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Rendite vor Steuern: Das ist nur die halbe Wahrheit

Die Rendite ist das Verhältnis der Erträge zum eingesetzten Kapital nach Abzug der zurechenbaren Kosten und Steuern.

Sie ist eine Ziffer zur Bemessung der Rentabilität und zum Vergleich unterschiedlicher Anlageformen. Die Rendite vor Steuern ist als internationale Kennzahl ebenfalls weit verbreitet.

Rendite vor Steuern in Unternehmen

Ein Ziel von Unternehmen ist es, die eingebrachten Investments so hoch und so langfristig wie möglich zu verzinsen. Da sie aufgrund von unterschiedlichen Firmensitzen auch unterschiedlich hohe Steuersätze haben können, wäre eine Nachsteuerrendite für einen Vergleich unzureichend.

Um dieser Verwässerung  zu entgehen, wird eine Vergleichskennziffer benötigt, die – unabhängig der zugrunde liegenden Steuersätze – Unternehmen untereinander vergleichbar macht. Auch zur Berechnung von zukünftigen Renditeerwartungen, etwa bei Übernahmeplänen, ist diese Kennzahl „Rendite vor Steuern“ wichtig. Die Rendite vor Steuern berücksichtigt die Erträge auf das eingesetzte Kapital mit Abzug der zugehörigen Kosten.

Rendite vor Steuern bei Privatanlegern

Die Rendite vor Steuern ist für Privatanleger seit Einführung der Abgeltungssteuer nur noch zweitrangig zu behandeln.

Durch die Abgeltungssteuer müssen alle Kursgewinne oder Kapitalerträge pauschal mit 25% versteuert werden (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer).

Die Inflation als Renditekiller

In der Zeit, in der der Anleger sein Geld „verleiht“, steigen aus verschiedenen Gründen die Preise für Waren und Dienstleistungen. Die Inflation muss dementsprechend ebenfalls in die Renditeberechnung mit einfließen. Neben Gebühren und Steuern erschwert die Inflation eine Renditeberechnung erheblich.

Die Gebühren wie auch die Steuern lassen sich bereits vor der getätigten Kapitalanlage sehr klar fixieren. Mittlerweile ist die Gebührenstruktur der Kapitalanlagen (ausgenommen im Versicherungsbereich) klarer erkennbar als je zuvor. Auch der Steuersatz ist im Rahmen der Abgeltungssteuer eindeutig definiert.

Über die kommende Inflation kann jedoch nur spekuliert werden. Welche Waren und Dienstleistungen in welchem Maße steigen und für Verbraucher relevant werden, ist kaum zu kalkulieren und muss geschätzt werden.

Fonds mit Steuersparmodellen

Oft werden Immobilienfonds als Steuersparmodelle angeboten. Hierbei verhält es sich so, dass steuerfreie Erträge über Immobilienfonds einzunehmen sind.

Offene Immobilienfonds, die zum Beispiel Auslandsimmobilien halten und Mieterträge im Ausland versteuern, haben teilweise den Vorteil eines geringeren Steuersatzes. Von diesem Vorteil profitiert der Anleger eines Immobilienfonds durch höhere Ausschüttungen zusätzlich.

Auch wenn diese Aussicht auf steuerfreie Erträge verlockend klingt, so schützt diese Tatsache dennoch nicht vor der Inflation. Die Rendite nach Steuern wird sich unter diesen Umständen eventuell kaum von der Rendite vor Steuern unterscheiden.

20. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.