Warum kaufen Sie eigentlich Aktien?
Ich gebe zu, das ist eine auf den ersten Blick provokante Frage.
Aber Sie könnten ja schließlich auch nur auf Indizes wie den DAX spekulieren. Oder sich nur bei Rohstoffen und Devisen „tummeln“.
Das bringt auch den erwünschten Investment-Erfolg, wenn man es „richtig“ macht.
Ich kann Ihre Gedanken fast lesen: „Wieso hinterfragt ausgerechnet der Jörg Mahnert die Sinnhaftigkeit der Anlage und des Tradings in Aktien, wo er doch immer ein Verfechter der selektiven Aktienanlage war?“
Ich finde eben, dass es sinnvoll ist, auch scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen, um nicht in der „Das habe ich schon immer so gemacht“- Routine zu versinken.
Ich kaufe Aktien, weil ich davon ausgehe, dass sich die gekaufte Aktie besser als der Gesamtmarktentwickeln wird.
Das ist mein klares Ziel als Anleger und Trader.
Aber wie immer steckt der Teufel im Detail.
Ich muss eine klare Methodik haben, um die Aktien zu finden, die sich dann auch besser als der Gesamtmarkt entwickeln.
Sonst hätte die Anlage in Einzeltiteln ihre Berechtigung verloren.
Die richtige Auswahl von Aktien scheint für viele Anleger wirklich recht schwierig zu sein. Anders kann ich mir den Erfolg der Derivate auf Indizes, Rohstoffe und Devisen nicht erklären.
Und noch ein kleiner Seitenhieb an die Aktienfonds-Branche muss mir an dieser Stelle ebenfalls gestattet sein: Denn schließlich schlägt kaum ein Fonds den jeweiligen Vergleichsindex. Hier kann also die Aktienauswahl auch bei den sogenannten „Experten“ nicht besonders erfolgreich verlaufen.
Börse ist Psychologie.
Das müssen Sie auch bei der Suche nach Aktien ausnutzen, die besser als der Gesamtmarkt laufen sollen.
Der Fachbegriff dafür ist: „Technisch starke Aktien“.
Über Gewohnheit und Vertrauen
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Hat er einmal festgestellt, dass sich eine Aktie besonders gut im Vergleich zum Gesamtmarkt entwickelt, wird er versuchen, diese Aktie zu kaufen.
Er hat „Vertrauen“ in diesen Wert entwickelt.
Dadurch, dass jetzt viele Anleger „Vertrauen“ entwickelt haben und diese Aktie kaufen, wird sich der Kurs dieser Aktie weiterhin besser als der Gesamtmarkt entwickeln.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dieser für den Anleger angenehme Zustand nicht ewig, aber doch eine ganze Weile anhalten.
Das können Sie für sich ausnutzen.
Was technisch stark ist, wird auch erst einmal stark bleiben
Sie müssen jetzt eigentlich nur noch die Aktien finden, die aktuell bereits technische Stärke aufgebaut haben, sich also bereits jetzt besser als der Gesamtmarkt entwickeln.
Natürlich gibt es wie immer keine Garantie, dass diese Aktien „ewig“ stärker bleiben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch eine ganze Zeitlang besser als der Gesamtmarkt „laufen“, ist extrem hoch.
Und wie Sie solche Aktien mit Hilfe der Point&Figure-Charttechnik finden, zeige ich Ihnen morgen an dieser Stelle an einer Analyse der technischen Stärke der DAX-Aktien.
Der Kardinalfehler: Schwäche kaufen
Aber noch schnell einige Worte zu einem oft gesehenen Fehlverhalten vieler Anleger.
Interessanterweise stürzen sich viele Privatanleger mit großer „Begeisterung“ auf Aktien, die sich deutlich schlechter als der Gesamtmarkt entwickeln.
Sie gehen davon aus, dass die „Verlierer von heute“ die „Gewinner von morgen“ sein müssen.
Das ist keinesfalls sicher.
Stattdessen kann es diesen Anlegern geschehen, dass sie genau die Aktien kaufen, die auch über weitere Jahre nicht „en vogue“ sind.
Ein erschreckendes Beispiel dafür ist die Aktie der Deutschen Telekom. Hier halten sich viele große Anleger seit Jahren fern, weil sie das „Vertrauen“ in diesen Wert verloren haben.
Das Ergebnis ist ein reines Dümpeln der Aktie der Deutschen Telekom. Und die Privatanleger schauen wieder einmal in die Röhre. Falls Sie mir nicht glauben mögen, dann sollten Sie sich einmal den langfristigen Chart der Telekom-Aktie anschauen…
Damit Ihnen das nicht passiert, stelle ich Ihnen morgen eine einfache Methode vor, wie Sie die technisch starken Aktien finden und so Ihren Investment-Erfolg erhöhen.



