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Regulierung geschlossener Fonds – Eine Anlage im Wandel

Geschlossene Fonds unterliegen einer zunehmenden Regulierung. So ist vom einstigen Steuersparmodell nicht mehr viel übrig.

Zudem hat der Gesetzgeber neue Regeln eingeführt, die den „grauen Markt“ transparenter machen sollen. Geschlossene Fonds unterlagen lange Zeit fast keiner Kontrolle.

Geschlossene Fonds als Finanzierungsinstrumente

Geschlossene Fonds sind geeignete Finanzierungsinstrumente für etliche wirtschaftliche Projekte.

Sie sind zwar risikobehaftet, bieten aber mutigen Anlegern die Aussicht auf hohe Renditen. Allerdings nicht immer.

Mehr zum Thema: Geschlossene Fonds auch 2012 ein Renditekiller

Leider haben sich geschlossene Fonds in den vergangenen Jahren für viele Anleger von ihrer negativen Seite gezeigt. Mangelnde Transparenz, Totalverluste und Rechtsstreitigkeiten haben die Branche in Bewegung gebracht.

Außerdem hat der Fiskus einige Steuervorteile in die Rubrik „Steuerschlupfloch“ verortet und gestrichen.

Geldanlagen in geschlossene Fonds werden in der Regel als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder aus Vermietung und Verpachtung versteuert.

Regulierung geschlossener Fonds – vom Steuerstundungsmodell zur Rendite

Privatanleger mit hohem Steuersatz konnten bis 2005 den Zeitpunkt ihre Versteuerung ins Rentenalter verlagern, wo mit einem niedrigeren Steuersatz zu rechnen ist.

Die Änderung des Einkommenssteuergesetzes jedoch hat die Steuerstundungsmodelle drastisch eingeschränkt.


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Ein Steuerstundungsmodell liegt vor, wenn steuerliche Vorteile in Form negativer Einkünfte erzielt werden sollen. Das Kalkül: Verluste mit übrigen Einkunftsarten verrechnen. Dies betrifft gerade die Anfangsphase der Investition.

Verluste dürfen aber weder mit Einkünften aus Gewerbebetrieb noch mit anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden.

Ein Verlustausgleich beschränkt sich ohnehin auf die Höhe der persönlichen Fondseinlage. Verluste mindern nur Einkünfte, die aus derselben Einkunftsquelle erzielt werden.

Wenn am Zweitmarkt Anteile übertragen werden, ist Achtung geboten. Sollen damit Gewinne bzw. Verluste verschoben werden, prüft der Fiskus, ob Gestaltungsmissbrauch vorliegt.

Der Charakter geschlossener Fonds hat sich geändert: vom Steuerstundungs- hin zum Renditeobjekt.

Wesentliches Ziel ist jetzt die Erwirtschaftung einer überdurchschnittlichen Nachsteuer-Rendite. Hier zählen steuerliche Besonderheiten wie die Tonnagesteuer bei Schiffen, die Abschreibung bei Immobilien oder Steuervorteile bei Investitionen im Ausland.

Vorsicht: Wenn das Finanzamt bei ausbleibendem wirtschaftlichem Erfolg fehlende Gewinnerzielungsabsicht unterstellt, müssen Anleger die nachträgliche Streichung bisheriger Steuervorteile befürchten.

Damit halten sie den Kopf für Fehler des Managements hin.

Regulierung geschlossener Fonds: Gerichtsurteile

Geändert hat sich auch die rechtliche Gestaltung geschlossener Fonds. So hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Anleger einen Anspruch auf Nennung von Namen und Anschrift der Mitgesellschafter haben.

Gesellschaftsverträge, die bisher auf Anonymität von Investoren setzten, sind damit unwirksam.

Mehr zum Thema: (Be-)Urteilung des EuGH 2009 zu geschlossenen Immobilienfonds

Seit dem Urteil des Oberlandesgerichts Köln können Anleger leichter aus geschlossenen Fonds aussteigen und ihr Geld zurückfordern.

Dies betrifft vor allem Privatinvestoren, die mit ihrem Wissensstand die Risiken der Anlage nicht einschätzen konnten. „Geschlossene Fonds sind spekulativ“, so die Richter.

Regulierung der Geschlossenen Fonds: Neues Gesetz

Den negativen Erfahrungen mit geschlossenen Fonds will die Regierung nun mit einem neuen Gesetz begegnen. Es zielt unter anderem auf verstärkten Anlegerschutz ab.

Ein Kapitalanlage-Gesetzbuch ersetzt das bisherige Investmentgesetz. Gravierende Auswirkungen auf den Markt der geschlossenen Fonds sind zu erwarten. Vorgesehen ist beispielsweise, dass Anbieter eine Zulassung der Finanzaufsicht BaFin benötigen. Die Anforderungen an Informationspflichten steigen.

Auch wird es Festlegungen zu den Mindestbeteiligungen bei Ein-Objekt-Formen geben. Ebenso eine Begrenzung von Leverage- bzw. Hebel-Effekten.

Mehr zum Thema: Geschlossene Fonds als Finanzierungsinstrumente

Für Anleger bedeutet dies: Geschlossene Fonds werden sich künftig völlig anders präsentieren. Ob damit die schwarzen Schafe aus dem Markt gedrängt werden, bleibt abzuwarten.

Durch die erhöhten Transparenzanforderungen und Formvorschriften dürften etliche Anbieter auf alternative Anlagefromen umsteigen.

26. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.