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Rendite für 2-jährige Bundesanleihen jetzt seit über einem Jahr negativ

Die „alten Hasen“ unter den Börsianern können sich noch gut erinnern: Japan hat „es“ vorgemacht. Bereits seit Ende 1999 liegt die Rendite der 10 jährigen japanischen Staatsanleihen bei unter 2%. Die Rendite bei kürzer laufenden Anleihen liegt sogar noch niedriger, ist aber bislang mit einer ganz kurzen Ausnahme im Januar 2015 niemals in den negativen Bereich gesunken.

Schon seit vielen Jahren wurde auf die Möglichkeit „ japanischer Verhältnisse“ auch im europäischen Zinsmarkt hingewiesen. Jetzt sind genau diese „Verhältnisse“ eingetroffen, sogar noch stärker als in Japan selber.

Anleihen: Negativentwicklung auch in Europa

Niedrige (negative) Zinsen, Kreditklemme und Deflation, dauerhaft fallende Umlaufrenditen – alle diese Begriffe sind inzwischen nicht mehr exklusiv asiatisch, sondern haben inzwischen auch bei uns in Europa Einzug gehalten.

Im nachfolgenden Schaubild können Sie die Entwicklung der sogenannten Umlaufrendite deutscher Anleihen in Prozent seit 2000 sehen. Den bisher tiefsten Punkt erreichte diese am 20.04.2015 bei nur 0,05%. Diese Entwicklung ist historisch in Europa und bisher einmalig. Weltweit hat kein vergleichbarer Wirtschaftsraum einen vergleichbaren Zinsrutsch verzeichnen müssen. Selbst in den USA, wo der starke Zinsrückgang schon etwas früher begonnen hatte, sind die Renditen bei weitem nicht so tief gefallen.

Insbesondere deutsche Staatsanleihen, aber auch die meisten anderen zinstragenden Wertpapiere sind davon betroffen – bis hin zu Sparbüchern.

Umlaufrendite Bundesanleihen

 Quelle: Deutsche Bundesbank; Stand: 19.08.2015

Weitere Informationen zu Bundeswertpapieren allgemein finden Sie auf den Seiten der „Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH“.

Ebenfalls inzwischen negativ ist inzwischen der Referenzzinssatz für den 3-Monats-Euribor. Wissenswertes zu diesem, für kurzfristige Geldanlagen sehr wichtigem, Zinssatz finden Sie hier.


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Bundesanleihen – die Rendite sinkt ebenfalls stark

Noch tiefer als in Japan und den USA ging die Rendite der Bundesanleihen mit einer (Rest-)Laufzeit von 2 Jahren seit Ende 2008 zurück. Von rund 4,5 % ging es sturzflugartig innerhalb nur einen Jahres bis auf nahezu 1 % hinab (siehe orangener Pfeil). Eine folgende kurze Erholung konnte den extremen Renditerückgang nur für relativ kurze Zeit aufhalten.

Rendite Bundesanleihen a

Quelle: Deutsche Bundesbank; Stand: 19.08.2015

Anfang Juli 2012 wurde die Rendite erstmals negativ, wenn auch zunächst nur für wenige Wochen (siehe lila Pfeil). Pendelte sich der effektive Zinssatz anschließend unter den üblichen Marktschwankungen wieder leicht oberhalb von 0 % ein, so wurde Mitte August 2014 nach über einem Jahr leicht positiver Renditen die Null-Linie wiederrum durchbrochen. Dieses Mal aber nachhaltig und dauerhaft (siehe grüner Pfeil). Somit erhalten alle Anleger, die seit diesem Termin Bundesanleihen mit 2 jähriger Restlaufzeit oder kürzer gekauft haben, effektiv eine negative Rendite. Trotzdem gibt es genügend Käufer, die dazu bereit sind, diese Verluste anzunehmen.

Rendite Bundesanleihen b

Quelle: Deutsche Bundesbank; Stand: 19.08.2015

Zum Vergleich: in den USA lag das Renditetief der Staatsanleihen mit 2 jähriger Restlaufzeit im Herbst 2011 bei knapp unter 0,2 %.

Die tagesaktuellen Kurse und Renditen aller Bundesanleihen finden Sie hier.

So können Sie im Niedrigzinsumfeld agieren

„Formal“ können Sie (bisher) keine negativen Zinskupons bei Anleihen bemerken. Viele Neuemissionen werden beispielsweise mit einem Zinssatz von 0 % ausgegeben, der Ausgabe- (oder Kauf-) Preis liegt über 100 %. Daraus errechnet sich eine negative Rendite.

Sollten die Zinsen weiter fallen, so können Sie als Investor in kurzlaufende Bundesanleihen kurzfristige Kursgewinne und damit positive Renditen erzielen, aber ehrlich gesagt: damit können Sie nicht wirklich Geld verdienen. Daher sollten Sie auf andere Schuldner ausweichen.

Folgende Alternativen haben Sie aktuell bei der ca. 2-jährigen Geldanlage im Bereich der europäischen Staaten:

LandWährungISINRendite
SchweizSFRCH0006448424-0,94
SchwedenSEKSE0001811399-0,51
DänemarkDKKDK0009922759-0,42
DeutschlandEuroDE0001104602-0,26
NiederlandeEuroFI4000029715-0,22
FinnlandEuroNL0010661930-0,22
ÖsterreichEuroAT00000A06P24-0,19
FrankreichEuroFR00104152331-0,18
BelgienEuroBE0000323320-0,17
IrlandEuroIE00B8DLLB38-0,06
ItalienEuroIT00047934740,10
SpanienEuroES00000127830,11
PortugalEuroPT0TEL0E00100,35
GroßbritannienGBPGB00B3Z3K5940,57
GriechenlandEuroGR011002931210,57

Stand. 19.08.2015; zum Vergleich: die Rendite 2 jähriger US-amerikanischer Staatsanleihen liegt aktuell bei rund 0,72%

Bitte beachten Sie, dass bei der Schweiz, Schweden, Dänemark und Großbritannien zusätzlich noch eine entsprechende Fremdwährungskomponente zu berücksichtigen ist. Und nur über diese können Sie (vielleicht) noch eine positive Rendite erwirtschaften. Bei entsprechendem Währungsrisiko natürlich.

In Griechenland ist zudem die Gefahr eines Schuldenschnitts noch nicht vom Tisch, daher die vergleichbar hohe Rendite.

Auch Anleihen der deutschen Bundesländer rentieren im Laufzeitband ca. 2 Jahre nur wenig höher. Zum Beispiel NRW (ISIN DE000NRW22B8) mit aktuell rund 0 % bei einem Kurs von ca. 101,65 und einem Nominalzinssatz von 0,8 %.

Sollten Sie wirklich Ihr Geld eher kurzfristig am Zinsmarkt anlegen wollen oder müssen, bleiben neben den risikoreicheren Unternehmensanleihen (bei denen Sie noch etwas mehr Zinsen erhalten können) wirklich nur Tagesgeldkonten übrig.

Beachten Sie: wählen Sie längere Laufzeiten, dann steigt die Rendite. Allerdings auch das Kursrisiko im Falle eines deutlichen Zinsanstieges am Markt.

21. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Stefan Waldmann
Von: Stefan Waldmann. Über den Autor

Stefan Waldmann arbeitet nach Bankausbildung und Studium der Volkswirtschaft und Sozialpsychologie seit über 20 Jahren im Kapitalmarktbereich einer großen deutschen Bank.