Aktien: Renditen berechnen – leicht gemacht

Aktien sind Beteiligungswerte.

Sie weisen sowohl hinsichtlich ihrer Kursentwicklung als auch hinsichtlich der jährlich ausgeschütteten Gewinnanteile (Dividende) Chancen und Risiken auf.

Mehr dazu: Anlagechancen bei Aktien

Im schlechtesten Falle wird überhaupt keine Dividende gezahlt und die Aktien verlieren infolge sinkender Kurse auch noch an Wert.

Zu den guten Nachrichten zählen hingegen hohe Gewinnausschüttungen und Wertsteigerungen infolge eines Kursanstiegs.

Worauf das Berechnen von Renditen bei Aktien beruht

Die Renditeberechnung bei Aktien fußt auf diesen 2 Ertragsquellen:

  • laufende Dividendenrendite (als jährliche Dividende in Prozent der Anschaffungskosten) und
  • realisierte Wertzuwachsrendite (als Kursgewinn in Prozent der Anschaffungskosten) pro Jahr.

Im Vordergrund steht eindeutig die Hoffnung auf Wert oder Kurssteigerungen.

Bei einer langfristigen Betrachtung schneidet die Aktie im Vergleich zu anderen Anlageformen immer recht gut ab.

Ein Rechenbeispiel: 500 Bayer-Aktien zum Kurswert von 32 €

Nehmen Sie etwa die Aktie von Bayer. Wenn Sie beispielsweise 500 Bayer-Aktien zu einem Kurs von 32 € gekauft hätten, sähe die Kaufabrechnung Ihrer Bank wie folgt aus:

= 500 x 32 € (Kaufkurs) = 16.000 € + Kaufnebenkosten: Bankprovision 1% = 160 € Maklergebühr 0,08% = 13 € 173 € = Anschaffungskosten (= Kaufpreis plus 1,08% Kaufnebenkosten) 16.173 € Bardividende x 100 Dividendenrendite = –––––––––––––––––––––– netto Anschaffungskosten 0,90 € x 500 Aktien x 100 = –––––––––––––––––––––––––––––––––– = 2,78% 16.173 €

Die ausgeschüttete Dividende beträgt beispielsweise 0,90 € pro Aktie. Dies sind gerade einmal 2,78% der Anschaffungskosten, wie die obige Rechnung zeigt.

Was es außerdem zu beachten gilt

Es wäre nun aber sicherlich falsch, die Entscheidung für eine Aktie nur nach der Dividendenrendite zu treffen.

Erstens kann diese Rendite schon im nächsten Jahr bei verschlechterter Ertragslage im Unternehmen sinken (in bestimmten Fällen sogar auf 0%, wenn für ein Jahr überhaupt keine Dividende gezahlt wird).

Viel wichtiger ist aber die zweite Renditekomponente einer Aktie; nämlich ihr Kurssteigerungspotenzial.

Kaum ein Aktionär würde sich mit durchschnittlich 2 bis 3% Dividendenrendite bei deutschen Aktien zufrieden geben, wenn er nicht die Hoffnung auf steigende Kurse hätte.

Die „Taube auf dem Dach“, sprich: Hoffnung auf Kursgewinne, ist für den typischen Aktionär sehr viel wichtiger als der kleine „Spatz in der Hand“, das heißt: Dividende.

Nehmen wir dazu noch einmal das Beispiel der Bayer-Aktien, die für 32 € pro Stück gekauft wurden. Unter der Annahme, dass der Kurs innerhalb von einem Jahr um die 40 € notiert, ergibt sich eine Gesamtrendite von immerhin 25,10%.

Davon ist nur die laufende Dividende zu versteuern, Kursgewinne nach Ablauf der Spekulationsfrist von 12 Monaten sind hingegen steuerfrei.

Der Aktienhandel bietet zwar große Chancen, doch birgt er auch stets gewisse Risiken

Weder für den Kursgewinn, noch für die ausgewiesene Dividende gibt es allerdings eine Garantie. Insofern ist dies eine reine Prognoserechnung.

Gesamtrendite bei Aktien (als Prognose) Anschaffungskosten: 16.173 € (= 500 Bayer- Aktien à 32 € + 1,08% Kaufnebenkosten) Veräußerungserlös: 19.784 € (= 500 Bayer- (nach 1 Jahr lt. Annahme) Aktien à 40 € – 1,08% Verkaufskosten) realisierter Kursgewinn 3.611 € (= 19.784 €) (als tatsächlicher Ver – 16.173 €) äußerungsgewinn nach 1 Jahr): Bruttodividende: 450 € pro Jahr (= 500 Bayer-Aktien à 0,90 €) Dividendenrendite brutto: 450 € x 100 –––––––––––––– = 2,78% 16.173 € + realisierte Kursgewinn- 3.611 x 100 –––––––––––– = 16,50% rendite: 16.173 = Gesamtrendite 25,10%

Aktien sind und bleiben Spekulationspapiere mit großen Chancen, aber auch mit großen Risiken.

Beim Kauf von Anteilen an Aktienfonds sind die Risiken geringer, da die Anlage in Aktien breit gestreut ist.

Allgemeine Kursstürze an der Aktienbörse wirken sich jedoch ebenso negativ auf die Wertentwicklung der Aktienfonds aus, wie die Crashs der jüngsten Vergangenheit deutlich gezeigt haben.

Noch größere Chancen und Risiken geht der Erwerber von ausländischen Aktien oder der Zeichner von Aktienfondsanteilen mit Anlageschwerpunkt „Internationale Aktien“ (z. B. japanische Aktien) ein.

Zu den Kursschwankungen bei den Aktien kommt nun noch das Wechselkursrisiko hinzu.

Glück für alle Anleger, die von steigenden Aktien- und Wechselkursen profitieren, aber Pech für all diejenigen, die sowohl von sinkenden Aktienkursen als auch von fallendem Dollar oder Yen getroffen werden.

17. Oktober 2011
von
david_gerginov_
Seit seiner Jugend beschäftigt sich David Gerginov mit dem Kapitalmarkt und den Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft. Sein wichtigstes Anliegen ist dabei das Aufzeigen von Zusammenhängen und die möglichst einfache Darstellung von komplexen Sachverhalten.

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