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Renditeaufschlag – Was bedeutet das?

Gelegentlich hört oder liest man als Anleger von so genannten Renditeaufschlägen, mit denen Wertpapiere attraktiver gemacht werden sollen. Doch worum handelt sich dabei genau und wie funktioniert das?

Renditeaufschlag für höheres Risiko

Anleihen haben normalerweise einen festen Zinssatz und eine festlegte Laufzeit. Die Höhe des Zinssatzes wird dabei jedoch an der Kreditwürdigkeit des Schuldners ausgerichtet, also nach der Bonität des Emittenten der Anleihen.

Um die „richtige“ Höhe des Zinssatzes und der Rendite zu erhalten, müssen Anleger die Bonität (also die „Kreditqualität“) des jeweiligen Unternehmens einschätzen. Dazu bedient man sich oft Dritter.

Zu besonderer (und berüchtigter) Bekanntheit sind mittlerweile die Bonitäts-Ratings der großen internationalen Ratingagenturen gelangt. Sie analysieren und bewerten das Kreditrisiko der Emittenten nach einem standardisierten Prozess.

Das Kreditrisiko entscheidet

Das Kreditrisiko lässt sich in das Migrations- und das Ausfallrisiko untergliedern.

Unter dem Migrationsrisiko versteht man die Gefahr, dass sich die Bonität des Emittenten verschlechtert und deshalb der Marktpreis einer Unternehmensanleihe sinkt.

Der Anleiheinvestor erleidet in diesem Fall einen Vermögensverlust in Höhe der Preisänderung. Das Migrationsrisiko wird oftmals über einen Wechsel in eine andere Ratingklasse operationalisiert.

Das Ausfallrisiko stellt einen Sonderfall des Migrationsrisikos dar. Die Anleihe migriert in die schlechteste Ratingklasse, die Ausfallklasse. Die Anleihe fällt aus und der Anleger erhält von den noch ausstehenden Zins- und Tilgungszahlungen nur noch einen Anteil.


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Risikozuschlag bei schlechter Bonität

Die beste Bewertung lautet AAA und steht für die höchste Kreditwürdigkeit. Liegt die Bonität eines Emittenten nun aber unterhalb des AAA-Ratings, so muss er einen Renditeaufschlag zahlen.

Dieser Bonus wird auch als Risikoaufschlag bezeichnet und bedeutet, dass er dem Anleger höhere Zinsen zahlen muss. Diese Renditeaufschläge beziehen sich stets auf einen Basiswert, der als sicher gilt.

In Deutschland wird fast grundsätzlich die Umlaufrendite sicherer Anleihen herangezogen. Je geringer die Bonität desto höher die Risikoaufschläge und damit auch die zu zahlenden Zinsen.

Der Renditeaufschlag (engl. “Credit Spread”) kompensiert also den Anleger für die mit der Investition verbundenen Risiken und wird in Basispunkten angegeben. Ein „Basispunkt“ entspricht dabei einem Renditeunterschied von 0,01%.

Als Basiswert für den Vergleich wird üblicherweise eine sogenannte „Benchmark“ genommen, zum Beispiel die Rendite einer Bundesanleihe mit gleicher oder sehr ähnlicher Laufzeit.

Ein praktisches Beispiel:

Für eine noch bis zum 08.03.2023 laufende Unternehmensanleihe von Daimler (ISIN: DE000A1R0691) mit einen Nominalzinssatz von 2,375% und einem aktuellen Kurs (Basis: 05.09.2014) von 108,80 % errechnet sich eine Rendite von ca. 1,30 %.

Zum Vergleich: Die Bundesanleihe mit der ISIN: DE0001102309, einer Restlaufzeit bis zum 15.02.2023 und einen Nominalzinssatz von 1,50 % errechnet sich bei einem aktuellen Kurs (Basis: 05.09.2014) von 106,19% eine Rendite von rund 0,74 %. Der Renditeaufschlag der Daimler Anleihe beträgst somit rund 0,56 % bzw. 56 Basispunkte.

Weil die Bonität von Daimler als relativ stark eingeschätzt wird, ist im vorliegenden Fall der Spread relativ gering, trotzdem aber deutlich erkennbar. Spreads von weit über 100 Basispunkten sind in der Realität ebenfalls sehr häufig anzutreffen. Je schlechter das Kapitalmarktrating einer Anleihe ist, desto höher ist der Renditezuschlag.

Schwankende Renditezuschläge

Heutzutage wird die Welt der Wirtschaft regelmäßig von Hiobsbotschaften erschüttert. Dazu gehören auch sich immer wieder verändernde Bonitätsratings. Und dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Risikozuschläge.

Sollte eine Ratingagentur ein überraschend verändertes Rating eines Unternehmens veröffentlichen, so wirkt sich das direkt auf die entsprechenden Aktienkurse, Anleihenkurse und somit auch auf die Spreads aus.

Egal ob Sie Aktionär oder Anleihegläubiger sind, bei einer Verschlechterung des Ratings sinkt der Kurswert Ihrer Investition. Ob sich die Kurse dann wieder erholen hängt von der weiteren Geschäfts- und Bonitätsentwicklung ab.

Aber selbst wenn die Kreditqualität eines Emittenten über einen langen Zeitraum hinweg konstant bliebe, würde der Credit Spread im Laufe der Zeit gewisse Schwankungen aufweisen.

Allgemein führen Strategien der Anleger zur Risikovermeidung zu steigenden Credit Spreads und gleichzeitig zu fallenden Kursen der Unternehmensanleihen – und das selbst, wenn sonst alle Faktoren gleich bleiben.

Die Gefahr, dass Investoren auf diese Weise einen Vermögensverlust erleiden, bezeichnet man als Spreadrisiko.

Das Spreadrisiko wird vor allem in Kapitalmarktkrisen gefährlich, wie es beispielsweise während der LTCM-Krise 1998 oder während der Subprime-Krise seit 2007 zu beobachten war.

8. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.