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Renditeabweichung bei Fonds? Diese Kennzahl hilft Anlegern

Anleger, die sich mit Fonds beschäftigen, stoßen häufig auf den Begriff Tracking Error. Der Definition zufolge ist es zunächst schlicht ein Nachbildungsfehler.

Was Nachbildung bedeutet, zeigt sich zum Beispiel bei den verbreiteten ETFs. Sie sind passive Indexfonds, die einen bestimmten Index eins zu eins abbilden und damit dessen Wertentwicklung nachvollziehen.

Tracking Error – Definition einer Risikokennzahl

Kommt es dabei zu Abweichungen, entsteht ein Tracking Error. Allerdings beschränkt sich beim Tracking Error die Definition nicht auf Indexfonds. Abweichungen können auch entstehen, wenn sich irgendein Portfolio nach einer bestimmten Benchmark richtet.

Das Problem: Weichen Anlage-Fonds von ihrem Referenzwert ab, entstehen Renditeunterschiede – je länger, desto ausgeprägter. Allerdings kann es durchaus auch zu positiven Abweichungen kommen. In dem Fall können sich Anleger über Überrenditen freuen. Somit ist ein Tracking Error per Definition vor allem eine Risikokennzahl für Fonds.


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Was eine Spurabweichung aussagt

Für ihre Berechnung werden unterschiedliche Formeln eingesetzt. Interessant ist das Ergebnis. Als Faustformel gilt: Werte bis 1 % sind im üblichen Toleranzbereich. Alles darüber beschert spürbare Verluste oder Gewinne. Derartige Abweichungen sind vorwiegend bei aktiven Fonds zu erwarten. Sie wollen eine Benchmark wie etwa den Dax schlagen, was mal besser, mal schlechter gelingt. Die Werte können hier gerne bei 3 % oder 6,5 % liegen.

Tracking-Werte unterhalb von 1 % sind typisch für Indexfonds. Sie wollen den Markt nicht schlagen, sondern einfach nachvollziehen. Eine Deckungsgleichheit von 0 % ist jedoch nur ein Idealwert. Weil eine Abbildung nur mit Anpassungen im Fonds möglich ist, entstehen zwangsläufig kleinere Abweichungen mit Werten von 0,5 % oder 0,7 %.

Wie ein Tracking Error entsteht, lässt sich am einfachsten bei Indexfonds verdeutlichen, denn ein ETF auf den Dax beispielsweise will den Index möglichst identisch abbilden.

So entstehen Performanceunterschiede

Obwohl ETFs passive Indexfonds sind, kommen sie nicht ohne ein minimales Management aus. Der Fonds muss in seiner Zusammensetzung gepflegt werden. Dabei gibt es zwei Arten der Abbildung: vollreplizierende ETFs und synthetische ETFs.

Im ersten Fall enthält ein Dax-ETF alle Wertpapiere des Index. In regelmäßigen Abständen aber muss die Gewichtung im Fonds angepasst werden, sei es wegen Neuzugängen im Dax oder Kapitalerhöhungen von Unternehmen. Mit jedem Aktienkauf und -verkauf entstehen interne Transaktionskosten, die von der Performance abgehen.

Etwas anders läuft die Abbildung bei synthetischen ETFs. Hier muss das Portfolio nicht mit dem Dax übereinstimmen. Die Nachbildung erfolgt über Swaps. Das sind Tauschgeschäfte zwischen dem ETF-Anbieter und einem Kontrahenten, meist einer Bank. Die erhält die Wertentwicklung aller Papiere des Fonds und garantiert im Gegenzug die Wertentwicklung des Dax. Mit dieser Konstruktion lässt sich der Tracking Error niedrig halten. Allerdings können Swap- oder Lizenzgebühren die Performance drücken.

Kompensationsgeschäfte zum Nachbessern

Auch ETFs kommen also nicht ohne eine Basispflege aus. Selbst geringe Verwaltungskosten vermindern die Performance, was zu leichten Abweichungen führt. Um die aufzufangen, lassen die meisten Anbieter Zusatzerträge in die Wertentwicklung einfließen, etwa in Form von Dividendenzahlungen oder Erträgen aus der Wertpapierleihe.

Fondsanbieter verleihen üblicherweise Wertpapiere an Dritte. Das tun sie gegen eine Gebühr und entsprechende Sicherheiten. Diese Zusatzerträge sind bei voll replizierenden ETFs in der Regel sogar höher. Oft kompensieren sie nicht nur die Performance, sondern übersteigen die Ausgaben. In dem Fall kann ein Dax-ETF sogar über dem Index liegen.

Bei aktiven Fonds sind all die Ausgaben, Managementgebühren und Transaktionskosten naturgemäß sehr viel höher. Um einen positiven Tracking Error, sprich Überrenditen zu erzielen, müssen zunächst die Kosten durch erfolgreiche Papiere im Depot kompensiert werden.

10. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.