteuer für 2016 geplant

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, etwas zu erben. Eine Frage, die sich bei einer Erbschaft direkt aufdrängt, ist der Aspekt der steuerlichen Abgaben: Wie viel der geerbten Summe erhält der Staat und wie viel darf ich behalten?

Die Erbschaftssteuer steht immer wieder in der Kritik und ist in Teilen verfassungswidrig. Eine Änderung der Erbschaftsteuer ist daher wohl nur eine Frage der Zeit und 2014 auch bis zum Jahr 2016 eingefordert worden.

Erbschaftststeuer: Keine Änderungen im Jahr 2015

Bei der Erbschaftsteuer hat es im Jahr 2015 keine Änderungen gegeben. Die bestehenden Freibeträge, die an Verwandschaftsgrad und Steuerklasse orientiert sind, sind gleichgeblieben. 7 bis 50 % Erbschaftssteuer werden je nach Status fällig.

An vielen Stellen herrscht allerdings Unzufriedenheit darüber, dass Erbschaften unterschiedlich behandelt werden. So bemängeln Verfassungsrichter, dass Geld-, Immobilien- oder Aktienerbschaften zu großen Teilen besteuert werden und Unternehmen, die von Erben weitergeführt werden, fast komplett steuerfrei weitergegeben werden können.

Reform des Erbschaftssteuergesetzes 2016 erwartet

Bis zum 30. Juni 2016  muss nun eine Reform her – so fordert es das Bundesverfassungsgericht. Die Vorgaben für das neue Gesetz sehen vor, dass eine vollständige Befreiung von der Erbschaftsteuer für kleine und mittlere Unternehmen auch weiterhin möglich sein soll. Dafür muss das Unternehmen aber mehrere Jahre weitergeführt werden. Zudem müssen Firmen nachweisen, dass sie die Arbeitsplätze erhalten haben.

Bisher mussten diesen Nachweis nur Unternehmen bringen, die mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen. Diese Grenze soll gesenkt werden – auf welche Höhe ist aber noch nicht klar. Betriebe mir nur zwei oder drei Mitarbeitern sollten daher auch in Zukunft keine Probleme haben, steuerfrei vererbt zu werden.

Doch schon mit ein paar Mitarbeitern mehr müssen dann Lohnsummennachweise erbracht werden, die die Erhaltung der Arbeitsplätze belegen. Andernfalls wird eine Erbschaftsteuerabgabe an den Staat fällig.

Höhere Abgaben für Konzernerben

Die Erben großer Konzerne müssen in Zukunft nachweisen, dass das Weiterbestehen des der Firma gefährdet ist, wenn die Erben Steuern zahlen müssen. Das könnte im Einzelfall schwierig werden.

Bisher war es möglich, Beteiligungen in Höhe von 25 % oder mehr steuerfrei oder mit einem ermäßigten Satz zu vererben, wenn das Unternehmen weitergeführt wurde und keine Arbeitsplätze gestrichen wurden. Das wird ab Juli 2016 nicht mehr ohne Prüfung möglich sein.

Was sich 2016 ändert

Wer also noch seine Firma vererben will, ohne auf gesetzliche Neuerungen Rücksicht zu nehmen, sollte diesen Schritt möglicherweise noch vor der Reform durchdenken. Eine gleichmäßigere Besteuerung gewerblicher und privater Erbschaften kommt im Jahr 2016 und wird es besonders mittelständischen Unternehmen schwerer machen, steuerfrei zu vererben. Für kleine Unternehmen wird sich voraussichtlich nichts ändern und größere Konzerne müssen mit Steuern auf die Vererbung von Anteilen rechnen.

5. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.