Gestern habe ich Ihnen die psychologischen Mechanismen vorgestellt, die hinter der relativen Stärke von stehen.
Dabei ging es um „Anlegervertrauen“ und „Gewohnheiten“. Sie können den Beitrag HIER noch einmal nachlesen.
Für heute hatte ich Ihnen ein Praxisbeispiel zur Relativen Stärke versprochen.
Bevor wir in „medias res“ gehen, noch ein wenig Hintergrundwissen:
Ich schrieb gestern an dieser Stelle:
„Sie müssen jetzt eigentlich nur noch die Aktien finden, die aktuell bereits technische Stärke aufgebaut haben, sich also bereits jetzt besser als der Gesamtmarkt entwickeln.“
Dafür bietet Ihnen die Charttechnik eine einfache, aber doch treffsichere Methode.
Dazu müssen Sie nur den Schlusskurs der Aktie, deren Relative Stärke Sie ermitteln wollen, durch den taggleichen Schlusskurs des Index teilen, in dem diese Aktie notiert.
Diesen Wert multiplizieren Sie nur noch mit dem Faktor 1.000, um ein „handlicheres“ Ergebnis zu erhalten.
Wenn Sie das nicht täten, würden Sie bei der Division recht kleine Zahlen erhalten, weil der Index im Nenner immer größer ist, als die Aktie im Zähler der Division
Diesen Vorgang des Teilens wiederholen Sie täglich. So erhalten Sie eine Datenreihe, die Sie wieder in einen Point&Figure-Chart eintragen.
So erhalten Sie einen Chart, der ihnen klar sagt, ob die Relative Stärke der betrachteten Aktie zum Vergleichsindex ansteigt oder fällt.
Schwach: Deutsche Telekom versus DAX
Vergleiche ich nach dieser Vorgehensweise die Aktie der Deutschen Telekom mit dem DAX, dann erhalte ich im Chart der Relativen Stärke ein klares Bild.
Die letzte Säule ist eine O-Säule und zeigt damit eine sich verringernde Relative Stärke zum DAX an.
Seit dem 21. Oktober entwickelt sich die Aktie der Deutschen Telekom erneut schwächer als der DAX.
Damit bietet sich die Aktie der Deutschen Telekom aufgrund fehlender technischer Stärke als Einzelwert-Investment in der aktuellen Phase keinesfalls an.
Stark: BMW versus DAX

BMW AG: Deutlich stärker als der DAX
Ein ganz anderes Bild gibt die Stammaktie der BMW AG ab.
Im Chart der Relativen Stärke ist die letzte Säule eine X-Säule.
Sie zeigt klar an, dass die Aktie der BMW AG seit Mitte Oktober technische Stärke gegenüber dem DAX aufbaut.
Das sieht doch rein aus dem Gesichtspunkt der technischen Stärke deutlich besser aus, als bei der Deutschen Telekom. Oder?
Natürlich spielen bei der Auswahl einer Aktie auch noch andere Faktoren eine Rolle. Aber rein aus Sicht der technischen Stärke ist die BMW AG durchaus eine Überlegung wert.
Einfach durchzuführen, aber effektiv
Sie sehen allein an diesen 2 Beispielen, dass die Aktien-Auswahl mit Hilfe der relativen Stärke kein „Hexenwerk“ ist.
Wenn sie die Relative Stärke von Aktien beim Kauf beachten, bringen Sie Stärke in Ihr Depot und profitieren davon 2mal.
Ist der Gesamtmarkt bullish, steigen diese Aktien in der Regel schneller.
In schwierigen Phasen, wie wir sie gerade erleben „dürfen“ werden Sie feststellen, dass diese Aktien in der Regel stabiler sind, als der Aktienmarkt selber.
So steigern Sie ohne große Mühe Ihren Investment-Erfolg in allen Marktphasen erheblich.
Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis:
Eine hohe Relative Stärke einer Aktie bedeutet nur, dass sie sich „besser“ als der Vergleichsindex entwickelt und nicht – das wird oft missverstanden – automatisch Gewinne generieren muss.
Wenn der Gesamtmarkt fällt, wird eine Aktie mit hoher Relativer Stärke nur nicht so stark fallen wie der Vergleichsindex. Vor Verlusten schützt Sie eine hohe Relative Stärke also nicht zwangsläufig.
Deswegen ist die Beurteilung des Gesamtmarkts ein wichtiger Baustein jeglicher Anlagestrategie.



