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Reiseveranstalter-Aktien: Terrorgefahr sorgt für schlechte Stimmung

Für die Deutschen haben Urlaubsreisen nach wie vor einen hohen Stellenwert – selbst in Krisenzeiten. Laut jüngsten Daten des Deutschen ReiseVerbands (DRV) geben die Deutschen jährlich 83 Mrd. € für Urlaubs- und Privatreisen aus – der Großteil (70%) dieser Reisen wird in Deutschland gebucht. Dabei liegt insbesondere die organisierte Reise im Trend.

In den letzten 5 Jahren haben sich die Ausgaben der Deutschen für Urlaubsreisen jährlich um etwa 5% erhöht. Profitiert haben davon nicht nur Online-Reiseagenturen, Buchungsportale, Hotels und Fluggesellschaften, sondern auch die großen Reiseveranstalter.

Allerdings hat die Branche ein Problem: Neben der Terrorgefahr in beliebten Urlaubsländern wie der Türkei, buchen immer mehr Reisende (35,5%) inzwischen über Online-Kanäle, sodass Online-Reisevermittler wie Expedia und Priceline den klassischen Reiseveranstaltern zunehmend den Rang ablaufen. Eine Übersicht der führenden Reiseveranstalter-Aktien in Europa:

Club Méditerranée: Übernahme durch chinesisches Konglomerat

Der in Paris ansässige Club Med, wie der Club Méditerranée auch genannt wird, ist im Vorjahr 65 Jahre alt geworden. Allerdings ist der drittgrößte Anbieter von Cluburlauben in Europa inzwischen in chinesischer Hand.

Im Jahr 2015 hat das chinesische Konglomerat Fosun International den französischen Reiseveranstalter für 900 Mio. € aufgekauft – die Aktien von Club Med wurden inzwischen von der Börse genommen.


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Carnival profitiert vom Trend zu Schiffsreisen

Die britisch-amerikanische Carnival Corporation mit Sitz im amerikanischen Miami ist das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt. Das Unternehmen bietet Schiffsreisen an, wobei in Deutschland vor allem die Schiffe der Linie AIDA bekannt sind.

Neben AIDA betreibt Carnival noch weitere Marken wie Carnival Cruise, Holland-America Line, Cunard Line, P&O Cruises, P&O Cruises Australia, Princess Cruises, Seabourn Cruise Line und Costa Crociere. Inzwischen fahren mehr als 100 Schiffe unter der Flagge von Carnival.

Wenngleich sich der Umsatz von Carnival im letzten Jahr auf hohem Niveau (16 Mrd. US-$) stabilisiert hat, ist der Gewinn der Gesellschaft zuletzt weiter gestiegen – dieser Trend soll sich auch in 2016 fortsetzen. Auch Anleger können sich freuen, denn Carnival-Aktien, die an der Londoner und New Yorker Börse gehandelt werden, legten in den letzten 5 Jahren um etwa 30% zu. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von derzeit 3%.

Kuoni Reisen Holding AG geht an schwedische Beteiligungsfirma

Die in Zürich/Schweiz ansässige Kuoni Reisen Holding AG besteht bereits seit dem Jahr 1906 und galt bislang als der drittgrößte Reiseveranstalter in Europa. Im Jahr 2015 hatte sich Kuoni Reisen allerdings dazu entschieden, sein Reisebüro-Geschäft an die deutsche Rewe Group und deren DER Touristik Sparte zu verkaufen. Das asiatische Reisegeschäft ging dagegen an die kanadische Fairfax. Künftig will sich Kuoni Reisen verstärkt als Dienstleister für die Reiseindustrie (Hotelübernachtungen und Gruppenreisen) präsentieren.

Anfang Februar 2016 gab die schwedische Investmentgruppe EQT bekannt, die B-Namensaktien der Kuoni Reisen Holding AG zum Preis von 370 Schweizer Franken je Aktie übernehmen zu wollen – insgesamt bietet die Beteiligungsgesellschaft damit 1,3 Mrd. Franken für den Schweizer Reisekonzern. Für Anleger ist das Angebot von EQT ein Glücksfall, haben sich die Kuoni-Aktien seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 mehr als halbiert.

Thomas Cook leidet unter Buchungsrückgängen

Die in London ansässige Thomas Cook ist der zweitgrößte Reiseanbieter in Europa und in Deutschland. Das Unternehmen ist dabei mit verschiedenen Marken wie Nickermann Reisen, Öger Tours, BUCHER Last Minute und Tour Vita vertreten. Zum Konzern gehört auch die Fluggesellschaft Condor und die Hotelmarken Sentido, SunConnect, Sunwing und Sunprime.

Zuletzt machten der Reiseveranstalter-Aktie Buchungsausfälle in Tunesien, Ägypten und Griechenland, sowie ein schwaches Türkei-Geschäft (Öger Tours) zu schaffen. Infolge dessen fielen Thomas Cook Aktien zuletzt auf ein neues 3-Jahrestief.

TUI AG – der Marktführer leidet unter der Reiseunlust der Kunden

Die TUI AG mit Sitz in Berlin ist mit etwa 1.800 Reisebüros der größte Reiseveranstalter in Europa und gehört daher zu den führenden Reiseveranstalter-Aktien. In Deutschland kommt die TUI AG auf einen Marktanteil von rund 20% (Quelle: Statista) und ist damit auch hierzulande der größte Reiseveranstalter.

Ferner betreibt TUI noch 140 Flugzeuge mit den Marken TUIfly, Thomson Airways, TUfly Nordic,TU Airlines Nederland, Jetairfly und Corsair. Zum Konzern gehören auch 300 eigene Hotels und 13 Kreuzfahrtschiffe, wobei die Tochter Hotelbeds verkauft werden soll.

Bedingt durch die zunehmende Terrorgefahr gingen zuletzt insbesondere die Türkei-Buchungen deutlich zurück. Insgesamt rechnet TUI-Chef Fritz Joussen in 2016 nur mit rund 1 Million Türkei-Urlauber – etwa halb so viele wie im Vorjahr.

Auch das Geschäft mit Ägypten- und Tunesien-Reisen brach zuletzt ein. Dies belastete auch den TUI-Aktienkurs, der seit Jahresbeginn etwa 30% verloren hat.

4. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands