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Regenerative Energien und Energieeffizienz – Pfeiler der Energiewende

Eine Folge des Ausbaus der regenerativen Energien kann jeder Verbraucher auf seiner Stromrechnung sehen – die Strompreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Das liegt unter anderem an der sogenannten EEG-Umlage, welche zum einen dafür sorgt, dass regenerative Energie im Stromnetz Vorrang hat und somit immer vom Erzeuger abgenommen wird.

Zum anderen ist auch ein Abnahmepreis für diese Form der Energie festgelegt. Durch den stetig wachsenden Anteil der regenerativen Energien sorgen diese 2 Aspekte für die steigenden Preise. Für den Verbraucher sind diese höheren Preise natürlich ärgerlich. Für das große Ziel der Energiewende scheint die EEG-Umlage jedoch ein effektives Instrument zu sein.

Neben der Umlage spielt jedoch auch die effiziente Nutzung der vorhandenen Energie eine bedeutende Rolle. Regenerative Energien und Energieeffizienz können somit als wichtige Eckpfeiler der Energiewende betrachtet werden.

Regenerative Energie – das steckt dahinter

Als regenerative Energie wird derjenige Strom bezeichnet, der aus unbegrenzt vorhandenen oder zumindest sich schnell erneuernden Quellen gewonnen wird. Im Alltag gehört in erster Linie die Nutzung von Wind (Windräder) und der Sonne (Solaranlagen) zu den regenerativen Energieformen. Aber auch Wasserkraft, Erdwärme und schnell nachwachsende Rohstoffe zählen dazu.

Ziel der Energiewende ist es, den Anteil der fossilen Energiequellen – vor allem Öl und Kohle – zu verringern. Angesichts der absehbaren Knappheit an fossilen Brennstoffen ist dies ein notwendiges und sinnvolles Ziel. Auch der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossene Sache. 2022 wird das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet werden.

Eine nachhaltige Energieversorgung ist das Ziel. Da es aber nicht möglich ist, von heute auf morgen komplett auf regenerative Energie umzusteigen, spielt auch die effiziente Nutzung der Energie eine wichtige Rolle bei der Energiewende.

Befreiung von der EEG-Umlage

Stromintensive Industrien des produzierenden Gewerbes können sich auf Antrag vom größten Teil der EEG-Umlage befreien lassen. Grundvoraussetzung ist ein jährlicher Stromverbrauch von mindestens einer Gigawattstunde. In §41 des Erneuerbare-Energien-Gesetz sind weitere Kriterien aufgeführt.

Dahinter steckt die Absicht, diese Unternehmen im internationalen Wettbewerb nicht zu benachteiligen. Da im Ausland ansässige Unternehmen eine solche oder vergleichbare Umlage meist nicht bezahlen müssen, entsteht ein gewisser Wettbewerbsnachteil für die deutschen Betriebe.

Für den Privatverbraucher hat diese teilweise Befreiung einzelner Betriebe zur Folge, dass sich die eigene Stromrechnung erhöht. Denn in Summe bleibt die EEG-Umlage dieselbe – nur zahlen statt der befreiten Betriebe nun alle anderen Verbraucher.

Energieeffizienz – Energie sparen und effizient nutzen

Wenn die Energiepreise steigen, versuchen die Verbraucher, Energie zu sparen. Auch dies gehört zur Energieeffizienz. Gute Beispiele für Einsparpotenzial liefern eine optimale Wärmedämmung von Gebäuden, die Vermeidung von Stand-by-Verbrauch oder die Verwendung von Energiesparlampen.

Energieeffizienz bedeutet aber auch, die aus den Energieträgern gewinnbare Energie möglichst effizient zu nutzen. Der Prozess der Kraft-Wärme-Kopplung zeigt dies besonders gut.

Hierbei wird zum einen mechanische Energie erzeugt, welche in der Regel direkt in Strom umgewandelt wird. Daneben wird die bei dem Prozess erzeugte Wärme beispielsweise für die Fernwärme verwertet. Solche Kraftwerke können auch mit erneuerbaren Energien wie Biogas, Pflanzenöl oder Holz betrieben werden.

Lastmanagement – die große Herausforderung der Energiewende

Gelingt es also, erneuerbare Energien energieeffizient zu nutzen, kann die Wende gelingen. Eine große Herausforderung wird jedoch das sogenannte Lastmanagement sein. Es muss gelingen, zu jedem Zeitpunkt ausreichend Strom zur Verfügung zu stellen. Da Strom nur schwer speicherbar ist, muss idealerweise zum richtigen Zeitpunkt die richtige Menge Strom produziert werden.

Gerade im Hinblick auf Wind- und Sonnenenergie ist dies schwierig. Doch auch hier gibt es gute Ansätze und Vorschläge, um dieser Herausforderung zu begegnen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sind für Politik und Gesellschaft zentrale Aufgaben der nächsten Jahrzehnte.

Für Verbraucher wird es wohl auch künftig schlechte Nachrichten in Form von Preiserhöhungen geben. Doch jeder hat es in der Hand, seinen eigenen Anteil zur Energiewende beizusteuern und zu sparen: Durch effiziente Nutzung kann der eigene Verbrauch gesenkt werden, was als erfreulichen Nebeneffekt auch die Kosten senkt.

Fazit: Kritik an Befreiung von EEG-Umlage

Dass der Ausbau der regenerativen Energien für manche Unternehmen deutlich günstiger als für den Rest des Landes ist, stößt mitunter auf heftige Kritik. Die Zahl der Anträge auf die teilweise Befreiung ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Mit ihr stieg auch die Zahl der beantragenden Unternehmen, bei denen der internationale Wettbewerbsdruck teilweise zweifelhaft erscheint.

So lautet ein Kritikpunkt, dass beispielsweise Milchbetriebe, Schlachthöfe oder Getränkeabfüller keinen vergleichbaren internationalen Druck haben, den zum Beispiel Chemiekonzerne vorweisen können.

Bei aller Kritik bleibt aber auch festzustellen, dass Deutschland mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ein wirksames Instrument zum Erreichen der Energiewende geschaffen hat. Der Ärger von Verbrauchern ist nachvollziehbar und es gibt sicherlich Optimierungspotenzial.

Doch im Hinblick auf Rohstoffknappheit, Klima- und Umweltschutz ist die Energiewende wichtig. Die Herausforderung der Politik besteht darin, die Lasten möglichst gerecht und der finanziellen Leistungsfähigkeit entsprechend zu verteilen.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.